Der FC Suebia Charlottenhöhe feiert ein besonderes Jubiläum. Dabei war die Entwicklung des Vereins alles andere geradlinig.
23 Gründungsmitglieder hoben am 15. April 2011 in einer Rottweiler Pizzeria einen Fußballverein aus der Taufe. Keiner wusste damals genau, wohin die Reise gehen würde. 15 Jahre später ist der FC Suebia Charlottenhöhe weit mehr als ein Fußballclub, er ist ein Stück Rottweil.
„Der Weg war alles andere als geradlinig“, schreibt der Verein anlässlich seines Jubiläums. Aus der Kreisliga C kämpfte sich der FCC Saison für Saison nach oben, scheiterte dreimal knapp am Aufstieg in die Bezirksliga und schaffte ihn 2024 schließlich mit einer beeindruckenden Saison: 25 Siege, 144 Tore, der beste Sturm der Liga. Verdient, wie jene sagten, die dabei waren.
Ein Titelbild sagt alles
Doch wer den Verein nur an Ergebnissen misst, verstehe ihn nicht. Das Jahrbuch 2023 zeige dies besser als jedes Pokalfoto: Das Titelbild entstand am Abend einer Relegationsniederlage, die Mannschaft vereint, erschöpft, aber zusammen. Fabio Wagner (Erster Vorsitzender) schickte es mit einer kurzen Nachricht an die Redaktion der Jahrbücher Max Wohlleber (Kreativkopf des Clubs seit 2011) und Felix Weber (Zweiter Vorsitzender): „Titelbild 2023.” Mehr brauchte es nicht.
Genau das sei der FC Suebia Charlottenhöhe: Ein Verein, dessen Fundament Freundschaft ist. Nicht als Floskel, sondern als gelebte Realität. Was als Kickrunde unter Nachbarn begann, sei heute eine Gemeinschaft, die füreinander einstehe. In guten wie in schlechten Momenten, auf dem Platz und weit darüber hinaus, schreibt der Verein.
Abseits des Rasens habe der FCC in 15 Jahren ein Programm aufgebaut, das seinesgleichen suche. Die Schnick-Schnack-Schnuck Stadtmeisterschaft – in diesem Jahr zum zehnten Mal – sei längst Rottweiler Kulturgut. Dazu kommen Fasnetsbälle, „Partykatzen hoch die Tatzen“, Wandertage, Kneipentouren und Stadtfeste. Und das Fasnetstraining in Hausen, das seit den Anfangsjahren Tradition hat: bei jedem Wetter und vollkostümiert, mit Schorle to go. Suebia sei schon immer mehr als 90 Minuten gewesen.
Verantwortung übernommen
Der Verein denke dabei auch über sich selbst hinaus. Mit den vom DFB geförderten Aktionen „1:0 für ein Willkommen” und „2:0 für ein Willkommen” setzte der FCC in bewegten Zeiten ein klares Zeichen für Offenheit und Zusammenhalt. Mit „Jugend trainiert für Suebia” und dem Joshua-Kimmich-Junior-Cup – einem internationalen Jugendturnier, gestemmt von über 60 Ehrenamtlichen – habe der Verein gezeigt, dass ihm die nächste Generation am Herzen liege. Konsequenterweise wurde 2025 mit den Suebinis die erste Bambini- und F-Jugend-Mannschaft gegründet. „Beim ersten Schnuppertraining standen über 50 Kinder auf dem Platz“, so die Sueben.
Auch die Vereinsstruktur ist über die Jahre gewachsen. 2016 kam die Seconde (2. Mannschaft) dazu. Eine Saison gab es sogar eine dritte Mannschaft. Die „Alte Herren“ holte 2025 mit dem Bezirkspokalsieg einen der emotionalsten Titel der Vereinsgeschichte. Das Trainingslager in Antalya, lange ein Traum, wurde Wirklichkeit. Und das Buch von Andreas Engisch – „Eine Reise gegen alle (Un)wahrscheinlichkeiten” hielt zum zehnjährigen Jubiläum fest, was Worte kaum fassen können.
Viele Auszeichnungen
Was dieser Verein in 15 Jahren geleistet hat, wurde auch nach außen anerkannt. Marco Uttenweiler erhielt die DFB-Fair-Play-Auszeichnung, Jonas Baumgartner wurde in den Club 100 des DFB aufgenommen, Felix Victor Weber mit dem DFB-Ehrenamtspreis geehrt. Fabio Wagner erhielt die WFV-Bronzenadel, den DFB-Ehrenamtspreis und die Auszeichnung „Gesicht für das Ehrenamt” der Bürgerstiftung – ebenso Michael Kammerer die WFV-Bronzenadel.
Der Verein belegte beim Vereinsehrenamtspreis den zweiten Platz, unter anderen wegen dessen niedergeschriebenen Vereinsphilosophie.