Sascha Ruf überlegt noch, ob es für ihn als OFV-Trainer über den Sommer hinaus weitergeht. Foto: Fissler

Geht es für Sascha Ruf in der kommenden Saison als Trainer des Offenburger FV weiter? Die Entscheidung naht. Der Abgang von zwei wichtigen Akteuren schon im Winter ist dabei keine Überzeugungshilfe.

Der Winter ist traditionell die Zeit, in der die Vereine in der Region für Planungssicherheit sorgen. Spieler geben ihre Zusagen, auch über den Sommer hinaus die Schuhe für den gleichen Klub zu schnüren und Trainer ihr Versprechen, auch in der kommenden Runde an der Linie zu stehen. Wer jedoch ab Sommer beim Offenburger FV den Trainerposten innehat, ist noch nicht entschieden.

 

„Der Verein ist mit dem Wunsch einer Vertragsverlängerung schon auf mich zugekommen. Ich lasse mir aber bewusst noch etwas Zeit. Ich will eine konkurrenzfähige Mannschaft für die neue Runde. Unser Fokus liegt zurecht auf den jungen Spielern, aber deren Entwicklung braucht auch immer Zeit und ist Schwankungen unterworfen“, sagt Ruf im Gespräch mit unserer Redaktion. Eine Entscheidung über seinen Verbleib hänge demnach auch damit zusammen, welche Spieler im Sommer noch da sind – oder neu hinzu kommen.

Abgang vom besten Torjäger hinterlässt große Lücke

Kapitän Jonas Pies wird für die kommende Runde definitiv eine Lücke hinterlassen. Er wechselt im Sommer zum SV Niederschopfheim (wir haben berichtet). Aber schon für die Rückrunde muss der OFV einen herben Qualitätsverlust auffangen. Kareem Al Yahya und Roman Angot haben sich dem SV Linx angeschlossen. Al Yahya ist mit acht Toren der beste OFV-Torjäger der aktuellen Runde und Angot ist ein absoluter Dauerbrenner. Er hat 92 Prozent aller möglichen Spielminuten für die Offenburger auf dem Platz gestanden. „In der Winterpause wird es nicht einfach, solche Eckpfeiler zu ersetzen. Allerdings haben wir mit Rais Awell schon einen starken Neuzugang“, betont Ruf. Awell kommt vom SV Renchen in die Messestadt.

Der Abgang von Leistungsträgern im Winter ist für die Offenburger nichts Neues. Schon in der laufenden Oberligarunde in der Spielzeit 2023/2024 verließen mit Jean-Gabriel Dussot, Simon Leopold und Dimitrios Tsolakis gleich drei Stammkräfte das sinkende Schiff. In der Endabrechnung stand der sang und klanglose Abstieg in die Verbandsliga.

Nun hat der OFV-Fan mit den Abgängen von Al Yahya und Angot wieder Grund zur Sorge. Die Offenburger stecken auch in dieser Saison, nun eine Liga tiefer, voll im Abstiegskampf.

„Wer vor der Saison gedacht hat, als Oberliga-Absteiger müssen wir jetzt vorne in der Verbandsliga mitspielen, informiert sich nicht richtig über uns. Wir stecken in einem riesengroßen Umbruch hin zu mehr Spielern aus der eigenen Jugend und weniger Fußballern, die auch mit Geld zu locken sind. Die Erwartungen an uns sind aufgrund der glorreichen OFV-Historie immer hoch. Aber vielleicht müssen wir auch festhalten, dass momentan nicht mehr möglich ist, als der Platz, den wir gerade haben“, gibt Ruf zu bedenken. Aktuell liegen die Offenburger auf Rang elf – zwei Punkte vor der Abstiegszone.

Die Gründe für die Abgänge von Al Yahya und Angot sieht Ruf vielschichtig. „Linx hat vielleicht ganz einfach ein besseres Angebot als wir gemacht. Sportlich haben die beiden in Linx nun auch eine entspanntere Rückrunde, als es bei uns der Fall sein wird, vor sich. Möglicherweise sind beide aber auch mit der Struktur in unserem Verein unzufrieden und Vereinbarungen mit den Spielern wurden nicht erfüllt“, vermutet der OFV-Trainer.

In der Vorbereitung ist Ruf nun wichtig, trotz der bedrohlichen Lage nicht in Aktionismus zu verfallen. „Wir werfen nicht alles über den Haufen. Wir variieren taktisch sowieso schon zwischen den Systemen. Viele unserer Spiele haben wir auch knapp verloren. So viele Totalaussetzer hatten wir nicht.“

Test gegen die Vereinslegende Marco Petereit

Bis zum Rückrundenstart haben die Offenburger noch sechs Testspiele vereinbart, beginnend schon mit dem Kick gegen den SC Hofstetten am kommenden Wochenende. Das Spiel gegen die kleine Kinzigtal-Gemeinde ist dann auch ein Wiedersehen mit OFV-Legende Marco Petereit, der in Hofstetten als spielender Co-Trainer fungiert. Anschließend folgen Testspiele gegen den Bahlinger SC, den Kehler FV, den SV Oberkirch, den SC Lahr und den FV Rammersweier.

Am 8. März startet in Offenburg dann die Mission Klassenerhalt mit dem Duell gegen den FC Teningen.

Co-Trainer Singrin geht
Während noch nicht entschieden ist, ob es mit Cheftrainer Sascha Ruf in der kommenden Saison beim Offenburger FV weitergeht, steht bereits fest, dass Danny Singrin schon in der Rückrunde nicht mehr an der Seitenlinie steht. Der Assistent von Ruf hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. „Unser zweiter Co-Trainer Louis Beiser-Biegert übernimmt nun die Aufgaben von Danny. Wir bedauern seinen Beschluss, uns zu verlassen, akzeptieren ihn aber selbstverständlich“, sagt OFV-Sportvorstand Stefan Klein auf Rückfrage unserer Redaktion. Singrin war seit Sommer 2023 Co-Trainer bei den Offenburgern.