Die Auszeichnung „Schutzschild in und für den Sport“ nahmen Catherina Winterle, Linda Bürgin und Simone Köhler stellvertretend für den Verein entgegen. Die TSG ist damit der erste Verein in Weil am Foto: zVg/Anna-Lisa Sutter

Als einer von 60 ausgewählten Vereinen nahm die TSG Ötlingen am Projekt „Schutzschild im und für den Sport“ des Badischen Sportbunds teil.

Die TSG Ötlingen setzt ein klares Zeichen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Sport.

 

Ziel des Projekts des Badischen Sportbunds in Zusammenarbeit mit dem SC Freiburg, der Kindernothilfe und der Organisation Wendepunkt war die Entwicklung eines vereinseigenen Kinder- und Jugendschutzkonzepts.

Seit dem Projektstart im Februar des vergangenen Jahres beteiligten sich Vertreter der TSG an insgesamt acht Veranstaltungen – sowohl in Präsenz, unter anderem im Europa-Park Stadion und im Dreisamstadion, als auch in digitalen Formaten.

Dort wurden zentrale Inhalte eines Schutzkonzeptes erarbeitet, diskutiert und auf die individuellen Anforderungen der Vereine übertragen.

Innerhalb der TSG wurde das Konzept durch ein engagiertes Kinderschutzteam entwickelt.

Jugendliche wurden mit eingebunden

Dieses setzte sich aus Vorstandsmitgliedern sowie Übungsleitenden aus verschiedenen Abteilungen zusammen.

Auch Jugendliche wurden aktiv in den Prozess eingebunden. Gerade in den großen Abteilungen Turnen und Jiu-Jitsu spielt das Thema eine besondere Rolle, da hier durch Hilfestellungen oder direkten Körperkontakt besondere Verantwortung besteht.

Der fertige Entwurf wurde am 28. Januar 2026 den Übungsleitenden und Helfenden vorgestellt, gemeinsam diskutiert und anschließend einstimmig vom erweiterten Turnrat beschlossen. Damit ist das Schutzkonzept fest im Vereinsalltag verankert.

Gutes Miteinander ist Ziel

„Die TSG Ötlingen ist ein Ort, an dem sich alle Mitglieder – insbesondere Kinder und Jugendliche – sicher fühlen sollen“, beschreibt der Verein seine Zielsetzung. Das Konzept schafft klare Leitplanken für ein respektvolles, gewalt- und diskriminierungsfreies Miteinander und bietet Orientierung für alle Beteiligten.

Im Mittelpunkt stehen zwei zentrale Bereiche: Prävention, um Gewalt möglichst zu verhindern, sowie Intervention, um im Ernstfall richtig zu handeln. Berücksichtigt werden dabei verschiedene Formen von Gewalt – von Vernachlässigung über psychische und physische Gewalt bis hin zu sexualisierter und digitaler Gewalt.

Zwei Beauftragte wurden benannt

Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen unter anderem die Benennung von zwei Kinderschutzbeauftragten – Simone Köhler und Adrian Wertz –, die verpflichtende Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses für alle Übungsleitenden im Kinder- und Jugendbereich sowie die Unterzeichnung eines Ehrenkodex.

Interventionsplan ausgearbeitet

Ergänzend werden Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen angeboten. Für Verdachtsfälle wurde ein klarer Interventionsplan definiert, bei dem der Schutz der betroffenen Person oberste Priorität hat.

Am 8. Mai wurde die TSG Ötlingen im Rahmen der Abschlussveranstaltung im Europa-Park Stadion mit der Auszeichnung „Schutzschild im und für den Sport“ geehrt. Die Auszeichnung nahmen Linda Bürgin, Catherina Winterle und Simone Köhler stellvertretend für den Verein entgegen. Die TSG ist damit der erste Verein in Weil am Rhein, der diese Anerkennung erhält.

Im Europapark geehrt

Das Schutzkonzept ist dabei nicht als einmalige Maßnahme zu verstehen, sondern als fortlaufender Prozess. Eine Arbeitsgruppe wird das Konzept regelmäßig überprüfen und weiterentwickeln. Ziel ist es, den Kinder- und Jugendschutz nachhaltig im Vereinsleben zu verankern.