Die Spritkosten sind auch für den Verein Gemeinsam Europa ein großes Problem. Für eine geplante Lkw-Fahrt mit Krankenbetten ins Kriegsgebiet braucht es schnellstmöglich Geldspenden.
Der Monat hatte eigentlich mit einer sehr guten Nachricht für die Lahrer Ukrainehilfe begonnen: Das Ortenau-Klinikum Offenburg hatte eine große Spende angeboten: 34 Krankenbetten und rund 150 Matratzen sollten ausgemustert und gespendet werden. Jedoch: Der Transport kostet rund 3500 Euro, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins Gemeinsam Europa (auch bekannt als Lahr hilft).
Für 1900 Kilometer fallen derzeit 3500 Euro an
„Das ist eine großartige Hilfe für die Menschen in der Ukraine, für die wir sehr dankbar sind“, wird der Vorsitzende Pirmin Styrnol in der Pressemitteilung zitiert.
In den vergangenen Jahren hatte der gemeinnützige Verein bereits mehrfach ähnlich große Lieferungen an ukrainische Krankenhäuser organisiert. Doch die Spritpreis-Krise verändert die Gemengelage massiv und stellt die Ukrainehelfer vor einige Schwierigkeiten. „Wir haben eine Anfrage für genau solche Krankenbetten von einem Krankenhaus aus Winnyzja, das liegt in der Zentralukraine. Von Lahr aus sind das rund 1900 Kilometer – und dann muss man ja auch wieder zurück“, so Styrnol.
Nach Kalkulation des Vereins kostet die Fahrt derzeit rund 3500 Euro, das seien rund 1000 Euro mehr als bisher. Dazu kommt: Mit dem eigenen Fahrzeug kann die Organisation die Betten nicht überstellen. Dem Verein steht nur ein Fiat Ducato mit einer Zuladung von etwas mehr als einer Tonne zur Verfügung. „Für 34 Betten und 150 Matratzen müssten wir also siebenmal hin und her fahren. Das würde Monate dauern und wäre auch finanziell ziemlicher Unsinn“, erklärt Styrnol.
Deshalb hat sich der Verein mit der Freiburger Deutsch-Ukrainischen-Gesellschaft (DUG) und der Karlsruher gGmbH Rosinen-Initiative zusammengetan. Letztere verfügt über ein großes Logistik-Netzwerk mit passenden Lastwägen.
„Zu weiten Teilen besteht unsere Arbeit mittlerweile aus Networking“, so Styrnol. „Gemeinsam können Organisationen wie unsere viel mehr erreichen als allein. Das merken wir auch hier wieder“, so der 36-Jährige weiter. Tatsächlich arbeitet die Lahrer Organisation regelmäßig mit Partnern aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Polen und der Ukraine zusammen.
Verein besteht weiter aus Ehrenamtlichen
Nach wie vor besteht der Verein dabei ausschließlich aus Ehrenamtlichen. So könne jeder gespendete Euro auch wirklich direkt helfen, verspricht Styrnol: „Das ist uns wichtig.“
Um die Krankenbetten-Lieferung nun finanzieren zu können, sind die Ukraine-Helfer aber auf Spenden angewiesen. „Helft uns, zu helfen“, bittet Styrnol deshalb in der Pressemitteilung.
Spenden
Informationen zu den Spendenmöglichkeiten finden Interessierte auf der Homepage des Vereins (gemeinsam-europa.com). Dort gibt’s auch weitere Hintergründe zum Verein und seiner Arbeit.