Die Polizei bestätigte am Montag eine Verfolgungsjagd durch Nagolds Innenstadt. Beobachtungen eines Anwohners schaffen nun noch mehr Klarheit.
Die Verfolgungsjagd vom Freitag versetzte die Anwohner des noch jungen Wohngebiets Hasenbrunnen in Angst und Schrecken. Das bestätigt auch ein Anwohner, der sich in dieser Sache an die Redaktion gewandt hat. Er hat die Ereignisse minutiös in einem Bericht festgehalten. Und dieser Bericht birgt auch Aussagen, die für die Polizei interessant sein könnten.
Gegen 12.20 Uhr schaute der Anwohner aus seinem Bürofenster, als er einen Wagen „mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit“ über die Kreuzung Talstraße/Brunnenstraße rasen sah. Raser seien allerdings nichts Neues in dem Bereich, schreibt der Anwohner. Man habe das schon mehrfach moniert. Passiert sei allerdings nichts.
Mehrere Polizeifahrzeuge an Jagd beteiligt
Außergewöhnlich war dann aber doch, dass dem Raser ein Streifenwagen mit Blaulicht folgte. Kurz danach beobachtete der Mann, dass eine Person die Treppe zwischen Waschpark und Hoffnungshäusern in Richtung Haiterbacher und Karlstraße hochrannte – gefolgt von mehreren Polizeibeamten.
Parallel dazu hätten sich „mehrere Polizeifahrzeuge“ in Bewegung gesetzt, um den Kollegen zu helfen und den Flüchtigen zu stellen. Ein Fakt, den das Polizeipräsidium am Dienstag auf Nachfrage bestätigte. Ursprünglich hatte es noch geheißen, dass nur ein Polizeiwagen an der Verfolgung beteiligt gewesen sei.
Auto von Anwohner schleudert gegen Hauswand
Der Anwohner begab sich danach schnell Richtung Hasenbrunnen und traf dort auf zahlreiche Anwohner, die das Geschehen aufgeschreckt hatte. Es stellte sich dort heraus, dass das Fluchtfahrzeug mit hoher Geschwindigkeit in die Straße „Am Hasenbrunnen“ eingebogen und dort in ein geparktes Auto eines Anwohners „gerast“ sei.
Dieses Auto schleuderte gegen eine Hausfassade. Auto und Fassade seien dadurch erheblich beschädigt worden. Derweil habe der Flüchtende seinen Wagen hinter den Hoffnungshäusern zum Stehen gebracht und sei zu Fuß weiter geflüchtet.
Zweiter Mann wird von Bauarbeiter festgehalten
Wie der Anwohner weiter schreibt, habe ein zweiter Mann in dem Fluchtfahrzeug gesessen. Der sei während der Fahrt aus dem Auto gesprungen, sei aber von einem Bauarbeiter aufgehalten und der Polizei übergeben worden. Die Polizei bestätigt quasi die Existenz dieses zweiten Mannes, ob er aber tatsächlich in dem Auto gesessen hat, liege zwar nahe, sei aber noch ungeklärt, so Silas Lindörfer von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Pforzheim.
Was zwei Stunden später an Ort und Stelle passierte, das entzieht sich noch der Kenntnis der Polizei, könnte aber für sie durchaus noch interessant werden. Der Anwohner beobachtete, dass die beiden zuvor festgenommenen Personen gegen 14.30 Uhr am „Tatort“ auftauchten – um das beschädigte „Tatfahrzeug“ mitzunehmen. Es sei in einem schwarzen VW-Transporter mit Pforzheimer Kennzeichen mit verdunkelten und mit Vorhängen bezogenen Fenstern verladen worden, so der Anwohner.
Für Verhaftete liegt kein weiterer Haftgrund vor
Laut Silas Lindörfer vom Polizeipräsidium Pforzheim ist an dieser Tatsache einiges erklärbar. Die zwei Männer seien nach den üblichen polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen worden, da „kein Haftgrund“ vorgelegen habe. Dass das Tatfahrzeug vom Ort des Geschehens entfernt wurde, sei sogar die Pflicht des Fahrers.
Was nun zu klären sei, wäre die Frage, ob der Fluchtfahrer das Auto danach selbst gefahren hat. Wenn ja, sei man wieder im Straftatbereich, so Lindorfer. Denn dem Fahrer wurde von der Polizei der Führerschein entzogen, dann hätte er gar nicht mehr fahren dürfen.