Beim Gemeinderundgang haben sich die Rangendinger Räte nicht nur ein Bild von der Sanierung des Rathauses gemacht: Viele weitere Stationen wie das Klärwerk, die Klosterkirche und ein Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr standen auf dem Plan.
Die Garagentore sind hochgerollt, die Einsatzfahrzeuge stehen bereit und eine ganze Gruppe Feuerwehrmänner versammelt sich. Was im ersten Moment nach einem Einsatz klingt, war eine deutlich risikofreiere aber dennoch wichtige Angelegenheit: Der Gemeinderat war als Teil seines Rundgangs beim Feuerwehrhaus vorbeigekommen, um sich bei den Wehrkameraden über den Stand der Dinge zu informieren. Der Besuch im Hauptquartier der Rangendinger Feuerwehr war die letzte Station eines wahren Besichtigungsmarathons.
So ist der Stand bei der Sanierung der Klosterkirche
Neben Bürgermeister Manfred Haug lieferte dabei insbesondere Ortsbaumeister Jürgen Dieringer viele Infos zu den Baumaßnahmen. Etwa zum Durchgang, der vom Treppenhaus des Rathauses direkt in die Klosterkirche führt: Hier soll laut Dieringer aus Brandschutzgründen eine zusätzliche Glastür eingebaut werden. Die alten hölzernen Doppeltüren bleiben aber erhalten. Auch in der Kirche selbst tut sich einiges: So soll diese Woche schließlich die neue Treppe zur Empore eingebaut werden – etwas flacher als ihr Vorgänger, damit man sich weniger den Kopf anstößt. Zudem seien der Altar und die Wände gereinigt. Was nun noch folgt, sind etwa der Einbau der Infrarotheizung und der Abbau des Gerüsts im Kirchenschiff: Das sind laut Haug die letzten fünf Prozent an Arbeit, die im Kirchenraum anfallen.
Zu den Kosten erklärte Dieringer, dass man ursprünglich mit etwa 1,5 Millionen Euro gerechnet habe, am Ende werden es wohl um die 1,6 Millionen sein. 51 Prozent der Kosten seien durch Zuschüsse und den Förderverein gedeckt.
Schlammpresse statt Spezial-LKW im Klärwerk
So sieht es im Klärwerk aus: Dieringer präsentierte zusammen mit Klärwirt Sascha Rommel etwa den neuen Sandwäscher, das Sediment aus dem Klärwasser filtert, oder die neu angeschaffte Schlammpresse: Laut dem Ortsbaumeister hätte früher dreimal im Jahr ein Spezial-LKW kommen müssen, um den angestauten Schlamm über mehrere Tage hinweg zu pressen und zur Verbrennung abzutransportieren: „Das war teuer und wegen des entstehenden ,Presswassers’ schlecht für die Ökologie“. Wäre in der Zeit das Landratsamt vorbeigekommen und hätte Proben vom in der Anlage entnommen, wären die Werte alles andere als gut gewesen, fügte er hinzu.
Mit der neuen Presse könne man nun den Schlamm kontinuierlich und deutlich ökologischer abarbeiten. Bei Klärwirt Rommel war wiederum die Freude über das modernisierte Prozessleitsystem groß: Musste man früher alles von einer Anzeigen- und Schalttafel in der Anlage selbst überwachen und steuern, kann er nun sogar von Zuhause aus per Tablet den Stand der Dinge prüfen und hat einen direkten Fernzugriff. Laut Dieringer sei das gerade dann gut, falls es beispielsweise um drei Uhr nachts eine Fehlermeldung gebe – so könne man direkt schauen, ob es ein tatsächliches Problem oder eine Lappalie sei, ohne erst extra zur Kläranlage fahren zu müssen.
Anlage ist an der Kapazitätsgrenze
Zu denken gibt dem Bürgermeister, dass das Klärwerk immer an der Kapazitätsgrenze liege. Das man für die Einwohnerzahl einer enorm hohe Belastung habe, liege auch am Gewerbe. Zudem leite auch Haigerloch-Hart sein Abwasser in der Anlage ein: Wie Dieringer auf eine entsprechende Rückfrage aus dem Rat antwortete, sei es für Hart topographisch bedingt schwer, seine Abwässer in ein anderes Klärwerk zu transportieren.
So lief der Besuch im Feuerwehrhaus:
Kommandant Frieder Dieringer freute sich nicht nur über den Besuch der Räte – sondern nutzte auch die Möglichkeit, sie über aktuelle Probleme zu informieren. Bei einem Vortrag gab er nicht nur Infos zu den Aufgaben der Wehr, sondern ging auch darauf ein, dass laut dem Feuerwehr-Bedarfsplan für Rangendingen und Bietenhausen dringender Handlungsbedarf vorliege: So sei das Dach vom Feuerwehrhaus nur so weit saniert worden, dass kein Wasser mehr eintrete – bei den Toren der Fahrzeughalle hingegen „regnet es rein.“ Anschließend wurde nicht nur gegrillt, Dieringer und seine Kameraden – davon viele Mitglieder des Feuerwehrausschusses – boten den Räten auch Erklärungen zu den Räumen des Gebäudes und zum Einsatzalltag.