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Verein für Deutsche Schäferhunde in VS Stadt hält an Kündigung für Hundesportler fest

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Die Mitglieder des Vereins für Deutsche Schäferhunde bangen um die Existenz des Vereins. (Archiv-Foto) Foto: Verein

Dem Verein für Deutsche Schäferhunde in Schwenningen wurde der Pachtvertrag für das Vereinsgelände gekündigt. Während sich der Verein dagegen wehrt, bleibt die Stadt hartnäckig. Weshalb sie keinen Grund sieht, einzulenken, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

VS-Schwenningen - Kurz vor Weihnachten flatterte die außerordentliche Kündigung des Pachtvertrags für das Vereinsgelände im Kugelmoos dem Vorsitzenden des Vereins für Deutsche Schäferhunde, Sascha Lahr, ins Haus. Diese wurde vom Liegenschaftsamt der Stadt Villingen-Schwenningen mit dem Datum 31. Dezember 2020 versehen. Gegen diese kurzfristige Kündigung will sich der Verein wehren und hat mittlerweile sogar eine Online-Petition gegründet.

Grundlage für die Kündigung vonseiten der Stadt sind mehrere Fehlverhalten und Vertragsverstöße, die sich der Verein geleistet hat – und die Sascha Lahr auch eingeräumt hat. Dabei geht es um das nicht genehmigte Aufstellen eines Flutlichtmastens sowie die Ablagerung von Erdaushub, den der Verein zur Ausbesserung des Platzes verwenden wollte. Lahr sieht sich und die Hundesportler für deren Eigeninitiative bestraft, will aber eine gemeinsame Lösung mit der Stadt finden – so schildert er es im Dezember dem Schwarzwälder Boten.

Fristen immer verlängert

Auf Anfrage schildert die Stadtverwaltung nun ihren Standpunkt und begründet die Entscheidung. Dazu beleuchtet Madlen Falke, Pressesprecherin der Stadt, die Hintergründe im Detail: "Der Prozess beschäftigt die Stadt mit ihren Fachämtern bereits seit 2018 und hat sich vor allem durch die mangelnde Kooperationsbereitschaft und Unzuverlässigkeit des Pächters entsprechend zugespitzt. Trotz vieler Gespräche und klarer Aufforderungen, zuletzt betreffend der Kündigung, wurde vonseiten des Pächters nicht in der Form und mit der Nutzung aller Möglichkeiten reagiert, um die Kündigung abzuwenden", schildert Falke. Und weiter: "Wir als Eigentümer der Fläche haben bereits mehr als genügend Geduld aufgebracht und dem Pächter somit einen sehr großen zeitlichen Spielraum eingeräumt, um Missstände zu beseitigen. Eine Kündigung eines langjährigen Pachtverhältnisses ist absolut unüblich und ganz und gar nicht im Interesse der Stadt."

Während Sascha Lahr im Gespräch mit unserer Zeitung nach Weihnachten erklärte, nahezu alle Missstände – bis auf den Erdaushub – beseitigt zu haben, schildert die Stadt den Verlauf bis zur Kündigung so: "Die Stadt VS als Grundstücksverpächterin hat schon 2018 den Standort des Mastens moniert (der ohne Genehmigung aufgestellt wurde) und seither die Frist für den Abbau mehrfach verlängert und immer wieder verschoben. Bis Juli 2020 (damals hatte der Schwarzwälder Bote erstmals berichtet) war kein Abbau erfolgt." Zu diesem Zeitpunkt sei dem Verein eine erneute, allerletzte Fristsetzung gegeben worden. Auch zur Entfernung des Erdaushubs.

"Am 17. Juli 2020 teilte der Verein uns mit, dass er zeitnah den Masten entfernen und einen Antrag zur Verwendung des Erdaushubs stellen würde." Mitte November habe die Stadt Villingen-Schwenningen festgestellt, dass der Mast sowie der Erdaushub immer noch vorhanden waren. "Nachdem der Verein den Forderungen der Stadt Villingen-Schwenningen nun zwei Jahre – nach mehrmaligen Erinnerungen und Fristverlängerungen – nicht nachgekommen ist, wurde die Abmahnung am 20. November 2020, und als auch diese nicht fruchtete, die Kündigung ausgesprochen."

