Die Übungsleiter schmieden an alternativen Trainingsplänen, um ihre Spieler fit zu halten. (Symbolfoto) Foto: © – Fotolia – BillionPhotos.com/Grafik pixabay

Fußball: Situation ist nicht optimal. Besondere Herausforderung für Übungsleiter. Kreativität gefragt.  

Ohne mit der Mannschaft auf dem Trainingsplatz arbeiten zu können, ist es auch für die Übungsleiter eine besondere Herausforderung, Trainingspläne auszuarbeiten und vor allem auch umzusetzen. Da ist Kreativität gefragt.

Denn blieben die Sportler und Fußballer tatenlos, dass man womöglich die Füße hochlegen würde, hätte das negative Folgen. So betont Michael Banholzer, Trainer des Bezirksligisten SG Böhringen/Dietingen: "Wichtig ist, dass die Spieler ein gewisses körperliches Grundniveau halten bzw. nicht verlieren. Ansonsten besteht ein hohes Verletzungsrisiko, wenn es hoffentlich zügig in 2021 wieder in den ›normalen‹ Trainingsbetrieb geht. Da ist in erster Linie die Selbstverantwortung und Kreativität der Spieler gefragt. Ich habe da volles Vertrauen in meine Jungs." Da die SG Böhringen/Dietingen in den Wochen vor dem Lockdown noch ordentlich punkten konnte und sich Richtung Mittelfeld hocharbeitete, sollten die Spieler auch mit einem positiven Gefühl daran gehen, die Vorgaben des SG-Coaches umzusetzen.

"So positiv wie möglich"

Michael Banholzer: "Ich setze da nur den Rahmen, führe die Trainingsliste weiter und bleib mit jedem in Kontakt. Jeder Spieler meldet mir seine Einheiten und deren Umfang. Ein Spieler der selbst erkennt, was er für seinen Körper tun muss, ist engagierter bei der Sache, als durch strikte Vorgaben des Trainers. In der Summe bekam ich im November schon knapp 90 Einheiten gemeldet", zeigt er sich zufrieden und fügt weiter an: "Aber klar ist, sobald es rechtlich wieder möglich ist, geht es wieder auf den Platz ins Mannschaftstraining. Da die ›Störfaktoren‹ Fasnet und Skiurlaube 2021 wegfallen, bin ich mir sicher, die Jungs 2021 schnell wieder auf einem guten fußballerischen Niveau zu haben."

Und auch Michael Wildermann, der seit dieser Saison Trainer der neu gegründeten SG Dunningen/Seedorf ist die aktuelle Situation alles andere als optimal. "Dennoch sollte man so positiv wie möglich mit der Situation umgehen. Letztendlich geht es ja um unser aller Gesundheit", betont er und ist der Auffassung: "Mit den beschlossenen Maßnahmen können wir als Vereine und Sportler nur unter erschwerten Bedingungen Trainingspläne erstellen, da ja keiner vorhersagen kann, wie lange das ganze uns noch beschäftigen wird. Hier ist die Eigeninitiative der Spieler gefragt. Jeder einzelne Spieler sollte sich selbstständig und individuell Fit halten. In unserem Fall bei den unteren Amateuren macht es aus meiner Sicht keinen sehr großen Sinn, Trainingspläne zu erarbeiten. Da sich vermutlich nicht alle daran orientieren werden. Zum Teil spiegelt sich das auch im Normalbetrieb wider, das sich nicht jeder an den Trainingsaufwand hält, der angeboten wird."

Vereinsleben steht nicht mehr an erster Stelle

Und noch etwas ist Michael Wildermann aufgefallen: "In meinen Augen ist schon leicht erkennbar, dass Fußball oder das Vereinsleben nicht mehr an erste Stelle steht. Vielmehr wird durch die Pandemie bekräftigt, dass die Freizeit, die man nun zwangsläufig noch mehr hat, sich leichter daran gewöhnt, nicht zweimal pro Woche und am Sonntag auf den Sportplatz zu gehen. Vielmehr nutzen einige die Zeit für andere Aktivitäten. Da der Mensch bekanntlich ein Gewohnheitstier ist, besteht die Gefahr, dass der eine oder andere sich sagt, es geht auch ohne", befürchtet er, könnte der Lockdown negative Nachwirkungen haben, an die aktuell noch niemandem so richtig bewusst seien.

"Dennoch haben wir die Möglichkeit uns unter erschwerten Bedingungen im ›Fits‹, durch einen sehr guten organisierten Ablaufplan unter Hygienebedingungen von Fabian Häckel, uns Fit zu halten. Natürlich sind die Planungen für die Rückrunde voll im Gange. Trainingspläne erstellen, Vorbereitungsspiele organisieren und planen. Ein Trainingslager wird auch angeboten", erklärt der Coach der SG Dunningen/Seedorf. Was davon tatsächlich umgesetzt werden kann, wird sich frühestens Ende Januar zeigen.

Gutes Zwischenfazit

Obwohl die SG Dunningen/Seedorf in der Kreisliga A 1 bisher lediglich acht Punkte verbuchen konnte, fällt das Zwischenfazit von Michael Wildermann gut aus. "Zu unserem Projekt SGM muss ich sagen, ist alles soweit eingetreten, wie wir uns das gedacht hatten. Zwar haben wir das ein oder andere mal nötiges Lehrgeld bezahlt, aber dennoch nicht den Kopf verloren, sondern weiter an der Entwicklung der Spieler gearbeitet. Was sich dann auch zuletzt in den Ergebnissen widergespiegelt hat."

Der SG-Coach gibt zu bedenken: "Natürlich sind einige Spieler oftmals nicht zur Verfügung gestanden aufgrund von Verletzung. Aber mit diesen Umständen hat jeder Verein zu kämpfen. Von der Seite her profitieren wieder alle an der längeren Pause durch die Pandemie, um sich zu regenerieren."

Wildermann ist sich auch bewusst: "Sicherlich ist bei uns noch mehr Potenzial vorhanden, das wir noch auf den Platz bringen wollen und werden. Wir sind voller Hoffnung und Energie, dass der Trainingsbetrieb bald wieder aufgenommen werden kann."

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: