Der aktuelle Vorstand des FC Göttelfingen freut sich auf das Jubiläumsjahr (von links): Benjamin Schweizer, Daniel Graf, Dietmar Neff und Diana Wally. Foto: Peter Morlok

Der FC Göttelfingen darf in diesem Jahr auf 100 Jahre grün-weiße Tradition zurückblicken. Wir blicken auf die erste Hälfte der Vereinshistorie.

Bevor in diesem Jubiläumsjahr jedoch gefeiert wird, lohnt sich der Blick zurück auf die Anfänge. Denn im Gründungsjahr des FC sah es erst gar nicht so gut aus für die Neugründung eines Vereins. Ein Blick in die Vereinschronik verdeutlicht dies.

 

Widerstand und Mut zur Gründung „Die Jonge sollet schaffa ond net uff am Feld romballa“, so die Einstellung der damaligen Dorfbevölkerung, die für so neumodisches Glomb, bei dem man „au no d‘ Schuh he macht“ kein Verständnis hatten.

Trotz des enormen Widerstands älterer Dorfbewohner beschlossen einige junge Bauernburschen wenige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg in Göttelfingen einen Faustball-Club zu gründen. Das war die Geburtsstunde des FC, der heute ein modern aufgestellter Mehrsparten-Verein mit mehr als 300 Mitglieder ist. Vom Faustball, den man auf abgeernteten Wiesen spielte, war der Schritt zum Fußball, der in den 1920er-Jahren den Weg aus den großen Städten hinaus aufs Land fand, nicht weit.

Vom Faustball zum Fußball 1924 wurden die ersten Freundschaftsspiele ausgetragen und im Frühjahr 1926 hatte sich der Fußballsport in Göttelfingen endgültig durchgesetzt, denn er fand im damaligen Dekan Max Kopf einen großen Förderer, der auch die Skeptiker in der Bevölkerung davon überzeugte, dass Sport guttut.

Die grün-weiße Tradition hängt im Sportheim. Foto: Peter Morlok

Der Dekan gründete damals den Jungmännerverein, hat dabei die gesamte sporttreibende Jugend um sich geschart und die Abteilung Fußball mit dem Namen „Deutsche Jugend Kraft“ (DJK) zu einem festen Bestandteil gemacht. Kopf konnte später auch den Gemeinderat, der zuerst den Bau eines Sportplatzes ablehnte, überzeugen. Bereits im Spieljahr 1930/31 konnten die Spiele auf dem neuen Sportplatz am Göttelfinger Waldrand angekündigt werden.

Die Erfolgsstory FC-Göttelfingen war von da an nicht mehr aufzuhalten und fand im Jahre 1932 mit der Erringung der Gaumeisterschaft ihren ersten, wohl erkämpften Höhepunkt. „Der siegreichen Mannschaft wurde von Seiten der Bevölkerung ein festlicher Empfang bereitet“, ist der Chronik zu entnehmen.

Zwangspause durch das NS-Regime und Neubeginn nach dem Krieg Doch mit der Machtübernahme Hitlers 1933 wurden bald auch alle christlichen Vereine, darunter auch der DJK, verboten, und an ein geordnetes Vereinsleben war erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges wieder zu denken.

Im Jahre 1946 bildeten aus dem Krieg heimkehrende Aktive mit Jugendlichen wieder eine Mannschaft, die mit dem SV Vollmaringen zu einer Spielgemeinschaft verschmolz.

Diese Spielgemeinschaft war während ihres Bestehens bis zum Jahr 1950 sehr erfolgreich und schaffte in der Saison 1947/48 bereits den Aufstieg in die damalige Bezirksklasse. Im Frühjahr 1951 wurde eine Hauptversammlung einberufen, bei der man beschloss, wieder eine eigene Mannschaft zu stellen, um am Spielbetrieb teilnehmen zu können.

Bei dieser Versammlung wurde eine erste Mannschaft aufgestellt und dem Verein der Name „Fußball Club“ (FC) gegeben. Schließlich trat die Elf noch im selben Jahr mit den beschlossenen Vereinsfarben grün und weiß zu den ersten Punktspielen an.

Sportliche Erfolge und feste Vereinsstrukturen Im Spieljahr 1956/57 gewann sie den Kreismeistertitel der C-Klasse und wurde Bezirkspokalsieger. Emil Raible und Paul Klink aus der damaligen Meistermannschaft können heute noch als Zeitzeugen von diesem Erfolg berichten. Auch, dass die Mannschaft in den Folgejahren immer unter den ersten Fünf der Tabelle zu finden war.

Die erste Meistermannschaft nach dem Zweiten Weltkrieg Foto: FC Göttelfingen

Ein Meilenstein: der neue Sportplatz Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte war der Bau des neuen Sportplatzes am östlichen Ortsrand. Im Juli 1973 begann man mit dem Bau, in den mehr als 700 Stunden Eigenleistung flossen, und die offizielle Einweihung des Sportgeländes konnte im Rahmen des 50-jährigen Vereinsjubiläums im Juni 1976 gefeiert werden.