Künstler Norbert Feger führt derzeit Verhandlungen über den Verkauf des Werks, das laut ihm von der öffentlichen Hand nie bezahlt worden sei. Gengenbachs Bürgermeister bestätigte, dass „gute Gespräche“ laufen – deren Ausgang ist jedoch noch offen.
Hoch oben auf dem Siedigkopf, direkt an der Gemarkungsgrenze zwischen Gengenbach und Nordrach, steht seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag 2005 das Lothar-Denkmal. Es erinnert an eine gewaltige Naturkatastrophe, die sich sechs Jahre zuvor ereignet hat. Nun laufen Gespräche, ob das Kunstwerk auch in Zukunft an diesem Platz stehen bleibt.
„Das Lothar-Denkmal wurde nie bezahlt“, stellt Künstler Norbert Feger auf Anfrage unserer Redaktion fest und bestätigt, dass es aktuell schon mehrere Verhandlungen und reichlich Gespräche über den Verkauf des Kunstwerks gegeben habe.
Er wolle keine Unruhe in die Verhandlungen bringen, betont Norbert Feger weiter, tut aber auch seine Enttäuschung kund: „Das Interesse seitens der öffentlichen Hand ist bisher mehr als bescheiden.“ Gleichwohl sei das Lothar-Denkmal längst in den Blick der Kunstwelt geraten, für die es „hochinteressant“ sei, bestätigt der Gengenbacher Künstler.
Zwölf Meter hoch ragt die Figurengruppe in den Himmel
Mit zwölf Metern Höhe sei es die größte Figurengruppe aus Holz im öffentlichen Raum und auch das meistfotografierte Kunstwerk im Land. „Möglicherweise verschwindet das Denkmal auf dem Kunstmarkt“, nennt Feger eine der Optionen. Denkbar wäre aber auch, dass die Entscheidung über den Verbleib auf dem Siedigkopf zu einem Politikum werde. Ob es eine Zeitschiene für die Verhandlungen gebe, fragen wir nach. „Diese ist meine persönliche Geduld“, bezieht Norbert Feger Position und lässt gleichzeitig die Zukunft offen: „Es ist immer noch etwas möglich.“
Nun stellt sich die Frage, wer Interesse am Erhalt des Lothar-Denkmals auf dem Siedigkopf hat und wer letztlich für das Kunstwerk bezahlen möchte? Der Bereich um den Siedigkopf ist Staatswald. Die staatliche Forstverwaltung (Forst BW) Mittleres Rheintal bestätigt die Gespräche. Das Denkmal sei in einem guten Zustand und werde seit der Aufstellung von Künstler Norbert Feger betreut.
„Das Lothar-Denkmal ist von überregionaler Bedeutung“, bestätigt Bürgermeister Thorsten Erny auf Anfrage unserer Zeitung. „Es laufen gute Gespräche“, bezog Erny Position. Der Gemeinderat Gengenbach habe sich bereits mit dem Thema befasst und signalisiert, dass sich die Stadt mit einem Betrag am Ankauf des Kunstwerks beteiligen werde. Weitere Kontakte seien über den Offenburger Grünen-Landtagsabgeordneten Thomas Marwein zum Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg des Landes Baden-Württemberg hergestellt.
Denkbar sei, dass private Geldgeber sich beteiligen
Denkbar sei, dass sich private Geldgeber an dem Ankauf des Kunstwerks beteiligen. „Wir sind auf der Suche nach einer guten Lösung und sind uns unserer Verantwortung für die Region bewusst“, bekräftig Bürgermeister Erny. Allerdings gehe es nicht von heute auf morgen, in dieser Frage eine schnelle Lösung zu finden.
Beim Ortenaukreis ist das Thema noch nicht angekommen. „Wir haben die Sache geprüft. In unserem Haus ist zum Vorgang jedoch nichts bekannt“, teilt Pressereferent Florian Würth mit. Trotz der positiven Signale des Gengenbacher Bürgermeisters bleibt es zunächst eine spannende – und noch unbeantwortet – Frage, ob das Lothar-Denkmal weiterhin auf dem Siedigkopf stehen bleibt.
40 000 Hektar entwaldet
Am zweiten Weihnachtsfeiertag des Jahres 1999 fegte das Orkantief „Lothar“ über West- und Mitteleuropa hinweg und richtete die schwersten Sturmschäden in der jüngeren europäischen Geschichte an. Der Orkan riss in Baden-Württemberg mehr als 30 Millionen Bäume um und verwandelte 40 000 Hektar Wald in Brachland. In den zwei Stunden, in denen der Sturm wütete, verloren 13 Menschen in Baden-Württemberg ihr Leben.