Wenn in Rottweil die Haushaltsberatungen starten, wird es für die Vereine spannend: Wie stehen die Chancen für die Zuschussanträge?
10 000 Euro für den MUM-Verein falls beim Ferienzauber ein Defizit anfallen sollte? 5000 Euro für den Rugby-Club als Fahrtkostenzuschuss für die Kindermannschaften zu auswärtigen Spielen? Das sind für die Rottweiler Stadträte die alten Bekannten unter den Vereinsanträgen, und beide Vereine könnten sich in der Vergangenheit jeweils über positive Bescheide aus dem Gremium freuen.
Wenn sich der Gemeinderat am Mittwochabend, 15. Januar, aus der Winterpause zurück meldet und in die Beratung des Haushaltsplan-Entwurfs einsteigt, liegen unter anderem die Wünsche der Vereine auf dem Tisch. Zu MUM-Verein und Rugby-Club kommen dieses Jahr der Turnverein, die Narrhalla, der Verein Rollbrett Rottweil und die Arbeiterwohlfahrt. Nicht für alle Zuschussanträge stehen die Chancen gut.
Turnverein Arg gebeutelt vom Hochwasser im Juni ist der Turnverein (TV). Am Gelände in der Au und den Gebäuden hat das Unwetter Schäden in Höhe von fast 150 000 Euro hinterlassen. Eine Elementarversicherung greift mit 10 000 Euro bei den Schäden am Gebäude, die Elektroinstallationen könnte der Verein aus den Rücklagen richten lassen – doch für den Rest setzt der Verein auf die finanzielle Hilfe der Stadt.
Indes: Die Verwaltung schlägt vor, die Kosten von bis zu 137 000 Euro nicht zu übernehmen. Das Gelände sei permanent hochwassergefährdet, das Training und der Wettkampfsport sollten laut Sitzungsvorlage deshalb auf andere städtische Sportanlagen und Hallen verlegt werden – auch wenn Hobbysportler nicht berücksichtigt würden.
Narrhalla Einen Zuschuss von jährlich 4560 Euro hätte die Narrhalla gerne, um Räume in der Neutorstraße für Ausschusssitzungen und die Sammlung von Materialien und Archivalien anmieten zu können.
Bei allem Verständnis für die Absicht des Vereins schlägt die Stadtverwaltung mit Blick auf die angespannte Haushaltslage vor, den Antrag abzulehnen.
Rollbrett Der Skatepark, vor mittlerweile fünf Jahren eingeweiht, soll erweitert werden, denn die Zahl der Nutzer steigt. Während für die Vergrößerung Förderanträge an den WLSB, Leader sowie den deutschen Roll- und Inlineverband gestellt werden sollen, schlägt die Verwaltung den Stadträten vor, dem Antrag des Vereins zu folgen und die Nachbarfläche mit rund 1000 Quadratmetern unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Wie der Skatepark selbst bliebe die zusätzliche Fläche dabei im Eigentum der Stadt.
Arbeiterwohlfahrt Zur Erweiterung und Sanierung der Spittelmühle mit einem Investitionsvolumen von 1,85 Millionen Euro soll Rottweil bis zu 185 000 Euro zuschießen. Auch diesen Antrag empfiehlt die Verwaltung mit Blick auf die finanzielle Situation abzulehnen, mit der Begründung, dass sich die Stadt bereits durch die Kreisumlage wegen eines Zuschusses des Landkreises beteiligt sei. Ein gesonderter städtischer Zuschuss sei daher „auch vom Grundsatz her schwierig“.