Still ruht der Salinensee: Eventuell wird er zum Energielieferant für die neue Verbundschule. Foto: Martin Gruhler

Um die Energieversorgung und Wärmegewinnung für die Realschule ging es im Technischen Ausschuss – es gibt dafür mehrere Möglichkeiten.

Für die Erweiterung der Realschule am Salinensee zum Schulverbund mit einem Kostenvolumen von etwa 14,5 Millionen Euro ist südwestlich des bestehenden Schulgebäudes ein separater Neubau vorgesehen.

 

Aufgrund des Alters und des Zustands der bestehenden Heizungsanlage in der Realschule wurde in der Rathausplanungsgruppe um Stadtbaumeisterin Petra Schmidtmann die Aufgabe formuliert, die Energieversorgung sowohl des Bestandsgebäudes als auch des Erweiterungsbaus in einem ganzheitlichen, zukunftsfähigen Energiekonzept zusammenzuführen.

Die Zielsetzung ist dabei die Entwicklung eines nachhaltigen und weitestgehend emissionsfreien Systems, das Gebäudeheizung, Gebäudekühlung, Warmwasserbereitung und Stromerzeugung miteinander vernetzt.

Zwei Fachleute stellten jeweils mehrere Möglichkeiten vor. An den Planungen für den Stadtkäfer-Kindergarten hatte Stefan Jakobs in Sachen Energie bereits mitgewirkt, der für den neuen Schulkomplex gleich drei Varianten ausgearbeitet.

Zwei Eisspeicher möglich

In Variante eins ist der Einbau von zwei Eisspeichern, zwei Wärmepumpen mit 230 kW Sole-WP für die Eisspeicher und 200 kW Luft-Wasser-WP für die Regeneration des Eisspeichers, die Beheizung sowie Kühlung der Schule angedacht. Dazu soll eine PV-Anlage (300 kWp) mit Stromspeicher (300 kWh) erstellt werden. Zudem ist die Installation von Heiz-/Kühldecken im Altbau zur Energieeffizienz vorgesehen. Die Kosten hierfür sind auf 2,5 Euro hochgerechnet.

Eine Variante zwei mit einer Kostenkalkulation von 2,1 Millionen Euro wurde vom Rathaus im Vorhinein aussortiert. Eine Kühlung im Altbau wäre mit dem Einbau einer PV-Anlage (400 kWp) mit Stromspeicher (300 kWh) und der Installation einer zusätzlichen Boosterwärmepumpe zum Erreichen der erforderlichen hohen Vorlauftemperaturen für den Altbau mit diesem Techniksystem nicht möglich gewesen.

Wasserstoff im Gespräch

Eine dritte Variante wäre der Einbau eines Eisspeichers, der Einsatz von zwei Wärmepumpen (230 kW Sole-WP und einer 200 kW), der Einbau einer PV-Anlage (500 kWp) mit Stromspeicher (200 kWh) vorgesehen gewesen. Dazu sollte noch grüner Wasserstoff mit eigenem Elektrolyseur, Tank und Brennstoffzelle zur Strom- und Wärmeproduktion. Die Kosten waren mit 3,75 Millionen Euro hochgerechnet worden.

Bürgermeister Jonathan Berggötz stellte die Realisierung der dritten Variante als nicht realisierbar dar, da dafür nicht genügend Fördergelder generiert werden konnten.

Ergänzend stellte Eric Stöckle für das Ingenieurbüro Andrè E. Schwarz (Furtwangen) weitere Vorschläge in sechs Ausführungen mit Gesamtkostenrechnung vor. Seine Überlegungen sind auf eine Laufleistung von 20 Jahren ausgelegt.

Nur für den Neubau möglich, ist eine Insellösung mit Luft-Wasser-Wärme-Anlagen mit 948 000 Euro hochgerechnet sowie mit einem Modular-Block-System mit 878 000 Euro. Besonderen Charme fand bei den Gemeinderäten seine Idee, aus dem nahe gelegenen Salinensee Wärmeenergie für die Schule zu generieren – wobei aber auch gleich Problemstellungen im Gremium aufgezeigt wurden.

Von dem Ausschussgremium wurde auch die Komplexität der Vorschläge diskutiert. Der bei den Planungen im Rathaus involvierte Andreas Wenzler plädierte, auch mit Empfehlungen von der Landesregierung, einfache Lösungen vorzuziehen. Nicht zuletzt könnten Betrieb und Wartung von eigenen Hausmeistern gemacht werden, ohne teure Spezialisten bei technischen Schwierigkeiten hinzuziehen zu müssen.

Der Bürgermeister freute sich zudem, dass das Schulprojekt durch das Land Baden-Württemberg mit 6,6 Millionen Euro aus dem Schulbauprogramm gefördert wird. Zudem erhält die Kommune durch einen Ausgleichsstock weitere 1,6 Millionen Euro, was insgesamt ein Mehr an Geldern von vier Millionen Euro erbringt. Im Rathaus werden von der Planungsgruppe die Expertenvorschläge besprochen und sondiert, um im kommenden Jahr dem Technischen Ausschuss konkrete Vorlagen präsentieren zu können.