Weil die Gewerkschaft zum Arbeitskampf aufgerufen hat, bleiben am Dienstag elf Betreuungseinrichtungen geschlossen. Verdi prangert unter anderem Personalmangel an, spricht von „kaputtsparen“. Calw kommt dennoch vergleichsweise glimpflich davon.
Arbeitsagenturen, Verwaltungen, Kliniken, teils sogar die Feuerwehr: In den vergangenen Tagen haben Streiks viele Bereiche des öffentlichen Lebens lahmgelegt; in den kommenden Tagen wird das vorerst so weitergehen – auch in Baden-Württemberg.
Hintergrund ist der Tarifstreit für den öffentlichen Dienst. Die Gewerkschaft Verdi ruft in diesem Zusammenhang zu Warnstreiks auf.
Alzenberg, Heumaden, Calw, Hirsau, Wimberg, Stammheim, Altburg
Am kommenden Dienstag, 11. Februar, wird der Arbeitskampf in Calw Einzug halten. Elf Kindertageseinrichtungen bleiben wegen eines Streiks der Beschäftigten an diesem Tag geschlossen.
Im Einzelnen betrifft das den Kindergarten Alzenberg, den Kindergarten Gerhart-Hauptmann-Straße und den VÖ-Kindergarten des Kinderhauses in Heumaden, den Kindergarten Im Zwinger, den Kindergarten Klosterhof in Hirsau, die beiden Kindergärten auf dem Wimberg, den Kindergarten Kuckuckweg und das Kinderhaus in Stammheim sowie die Kindergärten Willy-Reichert-Straße und Speßhardter Straße in Altburg.
Notbetreuung in Notgruppen
In den Kindergärten Hengstetter Steige in Calw und der Kita Kinderdorfstraße in Stammheim wird wegen der Personalausfälle eine Notbetreuung in Notgruppen angeboten; die Einrichtungsleitung plane diese nach Rückmeldung der Eltern. Die Notbetreuung richte sich an Berufstätige.
Nicht von Schließungen oder Notbetreuung betroffen sind die Kindergärten Holzbronn, Schulgasse in Calw, Uhlandstraße in Hirsau, Weltenschwann und Widdumgasse Stammheim.
Die Stadtverwaltung Calw bittet in einem an die Eltern versandten Schreiben um Verständnis.
Andernorts praktisch alle Bereiche betroffen
Gestreikt wird unterdessen in der kommenden Woche nicht nur in der Hesse-Stadt. Bis einschließlich Freitag sind jeden Tag andere Städte und Landkreise betroffen, am Montag etwa der Rems-Murr-Kreis, Schwäbisch Hall und Esslingen.
In Esslingen, so berichten es die Stuttgarter Nachrichten, falle der Warnstreik groß aus, hier seien praktisch alle Bereiche betroffen – darunter etwa die Stadtverwaltung, Kitas, der Bauhof, die Feuerwehr, das Klinikum Esslingen, die Stadtwerke, das Landratsamt, der Stadtverkehr und das Jobcenter.
„Nichts Weiteres bekannt“
Verglichen damit kommt Calw beinahe glimpflich davon; hier beschränkt sich der Arbeitskampf bislang offenbar auf die Kinderbetreuungseinrichtungen. „Uns ist bis jetzt nichts Weiteres bekannt“, erklärte Marion Buck, Leiterin des Fachbereichs I, Steuerung und Service, auf Anfrage unserer Redaktion.
Außer in der Hesse-Stadt stehen am Dienstag auch Streiks in Tübingen und im Kreis Freudenstadt an.
„Öffentlichen Dienst und seine Beschäftigten nicht kaputtsparen“
„Ein öffentlicher Dienst, der aufgrund des Personalmangels zentrale Aufgaben der Daseinsvorsorge nicht mehr garantieren kann, ist ein Brandbeschleuniger für das erodierende Vertrauen vieler Menschen in unseren Staat“, wird Maike Schollenberger, stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin, zitiert. „Wer unsere Demokratie stärken will, sollte den öffentlichen Dienst und seine Beschäftigten nicht kaputtsparen.“
Die Gewerkschaft Verdi fordert für mehr als 2,5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst Lohnsteigerungen in Höhe von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr im Monat. Die Tarifverhandlungen gehen am 17. und 18. Februar in die zweite, vom 14. bis 16. März die dritte Runde.