Der Verein verschließt sich der Herausgabe von Daten grundsätzlich nicht mehr. Das freut die Initiatoren einer außerordentlichen Mitgliederversammlung – aber wie geht es jetzt weiter?
Zwischen dem VfB und den Initiatoren einer außerordentlichen Mitgliederversammlung bahnt sich eine Annäherung an – was den umstrittenen Zugriff auf Mitgliederdaten angeht. Das Vereinspräsidium um Claus Vogt hatte auf das Ansinnen von Monica Wüllner, Christoph Burandt, Hans Dürr und Andreas Waldner reagiert und ein Treffen vorgeschlagen – um über die geäußerten Kritikpunkte ins Gespräch zu kommen.
Zu diesem Zweck wurde stellvertretend Burandt vom Clubmanagement angeschrieben. Ein Versuch, in den Dialog zu treten. Da jedoch befürchtet wurde, die VfB-Verantwortlichen würden die Runde dazu nutzen, die Kritiker zu beeinflussen und von ihrem Vorhaben abzubringen, ließ man den VfB per Anwaltsschreiben wissen, dass ihr Mandant nicht persönlich erscheinen und man nur unter einer Voraussetzung an einem Gesprächstermin teilnehmen werde: Man wolle allein über den Ablauf der Datenübermittlung reden.
Treffen sich nun die Anwälte?
Das ist zunächst der Knackpunkt. Die Initiatoren wollen alle VfB-Mitglieder über ihr Anliegen informieren, um die nötigen 6500 Unterschriften für eine außerordentliche Mitgliederversammlung nach dem Ende der Fußballsaison zu erhalten. Das sei ihr Recht. Auf der Tagungsordnung stünden nur Abwahlanträge, die das Präsidium um Vogt sowie den Vereinsbeirat betreffen. Bis zum 22. Mai sollen die Stimmen gesammelt werden. Burandt und Co. hatten deshalb mit Verweis auf Gerichtsurteile den VfB gebeten, die Mitgliederliste herauszugeben.
Mittlerweile verschließt sich der VfB der Aufforderung der Initiatoren grundsätzlich nicht mehr, behält sich aber vor, weitere Details zu klären, ehe eine endgültige Entscheidung getroffen wird. Das wurde der Kanzlei der Gegenseite fristgerecht mitgeteilt. Eventuell wollen sich die Juristen der beiden Lager nun am Freitag treffen oder per Video zusammenschalten, um weiterzukommen.
Die Initiative weiß jedoch zu schätzen, dass sie durch die Haltung des VfB wohl an alle Mitglieder kommunizieren kann. Offenbar hätte sich das Quartett aber nicht gescheut, Rechtsmittel einzulegen. Das scheint nicht mehr nötig, zumal Wüllner, Burandt, Dürr und Waldner nach Informationen unserer Redaktion damit liebäugeln, auf die Datenübergabe durch den Verein zu verzichten – im Sinne der Mitglieder.
Ein mögliches Paradebeispiel?
Der VfB soll den Mailversand jetzt möglichst selbst durchführen. Zunächst hatten die Initiatoren der Aktion vorgesehen, dass die Daten an einen Treuhänder gegeben werden. Sie selbst wollten keinen Zugriff haben. Zuletzt sollte der vorgeschlagene Datentreuhänder Professor Matthias Wenn aus Tübingen den Vorgang nur noch überprüfen. Auf einen postalischen Versand soll aus Kostengründen verzichtet werden.
Sollten die beiden Parteien nun tatsächlich zueinanderfinden, sehen die Initiatoren der außerordentlichen Mitgliederversammlung darin ein positives Miteinander beim VfB – wenn man auch inhaltlich auseinander liegt. Für sie wäre das ein mögliches Paradebeispiel dafür, wie in besonderen Fällen Mitgliederrechte umgesetzt werden können.