Mit klaren Ideen und einer stabilen Defensive prägt Sandro Bossert in der Verbandsliga gemeinsam mit Chefcoach Daniel Seemann den Neustart beim FC Holzhausen.
In diesem Sommer begann eine neue Ära in Holzhausen. Der 56-jährige Chefcoach Karsten Maier räumte seinen Platz und wurde überraschenderweise durch den 33-jährigen Daniel Seemann ersetzt. Noch unerwarteter war jedoch die Verpflichtung von Co-Trainer Sandro Bossert, denn der 31-jährige Dornstettener hatte eigentlich eine sportliche Pause eingeplant.
Eine glückliche aber zeitaufwenige Entscheidung
Zuvor war der Projektleiter für Maschinenbauprojekte als Spielertrainer mit den TSF Dornhan aus der Landesliga abgestiegen und wollte eigentlich eine Pause inklusive dem ein oder anderen Einsatz in der zweiten Mannschaft seines Herzensclubs SV Wittendorf einlegen.
Mit Seemann selbst hatte Bossert vor seinem Antritt nichts zu tun – nur als Gegenspieler waren sie sich in der Landesliga über den Weg gelaufen. Doch Seemann und der FCH hatten auf der späten Suche nach einem Co-Trainer einen Hinweis bekommen, dass Bossert frei sei.
„Die Suche nach einem Co-Trainer war nicht so einfach, da mein eigenen Start in Holzhausen erst Anfang April klar war. Zu dem Zeitpunkt waren schon viele in ihren Vereinen unter Dach und Fach“, blickt Seemann zurück. Dennoch ist er froh, dass es zwischen ihm und Bossert gepasst hat: „Wir haben dann telefoniert und uns getroffen. Nach den Gesprächen hatten wir beide ein sehr gutes Gefühl bei der Sache. Die Arbeit macht total Spaß mit ihm, weil er sowohl fachlich als auch menschlich top ist.“
Die Defensivarbeit ist die Grundlage
Die Entscheidung pro Holzhausen kam für Bossert damals sehr kurzfristig. „Dennoch würde ich behaupten, dass sie sehr bewusst getroffen wurde“, ist er sich knapp vier Monate später immer noch sicher. Der 31-Jährige hatte damals innerhalb einer Woche sehr viele Gespräche mit Freunden und Familie geführt – vor allem mit seiner Frau, Seemann und zuletzt auch mit dem Verein. 19 Pflichtspiele und 14 Siege später fällt das Fazit von Holzhausens frischem Assistenzcoach durchaus positiv aus: „Bis dato bin ich einfach nur happy, diesen Schritt gegangen zu sein, wenngleich das Ganze natürlich zeitaufwendig ist. Wenn man alle Aspekte berücksichtigt, bin ich mit der Entwicklung sehr zufrieden.“
Dennoch weiß auch der ehemalige Mittelfeldspieler, dass die vergangene Saison mit Relegation und einigen Neuzugängen inklusive neuem Trainerteam zunächst Zeit braucht, um sich einzuspielen. Einzig die Abwehr funktioniert mit elf Gegentoren und sieben weißen Westen aus 15 Ligaspielen einwandfrei: „Defensivarbeit ist für Dani und mich die Grundlage. Das zeigt auch die Anzahl unserer Gegentore. Dennoch lieben wir als Offensivspieler natürlich auch die Arbeit mit dem Ball.“ Hier versuchen beide Trainer wöchentlich immer mehr Ansätze und Ideen zu implementieren, damit es bei Holzhausen auch offensiv wieder besser läuft. Mit 30 eigenen Treffer stellt der Tabellenzweite gerade mal die siebstärkste Verbandsliga-Offensive.
Bosserts Standards zahlen sich aus
Im Trainingsalltag übernehmen beide Trainer die gleichen Aufgaben, wenngleich Seemann den Hut aufhat. Das Duo stimmt vor jedem Training die Inhalte ab und teilt anschließend die Aufgaben zu – und jeder der bedien glänzt dabei auf seine eigene Art und Weise.
„Während des Spiels ergänzen Dani und ich uns sehr gut. Er coacht klassisch. Ich hingegen schaue das Spiel aus einem etwas anderen Blickwinkel – etwas sachlicher und konzentriere mich auf den Gegner sowie auf unsere taktische Herangehensweise im Vergleich zur Vorgabe vor dem Spiel.“
Des Weiteren kümmert sich Bossert auch noch um die Standards am Spieltag. Wichtig wurde so ein Standard insbesondere gegen den FC Rottenburg, als Lysander Skoda den Siegtreffer nach einer Ecke einnickte. Bosserts persönliches Highlight war jedoch das Erreichen des WFV-Pokal-Viertelfinals gegen die TSG Balingen – vor allem weil er ganz genau wusste, was dieser Sieg seinen Kameraden bedeutete: „Ich glaube, das Spiel hatte alles, was sich das Fußballherz wünscht – mit dem besseren Ende für uns. Besonders für Dani und auch viele Spieler als Ex-Balinger hat mich das gefreut.“
Die Mannschaft will Tübingen ihren Stempel aufdrücken
Auf das Viertelfinale muss Bossert allerdings bis April 2026 warten, denn erst dann startet die nächste Pokalrunde. Langweilig wird es dem ehemaligen Wittendorf-Kicker bis dahin trotzdem nicht, denn bereits am Freitagabend (18.30 Uhr) steht das Gastspiel bei der TSG Tübingen an.
Holzhausens Co-Trainer erwartet einen Gegner, der vor allem im Zentrum des Spielfelds schwer zu bespielen ist: „Gegen Tübingen wollen wir das Geschehen kontrollieren. Allgemein wollen wir uns aber wieder mehr auf uns konzentrieren und dem Spiel unseren Stempel aufdrücken – dann hat es jeder Gegner schwer gegen uns.“