Porsche hat wieder einmal Ärger mit dem Kraftfahrtbundesamt. Foto: imago images/Arnulf Hettrich

Das Kraftfahrtbundesamt leitet ein Verfahren gegen Porsche ein. Es wird geprüft, ob falsche Verbrauchsangaben gemacht wurden.

Stuttgart - Dem Sportwagenbauer Porsche droht ein neuer Rückruf wegen falscher Verbrauchsangaben. Das Kraftfahrtbundesamt bestätigte, dass ein offizielles Verfahren gegen Porsche eingeleitet worden sei. Die Flensburger Behörde wollte sich jedoch ebenso wie das Unternehmen nicht zu Details äußern. Ein Porsche-Sprecher betonte, dass der Autobauer selbst die Genehmigungsbehörde vor einem Jahr darüber informiert habe, dass bei internen Kontrollen „Themen“ entdeckt worden seien, die untersucht werden müssten.

Bisher ging es bei Manipulationen immer um Dieselmotoren

Die aktuelle Produktion ist nach Angaben des Sprechers nicht davon betroffen. Das Verfahren beruhe vielmehr auf Sachverhalten, die bereits mehr als fünf Jahre zurückliegen. In den vergangenen Jahren wurde nach Bekanntwerden des Abgasskandals eine Vielzahl von Motoren vom Unternehmen überprüft. Eine Manipulation von Benzinmotoren hätte eine neue Qualität. Denn bisher ging es bei Manipulationen um Dieselmotoren, die Porsche von Audi bezog. Die Benzinmotoren dagegen werden selbst entwickelt.

Die Hard- und Software von Prüffahrzeugen soll manipuliert worden sein

Im aktuellen Fall sind nach Angaben des Sprechers bei der großen Mehrzahl der vom Kraftfahrtbundesamt untersuchten Fahrzeuge keine Abweichungen von der Typgenehmigung festgestellt worden. Bei der verbleibenden Zahl der Fahrzeuge handle es sich um wenige Modelle und eine nur sehr geringe Stückzahl. Das Verfahren befinde sich in einem frühen Stadium der Anhörung. Nach einem Bericht des Internet-Portals „Business Insider“ soll die Hard- und Software von Prüffahrzeugen unzulässig präpariert worden sein, um den Verbrauch und damit den CO2-Ausstoß zu drücken. Dabei soll es sich um Derivate des Macan und des Boxster handeln, von denen knapp 20 000 in Europa gemeldet seien.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: