Die Verdienstmedaille der Stadt Meßstetten in Gold hat Gerhard Zimmermann – seit 52 Jahren ranghoher Feuerwehrmann – am Freitagabend aus den Händen von Bürgermeister Frank Schroft erhalten. Blumen überreichte der Schultes an Annegret Zimmermann, die ihrem Mann für sein wichtiges Ehrenamt stets den Rücken frei gehalten hatte, wie dieser dankbar betonte. Foto: Karina Eyrich

Gerhard Zimmermann ist der zweite Empfänger der Verdienstmedaille der Stadt Meßstetten in Gold – zu Recht, wie die Laudatio von Bürgermeister Frank Schroft beim Bürgerempfang in der Heuberghalle gezeigt hat. Der Geehrte war mächtig gerührt.

Im Wahljahr auf städtischer Bühne auf eigene Erfolge hinweisen? Das gezieme sich nicht, kommentierte Frank Schroft am Freitagabend beim Bürgerempfang der Stadt Meßstetten in der voll besetzten Heuberghalle. Stattdessen sprach der Bürgermeister, der sich am 24. September einer Wiederwahl stellt, über die Verdienste eines anderen, der schon länger ehrenamtlich aktiv ist als Schroft auf der Welt: Gerhard Zimmermann.

 

Ihm hat Schroft die zweithöchste Auszeichnung der Stadt verliehen, die an strenge Richtlinien gebunden sei, etwa mehr als 40 Jahre ehrenamtliches Engagement. „Das haben Sie weit übertroffen“, rief Schroft dem jüngsten Träger der Verdienstmedaille der Stadt in Gold zu. „Nach Ihren 16 Jahren in der Jugendfeuerwehr wurden sie 1983 zum Kommandanten der Feuerwehr Meßstetten gewählt.“ Schon 1972 habe er das Amt des Schriftführers übernommen. „Ebenfalls 1983 übertrug man Ihnen die Verantwortung als Kommandant für die Gesamtwehr, und zwar für 25 Jahre – ein Vierteljahrhundert.“

Ab 1993 auch noch Stadtbrandmeister und seit 2008 Ehrenkommandant

1993 sei Zimmermann zusätzlich zum Stadtbrandmeister gewählt worden, bereits 1992 zum stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Zollernalbkreis.

„Mit Ihrem Abschied vom Amt des Kommandanten der Gesamtwehr wurden Sie 2008 schließlich zum Ehrenkommandanten ernannt“, so Schroft, „doch Sie machten weiter: Von 2008 bis 2022 als Leiter der Altersabteilungen der Gesamtwehr Meßstetten und von 2017 bis 2023 als Leiter der Altersabteilung Meßstetten.“ Zudem sei Zimmerman bis heute Vertreter der Raumschaft Meßstetten-Nusplingen-Oberheim.

600 000 Euro hätte er in dieser Zeit verdienen können

„So kommen 51 Jahre in herausgehobener Funktion für unsere Feuerwehr zusammen“, betonte der Schultes: Hätte Zimmermann nur 2,7 Stunden pro Tag für seine Ehrenämter aufgewendet, seien das 50 260 Stunden – „ich bin sicher, dass es viel mehr waren“. Umgerechnet auf den volkswirtschaftlichen Wert beim aktuellen Mindestlohn hätte Zimmermann auf diese Weise 600 000 Euro verdient. „Diese Zahlen sprechen für sich und haben unsere höchste Anerkennung und unseren höchsten Respekt und Dank verdient“, betonte der Bürgermeister.

In Zahlen ließen sich Zimmermanns Verdienste freilich nicht erfassen. 1992 sei er mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber und 2009 mit demselben in Gold ausgezeichnet worden, berichtete Schroft und erklärte: „Vieles wäre nicht möglich ohne engagierte Menschen wie Gerhard Zimmermann. Auf Sie war immer Verlass. Sie wussten über alles stets Bescheid, oft bis ins letzte Detail.“ Und sein Feuerwehr-Archiv suche an Korrektheit seinesgleichen.

„Segensreiches Wirken zum Wohl unserer Stadt“ – die Ehefrau hat mitgeholfen

In seinen Dank „für Ihr unermüdliches, segensreiches Wirken in und für unsere Stadt“ bezog Schroft „ausdrücklich“ Zimmermanns Frau Annegret und seine ganze Familie mit ein. „Sie mussten auf vieles verzichten, was für andere selbstverständlich war“, betonte der Bürgermeister.

Das wusste auch der sichtlich überraschte Gerhard Zimmermann zu würdigen. „Ich bin seit 56 Jahren Mitglied der Feuerwehr, und war 15 Jahre stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, der – wie der Zollernalbkreis – vor 50 Jahren gegründet wurde. Das macht mich stolz“, sagte Zimmermann, „aber all das setzt ein intaktes Familienleben voraus. Dafür einen herzlichen Dank an meine Frau!“ Sie habe ihm immer den Rücken freigehalten. „Wenn man solche Ämter hat und die Frau sagen würde: ‘Nimm doch gleich Dein Bett mit ins Feuerwehrhaus!‘, würde das nicht funktionieren!“

Die Verdienstmedaille in Gold ist nach der Ehrenbürgerwürde die höchste Auszeichnung der Stadt Meßstetten. Erster Träger ist seit 2022 Erhard Karle aus Unterdigisheim.