Viel Interessantes aus der St. Georgener und Buchenberger Geschichte ist im Heimatboten zu lesen. Die Titelseite der aktuellen Ausgabe ziert das Foto eines von der St. Georgener Trachtennäherin Regina Stockburger geschaffenen Hochzeitszugs. Foto: Helen Moser

60 Seiten, 260 gedruckte Exemplare, acht Artikel – das sind die Daten zum Heimatboten 2024, den der Verein für Heimatgeschichte St. Georgen und der Geschichtsverein Buchenberg nun vorgelegt haben. Die 35. Auflage steckt voller Geschichte und Geschichten.

Nach wem ist der St. Georgener Ulmerweg benannt? Wieso wurde in dem Gebäude in der Innenstadt, in dem heute der Drogeriemarkt Müller untergebracht ist, früher unterrichtet, gegessen und getrunken? Und welche St. Georgener Unternehmensgründer kamen aus dem Stockwald in die Bergstadt, um hier Unternehmen von Weltruf aufzubauen?

 

All diese und noch viele weitere Fragen beantwortet der neue Heimatbote des St. Georgener Vereins für Heimatgeschichte und des Buchenberger Geschichtsvereins. Das mittlerweile 35. Jahresheft voller Heimatgeschichte bietet einmal mehr ein breites Themenspektrum aus Jahrzehnten und Jahrhunderten.

Die neue Auflage des Heimatboten markiert gleichzeitig den Start einer neuen Artikelserie: Otto Rapp und Erwin Epting widmen sich darin bedeutenden Wirtshäusern in St. Georgen, deren Historie weit in die Vergangenheit und teilweise bis in die 1960er-Jahre reicht. Die Idee sei schon mehrere Jahre alt, sagt Rapp, nun sei die Zeit der Umsetzung gekommen. Und das Material gehe noch lange nicht aus, denn die Ausführungen im Heimatboten 2024 sind nur ein erster Aufschlag zu zwei Gasthäusern von vielen: In der aktuellen Ausgabe geht es um den Adler, der vermutlich lange vor 1795 am Ort des klösterlichen Amtshauses gebaut, später an die Deutsche Post verkauft und im Zuge der Stadtsanierung abgerissen wurde. Darüber hinaus steht der Ochsen im Fokus, der ab 1733 etwa 230 Jahre als Gaststätte betrieben wurde und in dem auch Unterricht der Gewerbeschule stattfand.

Unternehmen von Weltruf

Unter dem Motto „Sie kamen aus dem Stockwald“ stand eine Sonderausstellung, die im vergangenen Jahr im Deutschen Phonomuseum gezeigt wurde. Ein Beitrag von Klaus Kaiser und Siegbert Hils im Heimatboten widmet sich den vier Gründern Christian Steidinger, Josef Steidinger, Tobias Bäuerle und Mathias Bäuerle. Die vier Unternehmensgründer stammen allesamt aus dem Stockwald – mit Dual, PE, MB und TB brachten sie es teils zu Weltbekanntheit.

Karin Kusian (von links), Helmut Kuss, Till Münnich, Klaus Kaiser und Otto Rapp, Christa Ketterer und Luise Lehmann stellen den Heimatboten vor. Foto: Helen Moser

Nicht ganz so berühmt, aber dennoch mit dem Ulmerweg für immer in der Bergstadt verewigt ist Johann Gottlieb Ulmer, der erste Stadtbaumeister von St. Georgen. Zwischen 1885 und 1903 setzte er in der Kommune, die während seiner Zeit in der Verwaltung zur Stadt ernannt wurde, zahlreiche Bauvorhaben um. Seine Spuren sind in St. Georgen bis heute sichtbar – unter anderem verbreitete er die Verwendung von Klinkersteinen, aus denen auch sein eigenes Wohnhaus gefertigt wurde.

Auch der Zufall spielt eine Role

Durch Zufall kam Helmut Kuss zu seinem Beitrag für den Heimatboten 2024 – nämlich über ein Schild mit der Aufschrift „Buchverleih, Buchverkauf Josef Gollenbeck“. Für das Jahrbuch trug er daraufhin Erinnerungen an die Buchhandlung in der Sommerauerstraße zusammen. Ein Unterfangen, das sich nicht gerade einfach gestaltete – Fotos und Schriftstücke zu dem Thema scheinen rar zu sein.

Einmal mehr hat auch der Geschichtsverein Buchenberg Artikel zur dortigen Heimatgeschichte beigesteuert. In diesem zweiten Teil des Jahrbuchs geht es unter anderem um Mönchhof und Mühllehen. Dabei geht es um die wechselvolle Geschichte der beiden Bereiche – und um den Umstand, dass Buchenberg bis 1803 politisch zweigeteilt war, weil ein Teil der damaligen Gemeinde dem Herzogtum Württemberg unterstellt war, während ein anderer Teil vertraglich zum Zisterzienserinnenkloster Rottenmünster gehörte.

Verkaufsstart am Samstag

Das Büchlein, das Till Münnich vom Vorstandsteam des Vereins für Heimatgeschichte zufolge immer wieder ein beliebtes Weihnachtsgeschenk ist, erscheint offiziell am Tag des Weihnachtsmarkts in der Bergstadt, also am Samstag, 7. Dezember. Gekauft werden kann es zum Preis von acht Euro in der Geschichtstruhe, Bärenplatz 13.