Drei Jahrzehnte Fußball, hunderte gemeinsame Spiele und in all der Zeit nie den Verein gewechselt. Für Michael Frenk und Alexander Hundertpfund aus Allmannsweier ist der Sport und das Vereinsleben im Dorf nicht wegzudenken.
„Er weiß genau, wo er mir den Ball hinspielen muss“, erzählt Alexander Hundertpfund. Er und sein Mitspieler Michael Frenk sind nicht nur auf dem Fußballplatz ein eingespieltes Duo. Es wäre auch verwunderlich wenn nicht. Immerhin spielen beide schon seit mehr als 30 Jahren zusammen Fußball. Nicht nur die hunderten gemeinsamen Spiele sind außergewöhnlich, beide haben auch nie den Verein gewechselt. Der VfR Allmannsweier blieb der einzige Club in den Spielerpässen der beiden. Bei einem Treffen im Sportheim in Allmannsweier mit unserer Redaktion haben Hundertpfund und Frenk auf die Zeit zurückgeblickt.
„Wir sind keine besten Freunde im klassischen Sinne“, erinnert sich Hundertpfund. Vor dem Einstieg in den Fußball kannten sich beide nur flüchtig. „Wir waren nicht in der selben Klasse“, so Frenk. Richtig kennengelernt haben sich die beiden gebürtigen Allmannsweierer erst im VfR. Mit einem Alter von sechs Jahren sei es damals losgegangen, erinnert sich Frenk. Beide durchliefen von da an die Stationen des Vereins. Frenk engagiert sich seit Jahren auch als Vorstand des Clubs. Jetzt, mit 40 und 39 Jahren, laufen beide für die zweite Mannschaft in der Kreisliga C auf. So lange sie dem Verein – inzwischen unter dem Namen SG Nonnenweier/Allmannsweier – etwas zurückgeben können, soll das auch noch eine Weile so weitergehen, sind sie überzeugt.
Für die Allmannsweierer war es selbstverständlich, in den Vereinen des Ortes aktiv zu sein. Fußball-, Tischtennis- und Angelverein zählen die beiden Fußballer auf. Es sei normal gewesen, dass es direkt nach dem Kicken zum Tischtennis ging, erinnert sich Frenk. „Einfach Dorf.“
Oder eben zum Angelverein. Dessen Gewässer liegt nur ein Steinwurf entfernt vom Vereinsheim des VfR Allmannsweier. Hundertpfund und Frenk sind dort beide Mitglieder, Hundertpfund inzwischen sogar Vorstand. In ihrer Jugend seien viele Angler auch im Fußballverein gewesen – und umgekehrt, erzählt Hundertpfund. Er erinnert sich an eine Fußballfreizeit, die an einem See stattfand, ideal für sein anderes Hobby.
Sie stehen mit der zweiten Generation auf dem Platz
Für beide sind die Vereine ein Ausgleich zum Arbeitsalltag. Reine Bürojobs, erklären beide. Da würden das Fußballtraining und die Spiele gut tun. Spurlos vorbeigegangen sind die hunderten Spiele und mehr als 30 Jahre Fußballkarriere dennoch nicht. „Am Montag tut dann alles weh“, erklärt Frenk mit einem Schmunzeln. Während der Fußballvereinsvorsitzende vom Verletzungspech weitestgehend verschont blieb, musste Hundertpfund schon mehr einstecken.
„In der Jugend habe ich mir das Kreuzband gerissen, zweimal kurz hintereinander“, erinnert er sich. Damals habe er aber nicht ans Aufhören gedacht. Eine Meniskusverletzung vor ein paar Jahren war da schon einschneidender. Zurück auf den Platz hat er es trotzdem wieder geschafft. „Auch wenn es der Arzt nicht unbedingt empfohlen hatte“, so Hundertpfund.
Ein bis zwei Mal die Woche trainieren die beiden VfR-Kicker aktuell, plus Spiele. Das besondere: Sie stehen nun unter anderem schon mit der zweiten Generation auf dem Platz. „Wir spielen jetzt mit den Kindern der Väter, mit denen wir damals gekickt haben, zusammen“, so Frenk. Das sei, sind sich beide einig, eine besondere Erfahrung. Bei Mannschaftsausflügen oder Feiern stellen sie sich angesichts der teils großen Altersunterschiede dann manchmal die Frage: „Waren wir damals genauso?“
Unabhängig davon, wie lange Frenk und Hundertpfund ihre Fußballlaufbahn noch fortsetzten können. Den Vereinen im Ort, alle mit dem typisch „familiären Dorfcharakter“ werden sie treu bleiben. Der Ausgleich muss definitiv sein“, fasst es Hundertpfund zusammen. Ein Vereinswechsel?, natürlich ausgeschlossen.
Der Verein
Der VfR Allmannsweier und der FC Nonnenweier schlossen sich im vergangenen Jahr zusammen. Beide Vereine wurden aufgelöst und die SG Nonnenweier-Allmannsweier gegründet. Kooperiert haben die beiden Clubs schon vorher, etwa im Jugendbereich. Auch bei den Herren gab es bereits zur Saison 2015/2016 eine gemeinsame Spielgemeinschaft. Das sehr gute Miteinander habe den Plan einer Fusion vorangebracht. Aktuell läuft das Projekt Vereinsheim-Neubau.