Oberbürgermeister Klaus Konzelmann dekoriert Bettina Zundel mit der Landesehrennadel.Fotos: Kistner Foto: Schwarzwälder Bote

Freunde Kunstmuseum: Bettina Zundel gibt nach 17 Jahren den Vorsitz ab und erhält die Landesehrennadel

17 Jahre lang ist Bettina Zundel an der Spitze des Vereins Freunde Kunstmuseum Albstadt – er hieß zu Beginn noch anders – gestanden; am Donnerstagabend hat sie den Vorsitz abgegeben. Und für ihren Einsatz eine Anerkennung der besonderen Art erhalten.

17 Jahre lang ist Bettina Zundel an der Spitze des Vereins Freunde Kunstmuseum Albstadt – er hieß zu Beginn noch anders – gestanden; am Donnerstagabend hat sie den Vorsitz abgegeben. Und für ihren Einsatz eine Anerkennung der besonderen Art erhalten.

Albstadt-Ebingen. In der Theorie hat niemand, der je mit der Landesehrennadel ausgezeichnet wird, vorher gewusst, dass er sie bekommen sollte – auch Bettina Zundel war offiziell ahnungslos, und dass ihr inoffiziell ein Mäuschen etwas zugeflüstert haben könnte, dafür gibt es keinen Anhaltspunkt. Benjamin Wurm, ihr Nachfolger als Fördervereinsvorsitzender, deutete in seiner einleitenden Laudatio lediglich an, dass es kaum möglich sein werde, Zeit und Arbeit, die Zundel in den Förderverein investiert habe, angemessen zu vergüten – man könne sich da nur nach Kräften bemühen. Als Ergebnis der Mühe präsentierte er anschließend eine gerahmte Grafik von Brigitte Wagner, einer Künstlerin, die Bettina Zundel gut kennt und besonders schätzt, und damit hatte er das Richtige getroffen – das Bild wird sicherlich einen prominenten Platz an einer der Wände in Bettina Zundels Wohnung erhalten.

Was konnte der Oberbürgermeister da noch bieten? Klaus Konzelmann würdigte Bettina Zundels Wirken als Reiseleiterin auf zahlreichen Exkursionen, als Gastgeberin glanzvoller Neujahrsempfänge, als Vertreterin einer Institution, welcher das Kunstmuseum und die Stadt nicht nur zahlreiche Grafiken, sondern neuerdings auch eine stadt­bild­prägende Skulptur, Jürgen Bachs "Entwicklung", verdankten, und als Unterstützerin von Bildung und Pädagogik – der "Junge Kunstraum" lege beredtes Zeugnis davon ab. Dann fiel der Name von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, und nun war klar, was anstand: Wenige Minuten später zierte die Landesehrennadel Bettina Zundels Etuikleid.

Von Barcelona und Bilbao bis St. Petersburg

Danach war es an ihr, den Dank zurückzuerstatten: an die Mitglieder, den Vorstand, an Museumsleitung und -mitarbeiter, die Stadt und noch viele andere. Zundel erinnerte an die Anfänge, an die Sorge, die sie seinerzeit umtrieb, ob es ihr als junger Frau gelingen würde, die betagteren Mitglieder hinter sich zu bringen. Es gelang, und zwar im Wortsinne: auf Reisen, die bis nach Bilbao, Helsinki und Petersburg führten, bei Führungen durch Museen in Barcelona, die "hälinge" im Rücken eifersüchtiger einheimischer Wächter stattfanden und Bettina Zundel einmal einen kurzen Gewahrsam im Büro des Kustoden einbrachten, bei Busfahrten durch Essen, auf denen sie die kulturgeschichtliche Führung abgeben und dafür handfeste Lotsenarbeit übernehmen musste, weil der Busfahrer nicht mit dem Navi umgehen konnte.

Doch auch die Jugend war ihr wichtig – siehe Junger Kunstraum, aber auch das Ringen um Logo und neuen Namen – "er durfte nicht zu lang sein; man weiß nie wie das ausgeht" – , um Corporate Design und Corporate Identity. Diese Zukunft ist nun Sache von Benjamin Wurm, der das Logo durchs Leitbild ergänzen will. Bettina Zundel wird ihn dabei gewiss unterstützen. Denn: "Einer allein kann’s nicht richten – und soll’s auch gar nicht."

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