Der Schutz der Bürger vor riskanten oder kostspieligen Geldanlagen ist auch 16Monate nach Ausbruch der Finanzkrise noch immer mangelhaft. Baden-Württemberg will dies nun ändern.

Stuttgart - Der Schutz der Bürger vor riskanten oder kostspieligen Geldanlagen ist auch 16Monate nach Ausbruch der Finanzkrise noch immer mangelhaft. Baden-Württemberg will dies nun ändern.

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Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) kündigte gegenüber unserer Zeitung eine Bundesratsinitiative an, um die Bundesregierung dazu zu bringen, Anlageberater per Gesetz zu mehr Offenheit zu verpflichten. "Alle Kosten eines Finanzprodukts müssen vor Vertragsabschluss offen dargestellt werden", so Hauk. Schließlich schmälerten diese die Rendite. "Es darf keine versteckten Kosten mehr geben", so der Minister. Bei Riester-Produkten und Bausparverträgen sei dies bereits weitgehend der Fall. "Dort herrscht Transparenz."

Des Weiteren müsse der Berater offenlegen, wie viel er durch den Vertragsabschluss verdiene, so Hauk. Die Höhe dieser Provisionen müsse zudem an den langfristigen Erfolg der Geldanlage und nicht nur an die Unterschrift des Kunden gekoppelt werden. "Derzeit werden die höchsten Honorare meist für Anlagen mit dem höchsten Risiko gezahlt, weil sich diese Anlagen am schwersten verkaufen lassen", erklärte Hauk. "Das kann so nicht bleiben."

Hauk kritisierte, dass sich seit dem Zusammenbruch der Lehman-Bank im September 2008 und der dadurch ausgelösten Finanzkrise der Anlegerschutz nicht verbessert habe. Die Anreize seien noch immer falsch gesetzt. Er warf der Finanzbranche vor, mehr Transparenz zu verhindern: "Die Bankenlobby mauert." Die bisherigen Maßnahmen des Bundes - Einführung eines Beratungsprotokolls und Verlängerung der Verjährungsfristen bei Falschberatung - reichten nicht aus. Hauk hofft, dass seine Vorschläge vom Bund aufgegriffen werden, der für dieses Jahr weitere Gesetze zum Anlegerschutz plant. Falsche Beratung kostet den Verbraucher laut Schätzungen zwischen 20 und 30 Milliarden Euro pro Jahr.

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