Eine Donaueschinger Bürgerin beobachtet wie regelmäßig seit Monaten Haferflocken am Brigachufer verstreut werden und sorgt sich ob es hierbei mit rechten Dingen zugeht. Nun gibt die Stadtverwaltung Rückmeldung.
Donaueschingen - "Haferflocken auf einem Fußweg: Was soll das?" Diese Frage stellt sich Jutta Binder aus Donaueschingen. Sie hofft, dass zwischen den gestreuten Haferflocken kein Rattengift ist. Wir haben bei der Stadt und dem Tierschutzverein nachgefragt, was da zwischen der Irmastraße und dem Bahnhof los ist.
Seit einigen Monaten beobachtet Jutta Binder aus Donaueschingen, "dass jemand seitlich auf dem Fußweg zwischen der Irmastraße und dem Bahnhof Haferflocken streut". Das wirft bei ihr die Frage auf, was das soll. Schließlich sei doch fast allen Menschen in Donaueschingen bekannt, "dass an der Brigach Ratten und Mäuse sind", sagt Binder und fügt hinzu: "Wenn man ganz am Rand zum Bach entlanggeht, kann man auch tagsüber immer welche sehen. Neulich sah ich bei den Haferflocken eine Maus mit einem verletzten Hinterbein." Jutta Binder hofft laut eigener Aussage, "dass zwischen den Haferflocken kein Rattengift ist, zumal auf dem Fußweg auch Kinder und Leute mit Hunden unterwegs sind".
Entwarnung gegeben
Entwarnung gibt nun die Stadt Donaueschingen. Über Sprecherin Beatrix Grüninger lässt diese verlauten: Der Sachverhalt sowie der Verursacher seien der Verwaltung bekannt. "Mit den ausgestreuten Haferflocken sollen Eichhörnchen gefüttert werden", so Grüninger. Dass an der Brigach zumindest Ratten unterwegs sind, bestätigt die Sprecherin: "Ratten haben eine Vorliebe für nasse oder feuchte Gebiete. Daher sind sie generell an Bächen, Gräben, Flüssen oder Kanälen anzutreffen – auch der Bereich der Brigach ist hiervon nicht ausgenommen." Eine über den natürlichen Bestand hinausgehende, vermehrte Population im Bereich der Brigach sei der Stadtverwaltung derzeit jedoch nicht bekannt.
Von Barbara Petra Sixt, Vorsitzende des Tierschutzvereins Villingen-Schwenningen, der auch in Donaueschingen wirkt, ist ebenfalls zu erfahren, dass sich Ratten und Mäuse naturgemäß an Flüssen aufhalten; es könne sich auch um Bisamratten handeln, welche gern schwimmen. "Mäuse halten sich eher an der Böschung auf", fügt sie an.
Wer überwacht eigentlich, ob Giftstoffe auf Wegen platziert werden? "Sobald ›verdächtige‹ Fütterungen bekannt werden, wird dies durch den Gemeindevollzugsdienst der Stadt Donaueschingen überprüft", sagt Beatrix Grüninger. Im Fall der bekannten Fütterung im Bereich der Brigach sei die Sorge Jutta Binders, dass die ausgestreuten Haferflocken mit Rattengift versetzt sind, unbegründet.
Laut der Verwaltung konnte bei der Überprüfung kein Rattengift festgestellt werden. Barbara Petra Sixt vom Tierschutzverein rät derweil: "Wenn Verdacht auf Giftköder besteht, muss die Polizei informiert werden. Das heißt: Einsammeln und zur Polizei bringen."