Auf das vergangene Jahr wurde mit Freude, Stolz und einem großen Schuss literarischer Begeisterung zurückgeblickt.
Die Hauptversammlung des Vereins am Mittwoch in der „Blume“ war ein lebendiger Ausdruck dessen, was den Leselenz seit Jahren ausmacht: Engagement, Weitblick und eine starke Gemeinschaft.
„Ein Förderverein wie der unsere ist ein bisschen anders als ein ‚normaler’ Verein“, erklärte Vorsitzende Ulrike Tippmann. „Wir treffen uns nicht regelmäßig zum Kaffee – wir arbeiten schlicht und ergreifend daran, Gelder für den Leselenz zu generieren und dieses Festival weiter zu tragen.“ Denn getragen wird es von vielen: der Stadt Hausach mit Bürgermeister Wolfgang Hermann, der Neumayer-Stiftung mit Ina Seeger, dem Kurator José F. A. Oliver – „es braucht eben mehrere Säulen, um so ein Dach zu halten“, so Tippmann.
Dank großzügiger Förderungen können sämtliche Kinder- und Jugendveranstaltungen kostenlos angeboten werden und selbst für die regulären Lesungen wird lediglich ein Eintrittspreis von zehn Euro verlangt. „Das Konzept bewährt sich“, so Tippmann, „nicht nur in der Programmvielfalt, sondern auch im Rücklauf über Buchverkäufe, aus denen ein beachtlicher Teil wieder gespendet wird.“
Kassiererin Ulrika Wöhrle berichtete über eine positive Mitgliederentwicklung (152 Mitglieder, drei mehr als vergangenes Jahr) und eine solide Haushaltslage. „Das Budget war in diesem Jahr eine Punktlandung.“ Wöhrle dankte für die stetigen und zuverlässigen Spenden, die essenziell für die Planungen seien.
Nach den Vorstandswahlen ist der Verein weiterhin bewährt aufgestellt: Justizministerin des Landes Baden-Württemberg, Marion Gentges, wurde zur stellvertretenden Vorsitzenden wiedergewählt. Ulrike Tippmann bleibt Vorsitzende, Ulrika Wöhrle Kassiererin, Elisabeth Zürn Schriftführerin. Als Beisitzer wurden Dirk Neumayer, Ulrike Wörner und José Oliver bestätigt. Kassenprüfung übernimmt weiterhin Florian Fuchs. Die Genehmigung des Haushaltsvoranschlags in Höhe eines mittleren fünfstelligen Betrages erfolgte ebenso einstimmig.
José Oliver gab einen Ausblick auf das kommende Programm: Es steht keine Gastnation, sondern eine Gastsprache im Zentrum – Niederländisch. „Das ist in Deutschland einmalig und setzt wichtige Akzente in der Literaturszene“, erklärte er. Neu ist auch das Format Leselenz unterwegs, mit dem das Festival in andere Städte und Einrichtungen getragen wird. Ein Höhepunkt bleibt der Samstag der Lyrik – „viele kommen nur an diesem Tag“.
Auch die Theater-AG des Hausacher Robert-GerwigGymnasiums erstmals Teil des Programms sein. Ebenso Studierende der Universität Tübingen. Man dürfe sich auf renommierte Autoren wie Marjolijn van Heemstra, Lies Van Gasse, Maud Vanhauwaert und Thomas Möhlmann freuen. Auch Raoul de Jong und Radna Fabias sowie Musiker Jan Klug kommen aus den Niederlanden sowie Belgien. Neben José Oliver sind dieses Jahr Christoph Wenzel und Stefan Wieczorek Kuratoren des Programms der Gastsprache.
Die Kontinuität im Verein zahlt sich aus: Seit 28 Jahren prägt die literarische Arbeit in Kindergärten und Schulen Generationen. „Nach dem Leselenz ist vor dem Leselenz“, sagte Unterstützerin Victoria Agüera Oliver de Stahl. Sie ist mit Anna Agüera federführend für das Angebot „Kinderleicht und Lesejung“ verantwortlich.
In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Hermann die Bedeutung des Leselenz für die Stadt Hausach: „Ein Großteil des Geldes bleibt in der Stadt – sei es in der Gastronomie, Hotellerie oder im Handel.“
Ulrike Tippmann brachte es auf den Punkt: „Unterstützung kommt von überall – aber nicht von ungefähr.“ Es brauche Engagement, Netzwerk und Herzblut – auf regionaler wie europäischer Ebene. Der Leselenz sei ein Gemeinschaftswerk, das sich stetig weiterentwickelt. Genau das bleibt die Mission des Fördervereins: Literatur entdecken, fördern und teilen – für alle.
Leselenz 25
Der 28. Hausacher Leselenz findet vom 17. bis 23. Juli und vom 7. bis 9. November statt.