Bosch, Betriebsrat und IG Metall haben sich geeinigt: Der Standort in Bühl wird schrumpfen.1200 Stellen werden abgebaut. Gute Nachrichten gibt es für die Azubis.
„Besser als geplant, schlimmer als verdient“: So beschreibt die IG Metall das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Bosch-Bühl und dem Betriebsrat zusammen mit der Gewerkschaft. 1200 Stellen werden an dem Standort wegfallen, ursprünglich ging es um 1700. Gleichzeitig seien Zukunftsmaßnahmen für den Standort beschlossen worden, informiert die IG Metall in der Pressemitteilung.
Trotz des beträchtlichen Stellenabbaus finden die Gewerkschaftler lobende Worte: „Nach intensiven und schwierigen Verhandlungen haben der Betriebsrat und die IG Metall bei Bosch Bühl einen wichtigen Erfolg für die Beschäftigten erzielt. Der ursprünglich geplante Stellenabbau wird deutlich reduziert, die berufliche Zukunft vieler junger Menschen gesichert und ein mitbestimmter Zukunftsfonds für Innovationen geschaffen.“
Gleichzeitig sei es ein trauriger Tag für Bühl: Nun stehe fest, dass der Standort spürbar kleiner wird. Der Personalabbau konnte nicht verhindert, sondern nur abgemildert werden.
Sozialplan wurde vereinbart
Positive Nachrichten gibt es für den Nachwuchs. Ein Großteil der Auszubildenden werde unbefristet übernommen. Der Zukunftsfonds soll bei der Finanzierung neuer Projekte, Produkte und Innovationen am Standort helfen.
Mit Blick auf die Stellenstreichungen wurde ein Sozialplan verabschiedet. Maßnahmen zur Abfederung sozialer Härten seien vereinbart, betont die IG Metall.
Die Verhandlungen waren von gegensätzlichen Positionen geprägt. Für die IG Metall seien zwei Ziele im Mittelpunkt gestanden: den Personalabbau begrenzen und eine klare Zukunftsperspektive für den Standort Bühl zu sichern.
„Ohne die Aktionen im Betrieb, vor dem Werkstor und unsere große Demo in der Bühler Innenstadt wäre das nicht möglich gewesen. Die Boschler haben gezeigt, wie wichtig ihnen ihr Arbeitsplatz ist – und sie haben gekämpft. Immer wenn Druck nötig war, war die Belegschaft da“, erklärt Katrin Mayer, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Offenburg.
Die Gewerkschaft betont, den weiteren Prozess eng begleiten zu wollen – sowohl für Arbeiter, die Angebote erhalten und das Unternehmen verlassen müssen, als auch für diejenigen, die bleiben. „Wir unterstützen bei Altersteilzeit, Aufhebungsverträgen und individuellen Fragen – beispielsweise bei Grenzgänger-Themen. Und wir werden den Betriebsrat bei allen kommenden Aufgaben beraten, unterstützen und begleiten“, so Mayer.
Gewerkschaft macht Konzern Vorwurf
Der Tarifvertrag bei Bosch bleibt unverändert bestehen. Die Belegschaft wäre bereit gewesen, tarifliche Einschnitte zugunsten sicherer Arbeitsplätze zu akzeptieren, stellt die IG Metall klar. „Offensichtlich ging es dem Arbeitgeber nicht um zu hohe Arbeitskosten“, so der Vorwurf. Die Verkleinerung des Standorts sei nicht nur für die Beschäftigten deren Job wegfallen wird ein Rückschlag, sondern auch für den Wirtschaftsstandort Bühl und Umgebung.