Die Winkler Hexen mischen in diesem Jahr erstmals bei der Fasent mit, worüber sich Ortsvorsteherin Annerose Deusch (rechts) freut. Vorsitzender ist Ron Rothmann (hinten, links). Foto: Schabel

Auch in Langenwinkel gibt es nun eine Narrenzunft. Die Winkler Hexen nehmen bereits mit 29 Hästrägern an Umzügen teil. Das älteste Mitglied ist 50, das Jüngste drei Jahre alt.

Eine lange, spitze Nase, tiefe, dunkle Augenhöhlen und ein ungesunder Teint: So sehen die Hexengesichter aus Langenwinkel aus. Olivgrüne Westen sowie beerenfarbene Halstüchter und Rockschürzen lockern die düstere Erscheinung auf. Die Kostümfarben suchten weibliche Mitglieder aus, während Maskenschnitzer Berthold Eble aus Nordrach die Holzmasken gefertigt hat, erzählt der Vorsitzende Ron Rothmann beim Treffen mit unserer Redaktion.

 

Es ist ein attraktives Häs, mit dem die Mitglieder sich sehen lassen können – und das haben sie auch bereits getan, erzählt Rothmann erfreut. Zuletzt habe man eine Hallenveranstaltung der Kinzigtal-Hexen Elgersweier besucht, auch beim Nachtumzug in Kippenheim waren die Winkler Hexen am Start. „Andere Hästräger haben uns gefragt, wer wir sind und woher wir kommen“, sagt der 42-Jährige schmunzelnd. „Und sie haben die Farben unseres Kostüms gelobt.“

Die Zunft hat sich im vergangenen Sommer als Verein gegründet. 32 Mitglieder gibt es, davon 29 Aktive. Der Älteste ist 50, die Jüngste drei Jahre alt. Das Besondere an den Winkler Hexen ist, dass sie eine Leerstelle füllen – Langenwinkel war der einzige Stadtteil ohne Narrenzunft. Das hat sich nun also geändert, vor allem dank Rothmann, der bereits bei den Grusilochzottlis, der ältesten Lahrer Narrenzunft, Erfahrungen gesammelt hat und bei der Gründung der Winkler Hexen treibende Kraft war. Sein Stellvertreter dort ist Viktor Waigel.

Fasent bedeute für ihn Tradition, Brauchtum und Frohsinn, sagt Rothmann. Das Besondere an den Winkler Hexen sei dabei das gute Miteinander und dass alle mitreden könnten, nicht nur die Vorstandsköpfe. Das Gros der Mitglieder sei in Langenwinkel beheimatet, man freue sich aber auch über Verstärkung aus anderen Orten. Er selbst wohne in Lahr, habe aber familiäre Verbindungen in den jüngsten Lahrer Stadtteil, so Rothmann.

Der Start in ihr Vereinsdasein ist den Winkler Hexen geglückt: Wenige Wochen nach ihrem Start nahmen sie bereits am Lahrer Stadtfest teil, mit einem auffälligen Stand auf dem Schlossplatz, bei der Chrysanthema verkauften sie Kuchen, auch am Weihnachtstreff in Langenwinkel beteiligten sie sich. Rothmann ließ sich außerdem zum stellvertretenden Vorsitzenden der örtlichen Vereinsgemeinschaft wählen. Denn mit dem neuen Verein wolle man auch den Stadtteil stärken, betont er. Und dass man nicht nur zu Fasentzeiten aktiv sein, sondern sich auch unter dem Jahr treffen und etwas bewegen wolle.

In der närrischen Zeit blühen die Winkler Hexen aber natürlich erst so richtig auf. Bereits in der aktuellen Kampagne ist laut Rothmann einiges geplant. Unter anderem wird die Zunft am Rosenmontag in Ottenheim und am Fasentdienstag in Grafenhausen zu erleben sein. Obwohl man neu in der Szene ist, sei es kein Problem gewesen, in den beiden traditionsreichen Umzügen einen Platz zu bekommen, freut sich Vorsitzende.

Im kommenden Jahr soll es eine eigene Fasentveranstaltung geben

Eine große Zuschauermenge wird das Häs der Winkler dann erstmals live zu sehen bekommen. 450 Euro hat jede einzelne Holzmaske samt langen Haaren gekostet, erzählt Rothmann. Dass sich die Aktiven diese Investition geleistet haben, zeigt, wie ernst es ihnen mit ihrem Verein ist.

Natürlich werde man während der Fasent auch im eigenen Stadtteil aktiv sein, kündigt Rothmann an. Demnach sollen am schmutzigen Donnerstag in Langenwinkel der Kindergarten, die Johannes-Diakonie und die Werkstätten sowie am Abend die Ortsverwaltung gestürmt werden. Auch die Johann-Peter-Hebel-Schule im Lahrer Westen werde man besuchen. Im kommenden Jahr wolle man dann eine eigene Fasentveranstaltung auf die Beine stellen – dann sei ein Hallenabend in Langenwinkel geplant, verspricht Rothmann.

Kontakt zu der Zunft kann man aufnehmen unter E-Mail winklerhexen@outlook.de.

Das sagt Deusch

Die Langenwinkeler Ortsvorsteherin freut sich natürlich, dass es mit den Winkler Hexen einen neuen Verein in Langenwinkel gibt – es ist der neunte im Stadtteil. Auch für das Engagement der Hexen in der örtlichen Vereinsgemeinschaft sei sie sehr dankbar, sagt Annerose Deusch im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Fasent habe in Langenwinkel bisher keinen großen Platz gehabt – „wir sind eben ein evangelisches Dorf“ – und es sei doch schön, dass die Winkler Hexen das jetzt ändern wollten. Darauf angesprochen, dass die neue Zunft angekündigt hat, das Rathaus stürmen zu wollen, meinte Ortsvorsteherin Deusch, dass sie am Schmutzigen Donnerstag abends in der Ortsverwaltung sein und dann sehen werde, was da auf sie zukommt.