Beim Benefizessen des Vereins F.A.S.S Togo servierten die Vorsitzende Monique Tschöpe (Vierte von links) und Mitglieder vielfältige togolesische Spesen. Foto: Regine Ounas-Kräusel

Der Verein F.A.S.S. Togo ermöglicht Waisenkindern in dem westafrikanischen Land den Schulbesuch, dafür hat er zum afrikanischen Benefizessen in Weil am Rhein eingeladen.

Verführerisch duftete es am Sonntagmittag im katholischen Gemeindehaus Haltingen. Die Vorsitzende Monique Tschöpe und eine Hand voll Vereinsmitglieder hatten vielfältige togolesische Speisen gekocht: Knusprige Hähnchenkeule mit Reis, Couscous, frittierten Süßkartoffeln und Kochbananen, weniger süß als hier bekannte Bananen schmeckten. Dazu Erdnuss-Soße, eine leuchtend rote, würzige Gemüsesoße und zwei Desserts.

 

Seit Samstag habe die Gruppe ab 14 Uhr gemeinsam in der Küche gestanden, erzählte die Vorsitzende. Nach dem Sonntagsgottesdienst füllte sich der Gemeindesaal schnell, neugierig probierten die Menschen die Speisen. Veranstalter waren neben F.A.S.S. Togo die katholische Pfarrei Haltingen und die evangelischen Gemeinde Binzen.

Verein wurde im Jahr 2011 gegründet

Monique Tschöpe stammt aus der togolesischen Stadt Vogan, wo sie auch ihren heutigen Ehemann Clemens Tschöpe kennen lernte. Seit 2004 lebt die Familie mit ihren beiden Töchtern in Rümmingen. Im Jahr 2011 gründete Monique Tschöpe den Verein F.A.S.S. Togo, um Waisenkindern in ihrer afrikanischen Heimat den Schulbesucht zu ermöglichen.

Aids, Malaria und Tuberkulose sind verbreitet

In Togo gibt es viele Halb- oder Vollwaisen, weil Krankheiten wie Aids, Malaria und Tuberkulose weit verbreitet sind. Die Gefahr durch Aids sei lange nicht ernst genommen worden, erklärte Monique Tschöpe. Viele Menschen könnten keine Malaria-Medikamente bezahlen oder diese stünden nicht zur Verfügung.

Verein ermöglicht 425 Waisen den Schulbesuch

F.A.S.S Togo ermöglicht aktuell 425 Waisen den Schulbesuch von Klasse eins bis zum Universitätsstudium. Monique und Clemens Tschöpe reisen jedes Jahr, begleitet von weiteren Vereinsmitgliedern, auf eigene Kosten nach Togo.

In Monique Tschöpes Heimatregion, der Präfektur Vo, gehen sie in die Dörfer und suchen besonders arme Waisenkinder aus. Geprüft wird dabei zum Beispiel, ob ein Waisenkind noch von Verwandten unterstützt wird. Für die ausgesuchten Kinder kauft Monique Tschöpe auf dem örtlichen Markt Bücher, Hefte, Stifte, Schuhe und Tasche.

Ausbildungen werden vom Verein unterstützt

Junge Leute, die mit Unterstützung von F.A.S.S. Togo eine Schneiderlehre machen, nähen die Schuluniformen. Das Schulgeld wird direkt an die Schule bezahlt – in Togo ist nur die Grundschule kostenlos. Im Kontakt mit der Schuldirektion wird überprüft, ob die Kinder regelmäßig am Unterricht teilnehmen und was sie leisten.

Zehn der geförderten jungen Leute haben mittlerweile sogar ein Universitätsabschluss und arbeiten zum Beispiel als Lehrer, wie Monique Tschöpe erzählte. Außerdem ermöglicht der Verein jungen Leuten eine Ausbildung als Schneider, Mechaniker, Friseur, Glaser oder im Sanitärhandwerk.

Aktuell wird für eine Solarstromanlage gesammelt

Der Verein unterstützt auch Schulen in den Dörfern, etwa beim Einbau von Toiletten oder Brunnen. Aktuell sammeln Monique Tschöpe und ihre Mitstreiter Geld, um für eine Schule eine Solarstromanlage und Beleuchtung der Klassenräume zu finanzieren.

F.A.S.S. Togo gibt für seine Arbeit jährlich rund 20.000 Euro aus. Einnahmen erzielt der Verein durch die Jahresbeiträge von 60 Euro der aktuell 71 Mitglieder, durch Benefizkonzerte und Benefizaktionen wie das afrikanische Essen. Bei zwei Benefizkonzerten am 18. und 19. April seien rund 2000 Euro zusammen gekommen, schätzte die Geigerin Brigitte Schnabel, unter deren Leitung die Konzerte stattfanden.

Monique Tschöpe wünscht sich viele neue Mitglieder für ihren Verein, die sich für die Schulbildung von Waisen aus Togo engagieren wollen: „Wir haben noch viele Kinder auf der Warteliste.“

Informationen und Kontakt: www.fasstogo.com