Ob es Bundesgelder für die Sanierung der Lörracher Sportstätten gibt, ist noch offen. Bei der Mitgliederversammlung der IGTS ging es um die drei durch die Stadt gestellten Anträge, von denen die Hallenbad-Sanierung oberste Priorität hat. Foto: Marco Fraune

Die Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft der Lörracher Turn- und Sportvereine im Vereinsheim „16er“ im Grütt begann mit einer Enttäuschung.

Daran änderten auch die beiden Nachzügler nichts, die ein wenig zu spät kamen. Am Ende fehlten drei Personen und die Vorstandswahlen mussten von der Tagesordnung gestrichen werden.

 

Diskussionen über geringe Beteiligung

Dieser Umstand sorgte für Diskussionsstoff. Noch vor der nächsten terminierten Versammlung am 22. Oktober soll es – vermutlich Mitte Mai - eine für alle Mitglieder verpflichtende Sondersitzung geben. Vereine, die diesen Termin nicht wahrnehmen, so lautete das allgemeine Credo, haben kein Interesse an einer Mitgliedschaft und sollen ausgeschlossen werden. Die Satzung will man dahingehend ändern, dass solche Maßnahmen auch von einer Zweidrittelmehrheit der anwesenden Vereine anstelle der Gesamtheit beschlossen werden können.

Hingewiesen wurde zudem auf die Möglichkeit, das Stimmrecht auf eine andere Person zu übertragen. Dies könnte ein Weg für jene Vereine sein, die unter einer gewissen Überalterung leiden und die Aufgaben nicht mehr auf viele Schultern verteilen können, wie ein Mitglied zuvor ausgeführt hatte. Vorsitzender Uli Nodler wies darauf hin, dass auch die IGTS die Vereine ehrenamtlich vertrete. Diese würden sich selbst schaden, wenn sie nicht zu den Sitzungen erscheinen, betonte er. Seine verärgerte Drohung mit Rückzug wurde später von Vorstandskollegin Helena Hejj revidiert.

Neuer Preis für Jugendmannschaft

Von der Stadt Lörrach nahmen Sportkoordinator Jochen Cerff und die Sportbeauftragte Britta Wieschenkämper an der Versammlung teil.

Cerff berichtete, dass Resilienz durch Kampfsport respektive Selbstverteidigung in diesem Jahr ein Schwerpunktthema sei. Er sprach von einer starken Karateabteilung, deren Jugend jüngst mit dem Musiker Peter Reimtgut einen Rapsong produziert habe, wie Cerff darlegte.

Erstmals wird in diesem Jahr an eine gute Jugendmannschaft der Manni-Sütterlin-Preis vergeben. Der im vergangenen Jahr verstorbene Sütterlin war im Vorstand der IGTS. Seine Familie hat den auf fünf Jahre beschränkten Preis ins Leben gerufen. Cerff berichtete, dass das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ 22-fach überzeichnet sei und Großstädte in der Regel mehr Einfluss und somit bessere Karten hätten, zum Zug zu kommen.

Foto: Alexandra Günzschel

Drei Anträge auf Bundesförderung

Die Stadt Lörrach ist mit drei Anträgen ins Rennen gegangen, von denen die Hallenbadsanierung an oberster Stelle steht. Wieschenkämper ergänzte, dass es mit dem in die Jahre gekommenen Hallenbad aus sicherheitstechnischen Gründen von einem Tag auf den anderen vorbei sein könnte.

Unabhängig von einer möglichen Förderung soll nun die Sanierung der Sportanlage Rosenfelscampus beginnen, was mit Sperrungen einhergeht.

Schließlich beteiligten sich die Mitglieder an der Wahl für die diesjährige Sportlerehrung am 20. März. Für den Sportler, die Sportlerin und die Mannschaft des Jahres standen jeweils drei Nominierte zur Auswahl.

Allgemein begrüßt wurde der Umstand, dass die Ehrung nun nicht mehr im Burghof, sondern in den Sporthallen stattfindet. So sei man näher bei den Sportlern und habe die Möglichkeit, Getränke kostenlos anzubieten.

Zum Thema Visionen verwies Nodler auf die Sitzung der Eventkommission am 15. April, bei der die Mitglieder Vorschläge für Veranstaltungen im kommenden Jahr machen können. Nodler schlug ein inklusives Sportfest vor, betonte allerdings, dass dafür die Unterstützung der Vereine erforderlich sei. Angesichts der Resonanz auf die Versammlung wollte er darauf nicht hoffen.

Die Vereine könnten nicht immer nur auf das Geld der Stadt schielen, die schon „wahnsinnig viel“ stemme, erklärte der Sportkoordinator. Manchmal müssten auch neue Wege gefunden werden, wie zum Beispiel beim Stadtlauf Kids, der dank zweier neuer Partner stattfinden konnte. Er riet dazu, Anliegen öfter mal bei ortsansässigen Unternehmen vorzutragen.

Ein wichtiger IGTS-Termin für die Vereine ist die Hallenvergabe-Sitzung am 6. Juli im Ratssaal. „Wer bei dieser Sitzung nicht anwesend ist, verliert seine Belegungsstunden“, betonte Nodler. Die IGTS will zum Wohle aller auch wieder Kontrollen vornehmen, ob die begehrten Belegungszeiten in den Hallen auch genutzt werden.

Als nächster wichtiger Termin steht für die Interessengemeinschaft am 12. März ein Austausch mit dem Oberbürgermeister an. Dabei will der Vorsitzende die Bedeutung der Turn- und Sportvereine für die Jugend hervorheben. Auch will er sich dafür einsetzen, dass die IGTS bei Entscheidungen, die den Vereinssport betreffen, wieder öfter mit einbezogen wird – gerne auch bei Personalfragen.