Burga Flaig (von links) gab nach 35 Jahren den Vorsitz der Hirschbrunnengesellschaft an Lore Brantner ab. Kassiererin Sigrid Flaig wurde auch als Funktionärin verabschiedet. Foto: Verein

Die 1830 gegründete und somit älteste Schramberger Bürgervereinigung, die Hirschbrunnengesellschaft, hatte jüngst ihre Hauptversammlung.

Schramberg - Bei der Hirschbrunnengesellschaft ist eine Ära zu Ende gegangen. In der Hauptversammlung gab Burga Flaig jüngst nach 35-jähriger Amtszeit den Vorsitz an Lore Brantner ab. Die neue Chefin der 1830 gegründeten und damit ältesten Bürgervereinigung Schrambergs bringt einiges an Erfahrung für ihr neues Ehrenamt mit.

Auch Sigrid Flaig stellt Amt zur Verfügung

Sie war seit 2008 stellvertretende Vorsitzende und davor 19 Jahre im Ausschuss tätig. Seit 1975 ist sie Mitglied. Auch Kassiererin Sigrid Flaig stellte ihren Posten zur Verfügung und wurde durch Hildegard Klaussner abgelöst. Schriftführerin bleibt Sieglinde Bleier. Zu den wiedergewählten Beisitzerinnen Doris Feger, Doris Plenzig und Lore Mink rückten Sigrid Flaig und Kassenprüferin Edeltraud Maurer ins Gremium. Ausgeschieden sind Grete Schad und Rosel Kopp, die für ihre langjährige Arbeit wie Burga Flaig und Sigrid Flaig ein Geschenk erhielten. Das Quartett bleibt der Gesellschaft als Mitglied treu, die aus 30 Mitgliedern besteht, darunter drei Männer.

190er-Jubiläum verschoben

Wie der Vorstand bedauerte, musste der 190. Geburtstag 2020 wegen der Pandemie abgesagt werden. Dafür soll es eine kleine Nachfeier geben. Geplant ist ein Besuch im Junghans-Terrassenbaumuseum unter der Führung von Werner Bleier mit Sektempfang und Butterbrezeln. Allmählich kehrt auch die Vereinsaktivität wieder zurück. Die monatlichen Stammtische in jeweils wechselnden Lokalitäten wurden wieder gestartet. Im Herbst ist ein Ausflug vorgesehen. Ebenfalls soll die traditionelle Metzelsuppe wieder im Gasthaus Rocklorebäck und eine Adventsfeier in geselliger Runde stattfinden.

Info: Historie

Die Hirschbrunnengesellschaft ist der erste und älteste Schramberger Wasserzweckverband. Um 1800 herrschte bittere Armut in der Stadt, es mangelte sogar am Trinkwasser. Einige Bewohner der unteren Hauptstraße machten sich auf die Suche nach dem kostbaren Nass und wurden auf halber Höhe des Schlossbergs fündig. Mit einer teils offenen und teils unter der Erde verlegten Leitung wurde das Quellwasser zum Gasthaus "Zum Hirschen" in einen Brunnentrog geleitet.

Weil auch Nichtberechtigte Wasser aus dem Brunnen schöpften und die Leitungen immer wieder reparaturbedürftig waren, gründeten 41 Bürger 1830 die Hirschbrunnengesellschaft. 1929 endete die Funktion als Wasserzweckverband, da die Gesellschaft ihren Brunnen der Stadt schenkte. Dabei verpflichtete sich die Stadt, den Brunnen für immer am angestammten Platz stehen zu lassen und zu unterhalten. Aus diesem Grund sprudelt der Brunnen heute noch.