Pfarrer Andreas Borchardt (von links) kam gerne zum VCP-Treffen nach Schwenningen und freute sich auf ein Wiedersehen mit langjährigen Pfadfindern wie Martin Stroh, Fabian Henschke, Martin Haarbeck, Marc Götz, Daniel Wellhäuser, Stefanie Regge und Stammesleiter Marius Müller. Foto: Jochen Schwillo

Am Wochenende blickten die Mitglieder der Ortsgruppe Schwenningen des Verbandes der Christlichen Pfadfinder und ihre Gäste am Hüttle auf das 20-jährige Bestehen zurück.

Der Verband Christlicher Pfadfinder (VCP) ist mit mehr als 600 Stämmen der größte Pfadfinderverband in Deutschland. Seit 2004 gibt es auch innerhalb der Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde Schwenningen eine Ortsgruppe.

 

Am Wochenende blickten die „Pfadis“ auf ihr 20-jähriges Bestehen zurück. Dass es überhaupt zur Gründung eines VCP-Stammes Schwenningen kam, lag am Engagement des früheren Jugendpfarrers Andreas Borchardt. Ohne ihn hätte es den VCP in Schwenningen nicht gegeben, stellte Marc Götz fest. Das Werk von Borchardt trugen mittlerweile viele Personen weiter und steckten ebenso viel Herzblut hinein wie er, so der Vorsitzende des VCP-Fördervereins, der Andreas Borchardt überraschend zum Ehrenmitglied des Fördervereins ernannte.

Borchardt ist Ehrenmitglied

Der ehemalige Schwenninger Jugendpfarrer Borchardt erinnerte sich, dass die Idee zur Gründung eines Pfadfinderstamms auch im Gespräch mit anderen entstanden sei, die dazu beigetragen haben und sich Gedanken machten, was noch im Bereich der Jugendarbeit möglich wäre, um Jungen und Mädchen etwas Praktisches bieten zu können.

Dankbar blickte Andreas Borchardt zu den Pfadfindern nach Villingen, die in erster Zeit noch die „Entwicklungshelfer“ für die Schwenninger Pfadfinder waren. „Wir hätten die ersten Jahre nicht überlebt, wenn nicht hilfreiche Hände unsere erste Gruppe unterstützt hätten“, so Pfarrer Borchardt.

Klaus Gölz als geschäftsführender Pfarrer stellte fest, dass sich die Kirchengemeinde Schwenningen glücklich preisen könne angesichts dieser Jugendarbeit. Da wäre die Evangelische Junge Gemeinde Schwenningen (EJGS), der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) und eben der VCP-Stamm Schwenningen. „Alle drei unterstützen mit ihren charakteristischen Schwerpunkten und Methoden, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene dabei, ihren Pfad zu einem eigenverantwortlichen Leben zu finden“, so Klaus Gölz. Trotz ihrer Unterschiede arbeiten und wirken die drei Einrichtungen gut zusammen, unterstrich Gölz.

Ein besonderes Jubiläum

Matti Jauch von der EJGS zeigte sich sehr dankbar über den Bereich in der Kinder- und Jugendarbeit, den die Pfadfinder selbstständig und eigenverantwortlich führen. Die CVJM-Vorsitzende Sarah Fuchsloch, betonte, dass 20 Jahre ein ganz besonderes Jubiläum darstellten. „Die Pfadfinder sind eine Gemeinschaft, die sich trägt durch ihre Taten, sich gegenseitig unterstützt und füreinander ist.“ Jeder, der ein Teil dieser Gruppe war oder ist, habe auf seine Weise dazu beigetragen, dass man zusammen feiern könne, so die CVJM-Vorsitzende.

Seit 2013 kommt der VCP im Heldenhain beim Hüttle regelmäßig zusammen. Weitere Aktivitäten in er Zusammenarbeit sind das gemeinsame Apfelfest, die Waldweihnacht und das gemeinsame Laubrechen, stellte Sarah Fuchsloch fest.

Dieter Brandes als ehemaliger CVJM-Vorsitzender erinnerte an den Beginn, als die Pfadfinder aufs Hüttlegelände kamen. Als einstiger Präsident des Lionsclub Schwenningen sagte Brandes, dass man den VCP gerne beim Vorhaben für das Projekt „Blockhütte“ unterstützt habe. „Wir warten auf das nächste Gespräch mit euch“, machte Brandes Mut, dass die Pfadfinder sich ruhig noch einmal melden dürften, wenn es um die weitere Finanzierung für die Blockhütte geht. Dieter Brandes erinnerte auch daran, dass es beim CVJM früher schon einmal einen VCP in Schwenningen gab, der 1912 gegründet wurde und bis zur Zeit des Nationalsozialmus aktiv war. Die Schwenninger Pfadfinder waren damals bei konspirativen Treffs dabei, bis die Verbände aufgelöst wurden.

Treffen mit Freunden

Auf dem Vereinsgelände des CVJM am Hüttle trafen sich die Schwenninger Pfadfinder mit Angehörigen und Freunden von anderen Pfadfindergruppen, um gemeinsam dieses Jubiläum feiern zu können. Es waren verschiedene kleinere Zelte aufgestellt, die Jurten genannt werden, sowie eine große Gemeinschaftsjurte, in der am Samstag die Festivitäten des Schwenninger Stamms stattgefunden haben.

Es wurden Workshops und Schnitzeljagden angeboten. In verschiedenen Sippen treffen sich regelmäßig rund 30 Pfadfinderinnnen und Pfadfinder, zeigte Stammesleiter Marius Müller das Engagement der Schwenninger auf. Besonders bedankte er sich bei den Eltern, dass diese dem VCP ihr Vertrauen schenken, ihre Kinder regelmäßig in dessen Hände zu geben. „Als ich 2010 zu den Pfadis kam, dachte ich, dass die nicht so cool wären und nur Cookies verkaufen“, erinnerte sich Müller. Diese Einstellung hat sich grundlegend geändert.

Möglichkeiten schaffen

Seit drei Jahren ist er nun Leiter des Stammes und freut sich über ein wertvolles Team an Mitarbeitern. Für ihn macht die Arbeit in Schwenningen aus: Möglichkeiten zu schaffen, Freundschaften zu schließen, Verantwortung zu übernehmen, die Natur in ihrer Schönheit zu erleben und sich als Mensch weiterzuentwickeln. Der Pfadfinderklassiker „Flinke Hände, flinke Füße“ war am Samstagmorgen die richtige Einstimmung zum Jubiläumsgottesdienst der unter dem Motto „20 Jahre voller Abenteuer“ stand und vom Jugendpfarrer Simon Ziegerer und einigen Pfadfindern gehalten wurde. In diesen Jahren habe man viele Freunde kennengelernt und Erfahrungen gesammelt, stellte Ziegerer fest.