Das Nutzen des Sportplatzes und der Schlossberghalle in Unterkirnach wird teurer. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.
Das Schwarzwalddorf hat zuletzt viel in Sportplatz und Schlossberghalle investiert. Nun muss die Gemeinde auch die Vereine zur Kasse bitten.
Kämmerer Bastian Pfliegensdörfer ging auf rechtliche Vorgaben ein. „Wir haben bei der Sanierung der Sport- und Festhalle sowie beim Kunstrasen des Sportplatzes den Vorsteuerabzug geltend gemacht. Deshalb sind wir zur Verpachtung verpflichtet. Das Nutzungsentgelt muss zwölf Prozent der Kosten decken, damit das umsatzsteuerlich anerkannt wird“, ließ er wissen.
Seine Gebührenkalkulation sieht beim Sportplatz für den Trainingsbetrieb von Unterkirnacher Vereinen einen Stundensatz von 13 Euro vor. Für Nutzer, die nicht aus dem Dorf kommen, beträgt der Stundensatz 39 Euro. Auch bei öffentlichen Sportveranstaltungen zahlen externe Nutzer das Dreifache des Tagesentgelts in Höhe von 52 Euro, das für Vereine aus Unterkirnach gilt.
Nutzung der Festhalle
Für die Sporthalle liegt der neu kalkulierte Stundensatz für Unterkirnacher Vereine bei 15 Euro, für externe Nutzer beläuft sich dieser auf 30 Euro. Bei der Nutzung der Festhalle setzt sich die Gebühr neben der Grundmiete aus mehreren zusätzlichen Komponenten zusammen. Zu diesen gehören unter anderem die Reinigungskosten.Vereine aus Unterkirnach bezahlen deutlich weniger als externe Nutzer. Letztere müssen laut Pfliegensdörfer für den Veranstaltungstag 1270 Euro berappen, davon 640 Euro für die Grundmiete. Diese liegt für örtliche Vereine bei 180 Euro.
Im Beisein zahlreicher Vereinsvertreter sagten mehrere Gemeinderäte, dass ihnen die zusätzliche Belastung der Vereine nicht leichtfalle. „Wir kommen umsatzsteuerrechtlich nicht darum herum“, verwies Susanne Ciampa auf die Zwangslage. „Die Gebühren liegen am untersten Rahmen“, betonte Pfliegensdörfer. „Die Entgelte sind heftig“, kritisierte Cornelia Ries. Sie warf in den Raum, ob eine Weihnachtsfeier für die Fußballjugend in der Schlossberghalle künftig noch erschwinglich sei. Diese müsse frei sein, forderte Karin Dold mit Blick auf die fallbezogene Anpassungsmöglichkeit der Gebühren durch die Verwaltung.
Über finanzielle Belastung nicht glücklich
Sein Verein könne die Mitgliedsgebühren nur begrenzt anheben, verwies Alexander Stockburger vom FC Alemannia Unterkirnach auf ein Dilemma. Auch Armin Pascal, Vorstand des TTC Unterkirnach, zeigte sich über die finanzielle Belastung nicht glücklich. „In den meisten Gemeinden gibt es bereits Gebühren für die Sporthallennutzung“, ordnete er das neue Nutzungsentgelt ein.
Der Gemeinderat stimmte den Entgeltordnungen mehrheitlich zu. Cornelia Ries enthielt sich bei der Gebührenordnung für die Schlossberghalle und stimmte gegen die Sportplatzgebühren. In diesem Punkt schloss sich Martin Kuberczyk ihrer Ablehnung an. Die Gebühren treten ab Juli in Kraft.