Ein Archivbild vom Dezember 2019. Es zeigt Mitglieder des Furtwanger Vereins "Öko-Mobil" mit Sharing-Fahrzeugen. Von links: : Roland Thurner, Felix Duffner und Ulrich Mescheder. Foto: Verein Foto: Schwarzwälder Bote

Verkehr: Verein Ökomobil Furtwangen bietet Angebot seit 25 Jahren / Gewinnung weiterer Nutzer geplant

Der Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf die Auslastung der gemeinsam genutzten Fahrzeuge des Carsharings.

Furtwangen. Wie der Verein Ökomobil Furtwangen, der vor Ort seit mehr 25 Jahren Carsharing betreibt, mitteilt, wurde auch das Mobilitäts-Angebot hart getroffen. Die Reduzierung des Verkehrs wirkte sich sofort auf die Buchungszahlen der beiden Fahrzeuge aus, teilte der Verein mit. Da die Fahrzeuge in Furtwangen oft von Familien als Ersatz für den Zweitwagen genutzt werden, fielen in Pandemiezeiten überproportional viele Fahrten weg.

Das wirkte sich dann sofort auch auf die wirtschaftliche Situation der Fahrzeuge aus. Der Verein kalkuliert mit einem pandemiebedingten Defizit von mehreren Tausend Euro, so wird in einer Pressemeldung mitgeteilt.

Rettungsschirm des Landes

Hilfe kam jetzt vom Land Baden-Württemberg. Bereits zu Beginn der Pandemie im Vorjahr wurde vom Verkehrsministerium ein "CarSharing-Rettungsschirm" aufgelegt. Ziel war es insbesondere die gemeinsame Autonutzung in ländlichen Regionen, außerhalb der Ballungsräume durch die Krise zu bringen und Standorte zu erhalten.

Landesweit wurden hierfür mehr als drei Millionen Euro bereit gestellt. Der furtwanger Verein Ökomobil teilt mit in diesen Tagen einen    Betrag von  3600 Euro als erste Teilzahlung erhalten zu haben. Das Geld diene zum einen dazu die Verluste auszugleichen und andererseits dazu ein Budget für verstärkte Marketingmaßnahmen zu haben. Mit der Gewinnung weiterer Nutzer könne die Auslastung der Fahrzeuge verbessert werden. Damit wäre der Erhalt der Standorte gesichert.

Wie der Verein informiert ersetze ein Teilauto erfahrungsgemäß 10 bis 20 Privatfahrzeuge. Da ein Großteil der Umweltbelastung schon bei der Produktion der Fahrzeuge anfällt trage Carsharing so zur Ressourcenschonung bei. Für die Teilnehmenden schone das Carsharing im Vergleich zu einem selbst angeschafften Fahrzeug bei geringer Nutzung auch den Geldbeutel, heißt es weiter.

Standorte in Furtwangen

In Furtwangen sind Leihfahrzeuge an zwei Standorten verfügbar. In der Innenstadt ist bei der evangelischen Kirche ein Fahrzeug stationiert, ein weiteres findet sich am "Kussenhof" auf dem Parkplatz im Bereich "Zur Langeck". Gebucht werden können die Autos rund um die Uhr über das Internet oder telefonisch über eine Buchungszentrale.

Niedrige Grundkosten

Für dieses Angebot kooperiert der Verein mit dem "Stadtmobil CarSharing Südbaden". Über Quernutzungsvereinbarungen können auch Fahrzeuge in ganz Deutschland von den Mitgliedern genutzt werden, heißt es.

Die Grundkosten beim Car-sharing seien überdies gering. Bereits für einen Jahresbeitrag in Höhe von 48 Euro bekommen die Mitglieder eine Zugangsberechtigung und einen Tresorschlüssel der den Zugang zu den Fahrzeugen ermöglicht. Abgerechnet wird nach der tatsächlichen Nutzung, das heißt nach gefahrenen Kilometern und Zeit. Bei einem Satz von 28 Cent je Kilometer (ab dem 101. Kilometer sind es 20 Cent) sind die Kraftstoffkosten bereits enthalten. Tankvorgänge werden per Tankkarte vom Verein bezahlt. Dazu kommt in der Zeit von 7 bis 22 Uhr eine Stundengebühr von 90 Cent. Bei einer jährlichen Fahrleistung von weniger als 10 000 Kilometern sei Carsharing somit günstiger als ein selbst angeschafftes Automobil, heißt es.

Die Festlegung der Tarife sowie die Wahl der Fahrzeuge und deren Standorte legen die Vereinsmitglieder gemeinsam fest. "Diese basisdemokratische Komponente unterscheidet den Verein Ökomobil Furtwangen von kommerziellen Anbietern und sorgt dafür, dass das örtliche Angebot zu den Bedürfnissen der Mitglieder passt", so betont der Verein abschließend.

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