Hauptamtsleiterin Ilona Störner-Meier, die zur dritten Vereinssitzung eingeladen hatte, zeigte sich sichtlich erfreut über den großen Zuspruch. Was wurde alles besprochen?
Mit 32 vertretenen Vereinen von insgesamt 64 ansässigen Organisationen war exakt die Hälfte der Bad Herrenalber Vereinswelt präsent.
Synergien Nach der obligatorischen Protokollbesprechung und der Aktualisierung der Vereinsliste stand das Credo des Abends schnell fest: Synergien bilden. Die Vereine forderten eine stärkere „Willkommenskultur“ für Neubürger – und das nicht nur durch eine Informationsbroschüre, die als Übersicht alle Vereine der Stadt auflistet und am Counter der Touristik abgeholt werden kann.
Absage erteilt
Während sich die Ehrenamtlichen eine zusätzliche digitale Austauschplattform wünschten, erteilte die Stadtverwaltung dem Gedanken an eine Facebook-Gruppe eine Absage und bezeichnete dies als potenziellen Datenmüll, da bereits ausreichend interne Kommunikationsgruppen in den Vereinen existierten.
Der Fokus solle stattdessen auf dem offiziellen städtischen Kalender und dem akribisch geführten Veranstaltungsplan der Touristik liegen, der künftig durch Instagram-Stories ergänzt werden wird.
Arbeitskreis Ein zentraler Reibungspunkt der Sitzung war die geplante Bildung eines Arbeitskreises, der nun im Jahr 2026 Themen für das nächste Jahr sammeln soll. Gemeinderatsmitglied Susanne Speck kritisierte diesen Ansatz als zu schwerfällig: „Das ist vertane Zeit. Wenn man sich nur einmal im Jahr trifft, kann bereits im Vorfeld abgefragt werden, was jeden Verein bewegt. Warum müssen wir nun wieder ein Jahr warten, anstatt direkt ein öffentliches Vortragen und eine Abstimmung zu gestalten?“
Schweizer Wiese Bei der Planung von gemeinsamen Festen prallten Visionen auf logistische Fakten. Ein Vereinsfest, wie es einst auf der Schweizer Wiese stattfand, wurde von der Touristik abgelehnt. Denise Wossmann bezog hierzu seitens des Veranstaltungsmanagements klar Stellung: „Die Schweizer Wiese verfügt nicht über eine Infrastruktur wie die Fläche rund um das Kurhaus. Ein Tag der Vereine lässt sich wesentlich günstiger im Zentrum veranstalten, da am Kurhaus gleichzeitig Bühne und Toiletten zur Verfügung stehen.“ Als Beispiel nannte sie den erfolgreichen Umzug des Adventsmarktes 2025 von der Klosterstraße hin zum Kurhaus und betonte, dass 2026 erstmals nicht nur das Foyer des Kurhauses, sondern auch der Saal als Ausstellungsraum für Kunsthandwerker genutzt werden soll.
Förderung Als Brückenschlag für ein gemeinsames Auftreten seitens der Vereine bot Tourismus-Chef Jens Walter dazu für jede Organisation eine überaus vergünstigte Standmiete für eine Hütte an den beiden Adventsmarkt-Wochenenden für 2026 an. Zudem wurde seitens der Stadtverwaltung zugesichert, dass trotz gestrichener Investitionszuschüsse die jährliche Förderung von 150 Euro pro Verein auf Antrag weiterhin ausgezahlt wird.
Stadtmobil Jugendreferentin Virginia Klumpp nutzte die Veranstaltung, um für das Stadtmobil zu werben. „Im Januar ist unser Neunsitzer-Bus ein Jahr alt geworden und steht allen Vereinen für ihre Jugendarbeit zur Verfügung.“
Der Kleinbus dient als kostengünstige Alternative, um die Distanzen zur nächsten Stadt zu überbrücken. Zur Finanzierung der laufenden Kosten setzt die Jugendreferentin auf eine Kooperation mit den Vereinen: Diese können sich durch Werbelogos auf dem Bus beteiligen und so den Unterhalt des Fahrzeugs sichern. Parallel dazu laufen die Planungen für das Ferienprogramm Sommer 2026. Während bereits vier Wochen mit Aktionen, darunter eine Auftaktveranstaltung mit den „Fuchshexen“ im Kurhaus, feststehen, ist es Klumpps erklärtes Ziel, die vollen sechs Wochen abzudecken. Hierfür sucht sie noch aktiv nach Mitwirkenden aus der Vereinswelt, die sich am ersten Ferientag beim offenen Angebot oder in den Folgewochen einbringen möchten.
Neue Qualität
Positives Resümee Zum Ende der zweistündigen Sitzung zog die Hauptamtsleiterin ein positives Resümee und betonte die neue Qualität des Dialogs. Ihr persönliches Gefühl sei diesmal „besser als letztes Jahr“, was sie vor allem auf die hohe Präsenz und die breite Mischung der Teilnehmer zurückführte. Es waren nicht nur mehr Vereine vor Ort, sondern laut Störner-Meier „unterschiedliche Vereine aus allen Sparten und Einrichtungen“, was sich unmittelbar in der Qualität der Gespräche widerspiegelte. Besonders hob sie hervor, dass die Versammlung nicht nur dem Austausch diente, sondern handfeste Resultate lieferte: „Es gab eben Ergebnisse“, so Störner-Meier. Ein zentrales Ergebnis war die Bildung einer neuen Arbeitsgruppe, die der Vereinsversammlung künftig gezielt zuarbeiten soll.