Es ist gut, dass der Streit um die Entschädigung der Akw-Betreiber beigelegt wird. Der Blick richtet sich jetzt nach vorn – in Richtung Energiewende. Ein Kommentar unseres Korrespondenten Thorsten Knuf.
Berlin - In wenigen Tagen jährt sich zum zehnten Mal die Nuklearkatastrophe von Fukushima. Die Vorgänge in Japan ebneten den Weg für den Atomausstieg in Deutschland. Jetzt machen sich Bundesregierung und Stromkonzerne daran, die letzten politischen Altlasten dieser Beschlüsse zu beseitigen: Der Staat zahlt den vier Kraftwerksbetreibern EnBW, Eon, RWE und Vattenfall insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro. Im Gegenzug ziehen die Unternehmen sämtliche Klagen zurück.
Es mag Zufall sein, dass die Einigung kurz vor dem Fukushima-Jahrestag kommt. Unabhängig davon ist das ein guter Zeitpunkt, um Rechtsfrieden herzustellen und nach vorn zu blicken. Der Staat hat das Gefühl, bei dem Deal recht günstig wegzukommen. Die Unternehmen wiederum haben Besseres zu tun, als die Kämpfe fortzusetzen.
Die letzten Meiler sollen bis Ende 2022 vom Netz gehen. Danach beginnt die lange, kostspielige Phase des Rückbaus. Alle Stromkonzerne haben sich inzwischen der Energiewende verschrieben. Es gibt hierzulande aber immer noch Leute, die von einer Renaissance der Atomkraft träumen. Das jedoch ist eine Illusion: Ein heimisches Unternehmen, dass bereit wäre, noch einmal in diese Technologie zu investieren, ist nicht in Sicht.
thorsten.knuf@stzn.de