Das Gebiet um die Tiefbrunnen im Gewann „Bühlen“ gehört zum Trinkwassereinzugsgebiet der Gemeinde. (Archivbild) Foto: Herzog

Die Gemeinde gibt 6800 Euro für ein Ingenieurbüro aus, um das Risikopotenzial des Trinkwassereinzugsgebiets zu bewerten.

Seit Dezember 2023 gibt es eine Trinkwassereinzugsgebiets-Verordnung, die eine EU-Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rats über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch umsetzt. Wie Kämmerer Philipp Stahl in der Sitzung des Gemeinderats erläuterte, würden mit der Verordnung alle Betreiber von Wassergewinnungsanlagen mit mindestens 50 zu versorgenden Personen verpflichtet, die europäischen Regularien umzusetzen.

 

Die Abgabefrist einer Dokumentation über die Risikobewertung der Wasserschutzgebiete an die zuständigen Wasserbehörden ist laut Stahl auf den 12. November 2025 terminiert gewesen. Inzwischen sei die Gemeinde vom Landratsamt zur Abgabe aufgefordert worden, informierte der Kämmerer.

Eine Risikogefährdung der Trinkwasserversorgung in Aichhalden ist laut Stahl als gering einzuschätzen, da Industriebetriebe außerhalb des Wasserschutzgebiets angesiedelt seien und genauen Auflagen unterlägen.

Gefahr durch Landwirtschaft

Einziges Gefährdungspotential würde wohl nur in den landwirtschaftlichen Betrieben (Güllebehälter) liegen, die jedoch eine untergeordnete Gefahr für das Trinkwasser darstellten, urteilte Stahl.

Für die Erstellung einer Gefährdungsanalyse seien mehrere Ingenieurbüros zur Abgabe eines Angebots aufgefordert worden.

Das günstigste Gebot habe das Büro Zink aus Lauf (Ortenaukreis) mit 6800 Euro unterbreitet, gab Stahl bekannt.

Die Gemeinde, ergänzte Bürgermeister Michael Lehrer, habe die Frist deshalb verstreichen lassen, weil der Ansturm auf die Ingenieurbüros recht groß gewesen sei. Doch nun mache die Behörde in Rottweil Druck.

Einstimmige Vergabe

Das Büro Zink habe vor wenigen Jahren für die Gemeinde bereits ein Strukturgutachten für die Wasserversorgung erstellt und verfüge über entsprechende Daten. Daher mache es Sinn, dem Büro Zink den Auftrag zu erteilen, so Lehrer.

„Wir geben da allerdings Geld für etwas aus, das wir bereits wissen“, argumentierte der Bürgermeister. Die Vergabe an das Büro Zink bewilligte der Gemeinderat einstimmig.