Wohnen, Energie und Einkaufen – in der Ortenau sind die Lebenshaltungskosten höher als in vielen Landkreisen. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Wer in der Ortenau lebt, hat im Schnitt niedrigere Lebenshaltungskosten als in den südlichen Nachbarkreisen – aber mehr als viele andere Deutsche.

Wohnraum, Lebensmittel und Energie – vieles in Deutschland wurde in den vergangenen Jahren teurer. Zwischen 2022 und 2024 war die Inflation in Deutschland außergewöhnlich hoch, das wirkt sich auf die Preise aus – und zwar überall. Das ist eines der Ergebnisse des Regionalen Preisindex 2024, den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) erstellt hat.

 

Der Preisindex vergleicht die Wohn- und Lebenshaltungskosten – darunter Mieten, Strom, Gas und Lebensmittel – in allen 400 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands und basiert auf der Analyse von frei zugänglichen Daten im Internet.

In den Städten kostet das Leben am meisten Geld

Die Ortenau ist demnach 1,2 Prozent teurer als der Bundesschnitt und liegt damit auf Platz 309 von 400 Kreisen in Deutschland. Teuerste Stadt Deutschlands ist laut Preisindex erneut München. Hier liegen die Lebenshaltungskosten 23,9 Prozent über dem Schnitt. Und auch sechs die weiteren großen Städte Deutschlands – Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und Stuttgart – sind teilweise deutlich teurer als der Rest von Deutschland.

„In den Großstädten sorgen eine unvermindert hohe Nachfrage und überdurchschnittliche Einkommen weiterhin für ein erhöhtes Preisniveau“, schreibt das IW. Wie bezahlbar eine Region sei, hänge vor allem von den Wohnkosten ab.

So teuer ist das Leben in Freiburg und Umgebung

Eine Aussage, die sich auch in unmittelbarer Nachbarschaft der Ortenau zeigt: Wer in Freiburg lebt, zahlt im Schnitt 13,4 Prozent mehr als im Bundesschnitt. In den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen sind es noch 4,8 beziehungsweise 4,3 Prozent.

Im Vergleich zu den weiter südlich gelegenen Kreisen der Region sind Lebenshaltungskosten in der Ortenau also günstiger – während die Bruttolöhne im Jahr 2022 laut Statistischem Landesamt sogar etwas höher waren, als im Kreis Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald. Etwas günstiger lebt es sich dagegen in den Nachbarkreisen Freudenstadt (-1,6 Prozent vom Bundesschnitt), Rottweil (-2,3 Prozent) und Schwarzwald-Baar (-0,5 Prozent).

Das ist der günstigste Landkreis Deutschlands

Der laut Preisindex günstigste Kreis liegt übrigens in Sachsen. Im ländlich geprägten Vogtlandkreis zahlen die gut 220 000 Einwohner 10,4 Prozent weniger als der Bundesschnitt.