Der Foto-, Film- und Videoclub Trossingen feiert Jubiläum. Eine Sache fehlt dem Club im Zeitalter von Smartphone und künstlicher Intelligenz allerdings.
Kurz vor Weihnachten feierte der Foto-Film- und Video-Club Trossingen sein Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen.
Der Initiator und Gründer des Clubs, Karl-Heinz Rieger wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft, der Vorsitzende Michael Korb für 25 Jahre, Willi Kuhn für 20 Jahre und Hans-Jürgen Wrobel für zehn Jahre Mitgliedschaft geehrt.
Der heute 81-jährige Rieger lebte Anfang der 1970er Jahre in der Nähe von Zürich und war dort Mitglied in einem Foto- und Film-Club. „Als ich zurück nach Trossingen kam, habe ich das vermisst“. Nach seinem Aufruf „Filmamateure gesucht“ 1975 in der örtlichen Presse, hätten sich gleich sechs Leute gemeldet.
Eine erste große Chance
Bereits zum Jahresende habe es 19 Mitglieder gegeben. Bis März 1978 war Rieger der Vorsitzende des Clubs, inzwischen ist er noch Schriftführer des Vereins. Seit 1990 nennt sich der Verein Foto-, Film und Video-Club Trossingen, da die N8 und S8 Filmer zwischenzeitlich Nachwuchs von der Fotogruppe und von Videofilmern bekommen hatten.
Seit 1987 befinden sich die Clubräume im Obergeschoß des Rathauses Schura in einem Teil der ehemaligen Lehrerwohnung. Vor allem die Fotogruppe profitierte von dem eigenen Fotolabor, dass sie dort einrichten konnten.
Eine erste große Chance sich als junger Verein in der Öffentlichkeit zu präsentieren, bot das Jubiläum im Jahr 1977 „50 Jahre Stadtrechte von Trossingen“. Die Hobbyfilmer präsentierten den zehnteiligen Film „Unsere Stadt durch’s Hobbyfilmer-Objektiv betrachtet“. Rieger spricht zudem von einer Meisterleistung in der Ära der Fotogruppe im Jahr 1988: Es wurden 3060 Exponate im Museum Auberlehaus für die Archivierung unter der Leitung Herbert Grösche fotografiert. Weitere bedeutende Filme wurden unter anderem über die Geschichte von Schura und von der Hauptstraßeneinweihung in Trossingen erstellt. Zudem gab es eine Fotoausstellung in der Schalterhalle der Volksbank.
Kooperation mit dem Kommunalen Kino
Neben jährlichen Grillfesten im Sommer und Abschlussfeiern zum Ende eines jeden Jahres wurden über viele Jahre Super8-Filmwettbewerbe ausgeführt.
Über zehn Jahre hinweg gab es außerdem eine Kooperation mit dem Kommunalen Kino Trossingen. Der Start mit dem Equipment und Mitgliedern des Foto-Film- und Videoclubs als Filmvorführer war 2013 im Lindesaal mit dem Italienischen Klassiker „Cinema Paradiso“, erinnern sich Rieger und Korb. Mit einer Zeitreise in der Galerie im Altbau in Aldingen hat sich der Club in einer Ausstellung „Vom Standbild bis zum Digital-Foto“ in all seinen Facetten von Filmvorführungen über das Werkzeug der Fotografen und Hobbyfilmer verschiedener Epochen präsentiert.
Der Zahn der Zeit nagt am Verein
Die Glanzzeiten des Foto-, Film- und Videoclubs waren dabei im Jahr 2000. „Wir waren damals 35 Mitglieder“, so Rieger. Nun seien es noch elf mit einem Altersdurchschnitt von 75 Jahren, die sich einmal monatlich im Clublokal treffen.
„Seit der Jahrtausendwende machte die Technik in immer kürzeren Abständen von sich reden“, betont Rieger. „Gerade die jüngere Generation ist fasziniert vom Handy – vor allem mit der Schnelligkeit und der künstlichen Intelligenz“. Ein Grund also, warum sich junge Menschen nicht mehr für einen Verein wie den Foto-, Film- und Videoclub Trossingen begeistern lassen. „Der Zahn der Zeit nagt unweigerlich an unserem Verein“, betont auch Korb, der seit 2016 den Vorsitz innehat.