Der FC Göttelfingen wird 100 Jahre alt. Aus dem reinen Fußballverein entwickelte sich Schritt für Schritt ein moderner Mehrspartenverein. Ein Blick in die Historie.
Nach dem Blick auf die ersten Jahrzehnte der Vereinsgeschichte – von der Gründung gegen Widerstände über die sportlichen Erfolge bis hin zum Bau des neuen Sportplatzes – richtet sich der Fokus nun auf die Zeit ab 1977.
Es ist die Phase, in der sich der FC Göttelfingen vom klassischen Fußballverein Schritt für Schritt zu einem modernen Mehrspartenverein entwickelte und damit die Weichen für die Zukunft stellte.
Die Halle als Zukunftsprojekt Ein gewaltiger Schritt in die Zukunft des Vereins war der Bau der Sport- und Tennishalle, die neben dem neuen Sportplatz im Jahre 1977 in Angriff genommen wurde. Hauptinitiator dieser Maßnahme waren der damalige erste Vorsitzende des Vereins Adolf Katz und sein Nachfolger Alois Flaig. „Vor allem Flaig war es zu verdanken, dass man die Halle so groß baute, dass man darin auch Tennis spielen konnte“, erinnert sich das heutige Vorstandstrio beim Pressegespräch.
1979 wurde die Tennisabteilung gegründet
Mit der Halle bekam der Verein auch die Möglichkeit, weitere Sportarten mit in sein Portfolio aufzunehmen. Die erste neue Sparte war 1979 die Gründung der Tennisabteilung, die im darauffolgenden Jahr zwei Sandplätze neben die Halle baute. Eine Anlage, die mit viel Eigenleistung im Laufe der Jahre ausgebaut wurde. Bereits ab dem Jahre 1981 beteiligten sich die Damen-, Herren- und Jugendmannschaften am Spielbetrieb des Tennisbezirks 7. Hier sind vor allem die Damen 30 hervorzuheben, die einige Jahre erfolgreich in der Oberligastaffel gespielt haben.
Breitere Basis durch neue Angebote Als weiteres sportliches Angebot des Vereins wurde 1984 eine Gymnastikgruppe gegründet, die über 20 Jahre lang von Sitta Hüttenhofer geleitet wurde.
1986 feierte der Verein sein 60-jähriges Bestehen mit der Ausrichtung des Gäupokalturniers, und im sportlichen Bereich konnte nach über zehn Jahren endlich wieder ein größerer Erfolg verbucht werden: unter Trainer Nikolaus Breuling wurde die Mannschaft 1988/89 zur Freude aller Fans nach einer tollen Saison Meister der Kreisliga B Staffel 4 und schaffte den Aufstieg in die Kreisliga A. Ein Höhenflug, der aber nur ein Jahr hielt. Nach einem Jahr stand der Abstieg aus dem Oberhaus fest.
Die Sportanlagen, der Parkplatz, die Beleuchtungs- und Beregnungsanlage wurden in den Jahren kontinuierlich ausgebaut und modernisiert.
Erfolgsjahre im neuen Jahrtausend Die erfolgreichsten Jahre des FC Göttelfingen sollten im 21. Jahrhundert beginnen. Im Jahr 2000 hat der FC mit der Showtanzgruppe „United“ eine neue Sparte in den Verein aufgenommen, die 2006 mit dem eigens inszenierten Musical „Cheers“ einen ersten unvergesslichen Höhepunkt setzte, bevor sie sich 2010 spektakulär mit ihrem Show-Tanz „Jackpot“ von der Bühne verabschiedete.
Dies in einer Halle, die inzwischen mit erheblicher Eigenleistung von mehr als 5000 Stunden sowie einem finanziellen Kraftakt innerhalb eines Jahres komplett umgebaut und saniert wurde. Die heutige „Korntalhalle“ samt dem neuen Sportheim konnte im September 2009 im Rahmen eines Festaktes ihrer Bestimmung übergeben werden.
Ausbau im Bereich Breitensport
Der FC ist seit dem Jahr 2003 auch dabei, im Bereich Breitensport noch zusätzliche Übungseinheiten zu den Gymnastikstunden anzubieten. Im Mai wurde in Zusammenarbeit mit der Übungsleiterin Conny Raible erstmals ein Aerobic- und Bodystyling-Kurs in der Halle angeboten, der seither auch über die Ortsgrenzen hinaus sehr beliebt ist. Trendsportarten vom Nordic Walking (die Göttelfinger Stockschlepper) bis Zumba wurden im Breitensportsektor immer wieder angeboten. Aktuell treffen sich die Männer beim Flexi-Men und die Frauen beim „Body Shape“.
Seit 2010 gibt es in Göttelfingen auch Kinderturnen für Ein- bis Sechsjährige. Unter Leitung von Tanja Kieferle tummeln sich in Göttelfingen wöchentlich bis zu 150 Kinder aus allen möglichen Nachbargemeinden. Eine Tanzgruppe für 12- bis 15-Jährige sowie eine Tanzgruppe für 7- bis 10-Jährige, die es seit Herbst 2015 gibt, runden aktuell das Angebot im Kinderturnen ab. Schach wird seit 2022 im Zuge eines Jahresturniers ebenfalls angeboten. Aktuell denken die Verantwortlichen über eine Ballschule für Kinder zwischen vier und sechs Jahre nach.
Zusammenhalt als Erfolgsrezept Aus einem reinen Fußballverein entwickelte sich so im Laufe der zurückliegenden 100 Jahre ein moderner Mehrspartenverein, der eine unheimliche breite Palette an Sportarten für jede Altersgruppe anbietet.
Nach dem Erfolgsrezept für diese Entwicklung gefragt, hatten die heutigen Vorstände Dietmar Neff, Benjamin Schweizer und Daniel Graf sowie die Schriftführerin Diana Wally eine einfache Erklärung parat. „Das Dorf hält zusammen. Man kann sich aufeinander verlassen und wir alle sehen den FC als große Familie, die durch die Freude am Sport und das Ehrenamt verbunden ist.“
Über 60 Ehrenamtliche sind derzeit im FC mit viel Enthusiasmus mit dabei. Ein Engagement, das bereits 1979 vom damaligen Ministerpräsident Lothar Späth gewürdigt und in den Jahren 2017 und 2018 sogar mit dem Ehrenamtspreis des Württembergische Fußballverbands (wfv) belohnt wurde. „Dies ist insbesondere Joachim Gölz für seine herausragende Arbeit im Bambini-Bereich zu verdanken“, erinnert sich der Vorstand.
„Einen großen Pluspunkt kann der FC auch in Bezug auf die Integration von Neubürgern verzeichnen“, betonte Diana Wally, die abschließend festhielt, dass man über alle Generationen hinweg immer den Blick in die Zukunft des Vereins gerichtet habe, nie stehengeblieben ist und sich immer weiterentwickelt habe.
Mit so viel Rückenwind kann man getrost ins Jubiläumsjahr starten.