Mehr als 1600 Mitglieder haben die Horber Tennisvereine. Doch ausgerechnet in dieser Tennis-Hochburg fällt bald die Horber Tennishalle weg. Jetzt suchen die Vereine nach Lösungen.
Eigentlich sollte ursprünglich nur über die Tennis-Stadtmeisterschaften gesprochen werden – über Rückblick und Ausblick. Doch an diesem Abend trieb viele Vertreter der Horber Tennisvereine vor allem eine Frage um: Wie geht es im kommenden Winter weiter, wenn die Horber Tennishalle nicht mehr zur Verfügung steht, weil sie zu einer Padel-Anlage umgebaut wird? Wie brennend diese Frage ist, zeigte die große Beteiligung.
„Die Betreiberin hatte versprochen, dass sie uns rechtzeitig informiert, falls es nicht weitergehen würde“, berichtete Beate Hößler, Jugendwartin des TC Nordstetten. Janet Rosenberger, Vorstandsmitglied des TC Bildechingen, und Frercks Hartwig, Leiter der Tennisschule TMS und Vereinsmanager des TC Dettingen, bestätigten diese Aussage.
Den Vorwurf, dass die Vereine nicht rechtzeitig auf Maria Köninger, Betreiberin der Tennishalle, zugekommen seien, könne man nicht nachvollziehen, war aus den Reihen der Vereinsvertreter zu hören. „Ich glaube, wir hätten auch so keine Chance gehabt“, lautete deshalb ein Fazit.
Das ist die Ausgangslage Wie kann es nun weitergehen? Klar ist: Vor allem das Tennistraining von hunderten Kindern und Jugendlichen steht auf dem Spiel. Eine kurze Erfassung vor Ort ergab, dass rund 60 Trainingsstunden der Vereine TC Dettingen, TC Horb, TC Bildechingen, TC Nordstetten, TA SSV Dettensee, TA FC Grünmettstetten und TC Eutingen sowie möglicherweise weiterer Vereine untergebracht werden müssten. Und auch viele Erwachsene haben die Horber Tennishalle genutzt.
Horb als Tennis-Mekka Tennis im Abwärtstrend? Das hatte der künftige Horber Padelhallen-Betreiber Sebastian Krawczyk zusammen mit Maria Köninger in einem Pressegespräch in den Raum gestellt. Ein Urteil, dem Frercks Hartwig und die Tennisfamilie deutlich widersprachen. Hartwig hatte im Vorfeld der Versammlung bei Sportkreis-Präsident Alfred Schweizer die Mitgliederzahlen angefragt.
„Seit Jahren gibt es ein Wachstum“
„Die Vereine in Horb haben über 1600 Mitglieder“, so der Tennislehrer. Die aktuelle Jahreszuwachsrate liege bei 1,35 Prozent. „Damit liegen wir in Horb voll im Bundestrend. Seit Jahren gibt es wieder ein Wachstum. Tennis boomt.“ Dettingens Sportwart Jan Schneider machte den Stellenwert des Tennissports in Horb und den umliegenden Gemeinden deutlich: „Wir sind hier ein Tennis-Mekka. Es gibt wohl kaum eine Region in Baden-Württemberg, die so viele Tennisspieler im Verhältnis zur Einwohnerzahl hat.“
Gedankenspiele in den Vereinen Schnell wurde klar: Einige Vereine haben sich bereits Gedanken gemacht, ob sich ein Konzept umsetzen lassen könnte. Das Zauberwort lautet: Traglufthalle. Allerdings ist die Investition erheblich, auch die laufenden Betriebskosten müssen berücksichtigt werden. Nach ersten Informationen könnte sich der Betrieb jedoch durchaus rechnen.
Eine Einzellösung würde allerdings wohl nicht alle Vereine zufriedenstellen. Deshalb waren sich die Vereinsvertreter einig, eine gemeinsame, gesamtstädtische Lösung zu prüfen und ins Gespräch zu bringen.
Vereine sondieren eine gemeinsame Lösung „Wir sollten alle an einen Tisch bringen: Vereine, Stadt, Sportkreis, WTB und WLSB“, schlug Sebastian Maier vom TC Talheim vor. Auch wenn man von der Stadt nicht erwarten könne, dass sie eine Tennishalle für die Vereine baut, sei eine Unterstützung des Anliegens wünschenswert.
Fördergelder sind abrufbar
„Es würde uns schon helfen, wenn die Stadt den Vereinen ein Grundstück im Erbpachtverhältnis zur Verfügung stellen kann“, formulierte Hartwig. Fördergelder seien abrufbar, um die Kosten einer Halle deutlich zu reduzieren.
Kann erst mal eine Übergangslösung helfen? Als Übergangslösung wurde außerdem ins Gespräch gebracht, eine leerstehende Firmenhalle kurzfristig zu einer provisorischen Tennishalle umzurüsten. „So etwas gibt es in Böbingen“, berichtete Markus Hellstern von der Tennisabteilung des SSV Dettensee. „Doch so eine Halle muss man erst einmal finden“, ergänzte Hartwig. Auch diese Idee wollen die Vereine nun prüfen.
Vertreter aus mehreren Vereinen erklärten sich bereit, in einem Arbeitskreis an möglichen Lösungen zu arbeiten. Denn ein Winter ohne Training kommt für die Vereine nicht infrage. „Sonst ist die Gefahr groß, dass wir Kinder und Jugendliche für den Tennissport verlieren.“