Die Führungsriege des Meßstetter Vereins bei der Hauptversammlung. Foto: Stadt Messstetten/Volker Bitzer

Der Verein zur Förderung der Altenhilfe blickt in seiner Hauptversammlung auf das Vorjahr zurück. Vereinschef Harald Eppler holt sich ein Stimmungsbild zum Thema Bürgerstiftung ein.

Arbeitsintensiv, erfahrungsreich, wertschätzend – das ist auf den Punkt gebracht die Bilanz von Harald Eppler nach seinem ersten Jahr als Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Altenhilfe Meßstetten. Mit dem bewährten Team, so ergaben die Neuwahlen bei der Hauptversammlung, geht er deshalb optimistisch in die Zukunft.​

 

Es gibt wenig Vereine, die sich ein soziales und zugleich derart hehres Ziel auf die Fahnen geschrieben haben, wie der Verein zur Förderung der Altenhilfe Meßstetten: Engagement für den Nächsten und älteren Menschen gemeinschaftliche Freizeitangebote und Aktivitäten bieten. Dass dies für den gegenwärtig 202 Mitglieder starken Verein keine Worthülsen sind, sondern gelebter Alltag ist, zeigte die Rechenschaftslegung. Dank der vielen Vereinsteams können die Senioren, so sie denn wollen, auf vielfältige Weise am öffentlichen Leben teilnehmen.

Ein Jahr an der Spitze

Von dieser Wertigkeit konnte sich auch Harald Eppler in vielen Gesprächen, Terminen und Treffen überzeugen. Seit 2025 steht er an der Spitze des Vereins und nach seinem ersten Jahr primärer Verantwortung bilanziert er: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass im Verein insgesamt und in den einzelnen Teams eine sehr gute Grundstimmung herrscht, die in vielen Aktionen und Ideen zum Ausdruck kommt.“

Ausführlich zeigte die Kassenwartin Renate Eppler die solide Finanzlage mit beachtlichen Vermögenswerten auf. Die Kasse und sämtliche Bewegungen hatten Marlies Sauter und Gottlob Kiesinger geprüft; der Revisor attestierte eine tadellose Führung.

Jetzt waren die Berichte der verschiedenen Teams an der Reihe. Sabine Müller berichtete über das „Backhäusle“; an zwölf Backtagen kamen 52 Teilnehmer, hier gebe es noch Kapazitäten, mehr Brot zu backen. Lore Ast informierte über den „Besuchskreis“, dessen Mitstreiter regelmäßig sehr alte, kranke und auch demente Menschen im Pflegeheim besuchen. Kugelwerfen unter freiem Himmel ist zwar etwas für die wärmeren Monate, aber auch im Winter trifft sich das „Bouleteam“ mit seinen bis zu zehn Teilnehmern, dann halt zum gemütlichen Stammtisch, wie Wilfried König erzählte.

Bürgertreff und Mittagstisch sehr beliebt

Sehr beliebt sind „Bürgertreff und Mittagstisch“, wie Elvira Kleiner aufzeigte. Zu den Nachmittagen mit vielen unterschiedlichen Referaten kamen im zurückliegenden Jahr 421 Personen, im Schnitt 38 pro Treffen. Beim Mittagstisch in der TSV-Stube sind es sogar 44 im Mittel. Neu im Angebot ist seit 2025 der „Dienstagstreff“. Aus dem ehemaligen Bücher-Treff hervorgegangen, erfreuen sich laut Andrea Eppler regelmäßig bis zu zehn Gäste am gemeinsamen Plaudern, Spielen und Lesen.

Hoch im Kurs stehen auch die Computerkurse, die Ralf Greiner bei den „Online-Oldies“ anbietet. Er vermittelte im Vorjahr 228 Teilnehmern viel Wissenswertes. Das Team „Seniorenfeier und Ausflüge“ um Karlo Gerstenecker und Änne Hofmann umfasst 17 Helfer. Liesa Horn leitet die „Seniorenwerkstatt mit Herz“ mit 16 Aktiven. Neun Treffen gab es 2025 im „Sanetta“-Nähsaal. Die „Seniorenwerkstatt mit Hand“ ist mittlerweile auf ein Trio geschrumpft. Dringend sucht Jürgen Wahl deshalb nach Verstärkung. Ging es 2025 um das Thema „Heimat“, so wollen sich die kofferbefreiten Kurzreisenden im September dieses Jahres dem Aspekt „Lieblingsmensch“ widmen, wie Rose Gomeringer-Haas ausführte.

Fragen nach der Zukunft

Mehr als 40 Personen, ein Großteil davon Vereinsmitglieder, waren zur Hauptversammlung gekommen. Womöglich war die Resonanz auch deshalb so überwältigend, weil ein spannendes Thema auf der Tagesordnung vermerkt war: Zukunft der Stiftung Altenhilfe Meßstetten. Soll diese in der erst im März vom Meßstetter Gemeinderat ins Leben gerufenen „Bürgerstiftung Meßstetten“ aufgehen?

Das Stadtparlament fasste seinen Beschluss gezielt so, dass auch im Nachgang die Tür für die „Stiftung Altenhilfe“ offensteht. Allerdings gibt sich der Verein zur Förderung der Altenhilfe Meßstetten eher zurückhaltend, was diesem Schritt anbelangt. Bewusst wollte der Vorsitzende Eppler, zugleich auch Vorsitzender des Stiftungsrats, ein Meinungsbild von der Hauptversammlung bekommen. Er und Kassiererin Renate Eppler (Vize) sind kraft Amtes im Stiftungsrat, hinzu kommen aktuell die Beisitzer Änne Hoffmann, Roland Gomeringer und Werner Pichorner. Dieses Quintett entscheidet letztlich darüber, ob die „Stiftung Altenhilfe“ in der neuen „Bürgerstiftung Meßstetten“ als sogenannte Zustiftung aufgeht.

Unabhängig davon appellierte Eppler, dass die „Stiftung Altenhilfe“ jedoch wieder spürbar aktiver werden müsse, um in der Öffentlichkeit überhaupt wahrgenommen zu werden. Zum Jahresende 2025 verfügte die „Stiftung Altenhilfe“ über ein Kapital von etwas über 125.000 Euro, ausgeschüttet wurden in den vergangenen drei Jahren knapp 9000 Euro an Erträgen im Rahmen der Weihnachtsaktion. Seit ihrem Bestehen 2010 summieren sich die Ausschüttungen auf 17.075 Euro.