Nach dem Hin und Her der vergangenen Wochen und hitzigen Diskussionen erklärt FV 08-Vorstandsmitglied Anja Faras im Gespräch mit unserer Redaktion die Bemühungen zur Fusion mit dem FC Suebia Charlottenhöhe definitiv für gescheitert.
Rums – das war’s wohl. Die seit Wochen anhaltende Hängepartie – bei der außerordentlichen Versammlung fehlten wenige Stimmen für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen, bei der Hauptversammlung vor drei Wochen fand sich dagegen eine Mehrheit – ist nun beendet.
„Es soll einfach nicht sein, das akzeptieren wir voll und ganz“ – so stand es in einer von den „Vorstandschaften“ (ohne Namen) per Whatsapp verschickten Nachricht an die Mitglieder beider Vereine.
Aktive wollen nicht für neuen Clubspielen
Nach einer Gesprächsrunde mit den beiden aktiven Mannschaften des FV 08 sei gewiss - so heißt es in dem Schreiben weiter – „dass die klare Mehrheit der Aktiven nicht bereit ist für einen neuen Club zu spielen (24 Nein-Stimmen, vier Ja-Stimmen).“
Somit würden weitere Bemühungen keinen Sinn mehr machen. Letztlich müsse man feststellen und akzeptieren, dass die „Basis“ (da sind die aktiven Fußballspieler gemeint) das Projekt nicht mittragen möchte, ist in der Mitteilung an die Mitglieder zu lesen.
Keine Schuldzuweisungen mehr
Anja Faras, bis zur nächsten außerordentlichen FV 08-Versammlung – der genaue Termin im Mai steht noch nicht fest – einzig verbliebenes Vorstandsmitglied, erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion die Fusionsbemühungen definitiv für gescheitert.
Ihr sei wichtig, so Faras, dass jetzt keine weitere Unruhe in den Verein komme. Es sollten keine Schuldzuweisungen mehr erfolgen.
Erfreuliche Nachricht: Mittlerweile gebe es mit Hans Günter Ochs, Hermann Miller, Nicole Bachert und Dragan Rajic vier Personen, die sich bei der außerordentlichen Versammlung für ein Vorstandsamt zur Verfügung stellen wollten.
Bei der ordentlichen Versammlung hatte Ochs seine Bereitschaft für den Fall, dass die Fusion nicht zustande komme, bereits angekündigt.
Rechnung ohne Hauptakteure gemacht
Faras –sie war beim FV 08 bisher für das Ressort „Sponsoring und Marketing“ zuständig – bekräftigt noch einmal: „Es ging uns um eine Vision, das große Ganze für den Fußball in Rottweil, mit einer Bündelung der Kräfte in allen Bereichen.“
Bei einer Abfrage über Ostern hätten 21 Personen erklärt, sich in einem neuen Club aktiv in einem gewählten Amt engagieren zu wollen. Die Verhandlungen seien schon weit gediehen gewesen. Rechtliche Schritte seien geprüft und auf die Bahn gebracht worden.
Es habe einen Zeitplan gegeben, nach diesem es möglich gewesen wäre, ab der kommenden Saison unter neuem Namen am Verbandsspielbetrieb teilzunehmen. Doch die Rechnung wurde – so stellte sich jetzt heraus - ohne die Hauptakteure in dieser Sache, nämlich die Kicker, gemacht.
Probleme in der Kommunikation?
Für Außenstehende werfen sich indessen Fragen auf. Es geht vor allem um die Kommunikation im Rottweiler Traditionsverein – insbesondere zwischen dem Vorstand und der sportlichen Leitung.
Faras hält sich dazu bedeckt, deutet aber an, dass der interimsmäßige Sportvorstand Hermann Miller („Er ist ein 08 – Urgestein, für ihn war es sicher auch schwierig“) und der sportliche Leiter Ralf Volkwein nicht voll hinter der Fusion gestanden seien. Was verwundert: Beide Namen gehörten zur ursprünglichen Aufzählung der 24 Personen, die bei einer Fusion ehrenamtlich mitarbeiten wollten.
Faras verlässt Verein
„Die Mannschaft ist wohl nicht richtig upgedatet worden“, mutmaßt Faras. Bei der außerordentlichen Versammlung Ende März waren keine kritischen Stimmen zu einer Fusion aus den Reihen der Aktiven oder der sportlichen Leitung gekommen. Allerdings waren auch keine Lippenbekenntnisse für einen Zusammenschluss aus diesem Bereich zu hören gewesen.
Lediglich der Trainer der ersten Mannschaft, Gustl Alfidi, hatte sich damals zu Wort gemeldet und grundsätzlich in Frage gestellt, dass es nur eine Option, den Zusammenschluss mit den Sueben, gebe.
In einem Schreiben hat Faras den Sponsoren mitgeteilt, dass sie als direkte Folge der aktuellen Entwicklungen („für mich ein konsequenter Schritt“) ihr Amt als Vorstandsmitglied vorzeitig niederlegen und den Verein verlassen werde.