Die außerordentliche Kündigung zum Jahresende 2020 ist laut Falke rechtens. Somit muss der Verein gemäß dem Pachtvertrag die Pachtfläche vollkommen geräumt an den Verpächter zurückgeben, schildert Madlen Falke.

Keine Genehmigung

Sascha Lahr und die Vereinsmitglieder gestehen ihre Fehler, wie beispielsweise die baulichen Veränderungen ohne städtische Genehmigung, ein. Dennoch begründet Lahr das zeitverzögerte Handeln damit, dass er um eine gemeinsame Lösung bemüht war, ohne erstmal alles rückgängig zu machen. Zu dieser, so der Vorwurf des Vorsitzenden, sei es mangels Gesprächsbereitschaft vonseiten der Stadt nicht gekommen.

Dem widerspricht Madlen Falke vehement: "Herr Lahr hat lediglich am 23. Dezember 2020 ein Telefonat mit dem Liegenschaftsamt geführt. Ansonsten hat er bis zum 30. Dezember, dem Erscheinungsdatum des Presseartikels, keinen Kontakt zu uns aufgenommen. Um ein Gespräch bat er erst am 1. Januar." Falke beteuert, dass die Stadt seit 2018 das Gespräch zum Verein suchte – ohne Erfolg. Daraus zieht die Stadt nun die Konsequenzen und stellt klar: "Ein Gespräch wie Herr Lahr es jetzt wünscht, ist seitens der Stadt nicht mehr erforderlich, da es bei der Kündigung verbleibt."

Ende des vergangenen Jahres hatte Sascha Lahr betont, dass das Thema Erdaushub aufgrund eines laufenden Genehmigungsverfahrens nicht abschließend geklärt sei. Doch auch hier hat die Stadt neue Erkenntnisse. So teilt Falke auf Anfrage mit: "Das Liegenschaftsamt wurde im Dezember 2020 im Rahmen der Baugenehmigung angehört. Dem Argument von Herrn Lahr, mit dem Erdaushub (Erde mit Steinen, Bauresten vermischt) den Boden auszugleichen, kann nicht gefolgt werden. Vonseiten des Liegenschaftsamtes besteht keine Notwendigkeit, die qualitativ gute Erde auf dem Pachtgelände mit dem gelagerten Bauschutt zu vermischen. Durch den geplanten Einbau des Aushubs erfolgt ein Eingriff in den Naturhaushalt. Da es sich hierbei um keine Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit oder der landwirtschaftlichen Bewirtschaftbarkeit handelt und sich das Gelände zudem auf einem schützenswerten Niedermoorboden liegt, ist der Antrag abschlägig zu bescheiden." Hinzu kommt: "Da das Pachtverhältnis gekündigt ist, kann der Antrag wegen mangelndem Sachbescheidungsinteresse abgelehnt werden."

Dass der Fall des Vereins für Deutsche Schäferhunde ein Novum in Villingen-Schwenningen ist, führt die Pressesprecherin ebenfalls auf: "Bislang musste noch keinem Verein außerordentlich gekündigt werden. Sofern sich Probleme/Schwierigkeiten/Fragen mit dem Pächter während eines Pachtverhältnisses ergeben, wird immer im gegenseitigen Einvernehmen eine Lösung mit den Pächtern gesucht." Dies sei, wie bereits angeführt, auch in diesem Fall so gewesen.

Interesse am Gelände

Es scheint also so, als seien die Bemühungen des Vereins, die Situation noch zu retten, vergeblich. Dass die Online-Petition, die seit dem Wochenende unter dem Titel "Gemeinsam gegen die Kündigung des SV OG Schwenningen" geschaltet ist, noch etwas bringt, scheint auf Grundlage der eindeutigen Position der Stadtverwaltung VS recht unwahrscheinlich.

Spekulationen, die Stadt habe für das Gelände andere Pläne, dementiert Madlen Falke: "Derzeit gibt es keine Pläne, das Gelände anderweitig vonseiten der Stadt zu nutzen." Allerdings hätten sich nach dem Bericht im Schwarzwälder Boten Interessenten für das Gelände gemeldet. Hier komme, so Falke, aber nur eine Verpachtung in Frage. Ein Verkauf sei für die Stadt kein Thema.

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