Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA bei Gesprächen in Genf Foto: Beatrice Devenes/The Swiss Feder

Ein Durchbruch ist bei den Ukraine-Verhandlungen nach den jüngsten Entwicklungen nicht zu erwarten, kommentiert Christian Gottschalk. Einen Sieger gibt es aber.

Wenn es um die Verhandlungen für einen Frieden in der Ukraine geht, dann taucht dabei oft das Wort „Trippelschritte“ auf. Der Vergleich ist falsch. Trippelschritte sind klein und schnell. Die Schritte, die gerade in Genf getan werden, sind lediglich klein. Und nachdem Russland seinen Verhandlungsführer kurzfristig ausgetauscht hat, und Putins getreuer Ideologe Wladimir Medinski erneut die Runde führt, ist erst recht nicht zu erwarten, dass sich daran etwas ändert. Russland spielt auf Zeit, im Gefühl, die Lage auf dem Schlachtfeld im Griff zu haben. Auch die Ukraine glaubt, nicht auf der Verliererstraße zu sein. Schon gar nicht, nachdem Space X endlich den russischen Zugang zum Satellitensystem Starlink blockiert. Ein schneller Durchbruch bei den Verhandlungen ist somit unwahrscheinlicher als jemals zuvor.

 

Themen stehen nicht im Fokus der Öffentlichkeit

Gleichwohl sind die Gespräche nicht überflüssig. Es können Einigungen in Bereichen erzielt oder zumindest bedacht werden, die nicht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen wie das Thema Gebietsabtretungen. Die Organisation von Grenzübergängen zum Beispiel, die es irgendwann einmal wieder geben wird, auch wenn derzeit niemand weiß, wo die Grenzen verlaufen werden. Da alle Beteiligten aus innenpolitischen Gründen das PropagandaRad drehen, bleiben Details unklar. Einziger klarer Gewinner ist somit vorerst die Schweiz, die nach all den Verhandlungsrunden im Nahen Osten wieder als Gastgeber der Vermittler punkten kann.