Jetzt ist sicher: Der Verein „Alte Schmiede Mambach“ kauft das Gebäude mit Schmiede und Wohnhaus. Und er hat noch viel mehr Pläne.
Mehr Mitglieder, mehr Veranstaltungen, mehr Platz – die Macher des Vereins „Alte Schmiede Mambach“ Christoph Faller und Werner Radfelder sprudeln nur so vor Ideen im Gespräch mit unserer Redaktion. Schon gleich wird klar: Dieses 300 Jahre alte Kulturgut ist alles andere als angestaubt – ihm wird zunehmend Leben eingehaucht durch die engagierten Mitglieder des Vereins. Sie waren es auch, die eine der ältesten Schmieden des Schwarzwalds erhalten wollten, als klar wurde, dass die Eigentümerin diese verkaufen will. Und nun ist es von den Mitgliedern beschlossene Sache: Der Verein wird die Schmiede mit Wohnhaus samt Inventar für 190 000 Euro kaufen.
Kauf noch in diesem Jahr
100 000 Euro hat der Verein bereits durch Spendenaufrufe und Gönner zusammen – das ist die Anzahlung. Die restlichen 90 000 zahlt der Verein als zinsloses Darlehen auf die nächsten fünf Jahre verteilt an Eigentümerin Claudia Staudenmayer, erzählt der zweite Vorsitzende Werner Radfelder: „Diese müssen wir durch Einnahmen generieren.“ Der Kauf soll noch dieses Jahr über die Bühne gehen. Und die Mitglieder lassen sich immer mehr Aktionen einfallen. „Es läuft nicht nur gut, es rennt“, scherzt Vorsitzender Christoph Faller.
„Wir haben uns viel breiter aufgestellt und uns auch an Veranstaltungen präsentiert“, erzählt Christoph Faller, der selbst als Schmied tätig ist. So war die Alte Schmiede Mambach sowohl beim Fest zu 100 Jahre DRK Zell als auch bei der 750-Jahr-Feier der Stadt Zell sowie bei der Regio-Messe in Lörrach vertreten. Bei Letzterer will man auch nächstes Jahr wieder präsent sein, dann im Außenbereich, sagt Faller.
Neue Blickwinkel durch die Jungen
Und auch mehr Mitglieder hat der Verein nun: In den vergangenen eineinhalb Jahren sind 20 Neue hinzugekommen, nun sind sie 110, freut sich Radfelder. Darunter seien auch immer mehr Jüngere, die sich aktiv einbringen und „neue Blickwinkel eröffnen“. „Wir müssen nun auch schauen, dass wir den Verein verjüngen“, sagt der zweite Vorsitzende.
Schmiede wird immer beliebter
In der Öffentlichkeit – vor allem in den sozialen Medien – immer mehr präsent, wächst die Nachfrage nach der Alten Schmiede immer mehr – als Veranstaltungsraum, als Hochzeitslocation, für Schmiede-Workshops und auch für Führungen. „In den vergangenen drei Monaten hatten wir mehr Führungen als im ganzen letzten Jahr“, resümiert Radfelder.
In letzter Zeit hat der Verein die Räumlichkeiten umgestaltet, mehr Platz geschaffen mit gemütlichen Sitzgelegenheiten in uriger Kulisse, quasi wie einem kleinen Café. „So können die Besucher nach der Führung zusammensitzen und darüber sprechen, das wird sehr gerne angenommen“, sagt Radfelder. „Manche wollten gar nicht mehr gehen.“
Wie die Gesellen des Schmieds wohnten
Auch zwei historische Zimmer des angrenzenden Wohnhauses wurden für die Führungen dazugenommen. So erfahren die Besucher, wie damals die Gesellen des Schmiedes gewohnt haben und bekommen interessante neue Einblicke.
In das Wohnhaus selbst ist übrigens die Tochter von Werner Radfelder als Mieterin eingezogen – sie engagiert sich selbst auch für den Verein. Eine Herausforderung sei es allerdings schon, in dem historischen Gebäude ohne Heizung zu wohnen.
Auch die Schmiede als Veranstaltungsraum werde immer mehr genutzt. Für das Catering arbeite der Verein mit hiesigen Gastronomen zusammen. Für nächstes Jahr sei man bereits für Hochzeiten gebucht. Beim Tag des offenen Denkmals stellten Kunsthandwerker aus, was aufgrund der guten Resonanz wiederholt werden soll.
Die Ideen gehen nicht aus
Auch Tagesseminare im Bereich Kunsthandwerk sollen angeboten werden. Zudem führe man Gespräche mit Fotografen, um die Schmiede für Fotokurse oder Shootings zu nutzen. Zum ersten Mal soll es am 7. Dezember einen Weihnachtsmarkt mit Kunsthandwerkern und Ausstellern aus der Region geben. An Silvester will man – wie damals – Kartenspielen um die Neujahrsbrezel. Man merkt: Die Macher sind voller Ideen.
Radfelder sagt: „Wir werden immer mehr Teilbereiche dazunehmen – die Arbeit wird uns über Jahre nicht ausgehen.“