Die Gesang- und Sportvereinigung Mietersheim beging am Wochenende ihr 130-jähriges Bestehen und das 100-Jährige der Handballabteilung.
Endlich war es soweit, die Aufregung bei der Vorbereitung der vorangegangenen Tage war verflogen, als Willi Ugi, das Urgestein der GSV Mietersheim, zum Start des Festbanketts am Freitagabend hinter das Rednerpult trat. „Wie ich Ihren erstaunten Augen entnehmen kann, haben Sie meine Tochter Tanja erwartet. Gesundheitsbedingt gab es eine kleine Änderung, doch ich habe diese Aufgabe gerne von ihr übernommen“, erklärte der Ehrenvorsitzende im voll besetzten Bürgersaal.
Willi Ugi, der mit der GSV Mietersheim groß geworden ist, führte in den Abend ein, begrüßte die Honoratioren und GSV-Mitglieder. „Dass wir heute feiern dürfen, verdanken wir den zahlreichen Ehrenamtlichen, Funktionären, Trainern, Betreuern, Sportler und Sportlerinnen, Freunden des Sports sowie den vielen helfenden Händen, die in den vergangenen 130 Jahren den Verein geführt, gestaltet und unterstützt haben“, betonte Ugi, ehe er an Bürgermeister Guido Schöneboom für die Festrede übergab.
Guido Schöneboom hält die Festrede
„Mir ist eine Herkulesaufgabe zuteil geworden. Keiner von uns war 1895 bei der Gründung dabei. Von den Ersten kennen Ihre Eltern und Großeltern vielleicht noch die eine oder andere Geschichte, ansonsten kann man sich nur mit den Festschriften vergangener Jubiläen oder den Ortskundigen von Mietersheim, Dinglingen und Lahr behelfen. Meine Aufgabe der letzten Wochen war alles andere als ein Heimspiel.“
Doch Schöneboom spannte gekonnt den Bogen von der Historie zur Gegenwart. Es war spannend und mitunter erheiternd, was er aus 130 Jahren Vereinsleben zu erzählen hatte. So manchem altgedienten GSV-Mitglied, vor allem Willi Ugi, traten teils die Tränen in die Augen – einerseits vor Belustigung, andererseits aus Respekt vor der Leistung der Altvorderen. Schöneboom verstand es etwa, die besondere Leistung von Alfred Baum für die Handballabteilung, aber auch für den gesamten Stadtteil Mietersheim mit einem „Schnäpschen“ zu honorieren. Die Reaktion waren Standing Ovations des Publikums.
Auch Ortsvorsteherin Diana Frei, selbst Vorstandsmitglied bei der GSV, traf bei ihrer Rede den richtigen Ton und sorgte in ihrem Blick auf die Vereinsgeschichte bewusst für so manchen Lacher. Als Vertreter der Vereinsgemeinschaft überbrachte Roland Pfaff die besten Wünsche zum Jubiläum. Gerhard Kempf vertrat sowohl den Badischen Sportbund als auch den Südbadischen Handballverband (SHV). Er gratulierte in einer kurzen Ansprache der GSV für ihr 130-Jähriges, bezog sich aber im Wesentlichen auf das 100-jährige Bestehen der Handballabteilung.
In diesem Rahmen zeichnete er Hansjörg Koller mit der goldenen Ehrennadel des SHV für dessen Verdienste um den Handballsport aus. Die Vereinsvorsitzende Tanja Ugi erhielt den Ehrenbrief des SHV – und drei Handbälle – für 100 Jahre Handballabteilung. Darüber hinaus überreichte Kempf im Namen des Badischen Sportbunds Tanja Ugi den Badischen Greif in Gold.
Musikalisch umrahmt wurde das Festbankett von Stefania Buduru und Elia Balsamo von der Städtischen Musikschule, außerdem überzeugten einige Vereinsmitglieder zum Abschluss des Festbanketts mit dem GSV-Lied. Insgesamt war es ein harmonischer Abend – und ein gelungener Start ins Jubiläumswochenende.
Am Samstag verlagerte sich das Geschehen in die altwürdige GSV-Halle, vor fast 100 Jahren von GSV-Mitgliedern erbaut – dort wurde das 100-Jährige der Handballabteilung gefeiert. In geselliger Runde vertieften sich die Besucher in so manche Anekdote.
Der Familientag am Sonntag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst. Danach ließen die Besucher es sich bei Brezeln und Weißwurst im Bürgerhaus gut gehen. Das dazugehörige Frühschoppenkonzert gab eine Abordnung der Harmonie Dinglingen. Aufgrund der unbeständigen Wetterlage wurde die Kinderbelustigung kurzfristig in das Bürgerhaus verlagert.
„Es waren wunderbare Tage“, resümierte Tanja Ugi im Gespräch mit unserer Redaktion. „Das Festbankett am Freitagabend hat uns alle sehr beeindruckt“.