Eine EU-Expertin und ein Bürgermeister bewerben sich an diesem Mittwoch um die Nachfolge von Regionaldirektorin Jeannette Wopperer, die Ende Juni in den vorzeitigen Ruhestand versetzt wurde.
Mit Nicola Schelling und Matthias Wittlinger bewerben sich eine EU-Expertin und ein Bürgermeister am Mittwoch um die Nachfolge von Regionaldirektorin Jeannette Wopperer, die Ende Juni in den vorzeitigen Ruhestand versetzt wurde.
Stuttgart - Eine Frau und ein Mann dürfen sich in der Regionalversammlung zur Wahl des Regionaldirektors stellen: Nicola Schelling, die zurzeit in der Landesvertretung in Brüssel arbeitet, und der Bürgermeister von Uhingen (Kreis Göppingen), Matthias Wittlinger. Im Umfeld der Regionalversammlung werden der Juristin Schelling die größeren Chancen eingeräumt.
Der Wirtschaftsausschuss hat die Zahl der Bewerber am Montagabend hinter verschlossenen Türen noch einmal reduziert. Am vergangenen Mittwoch hatten sich vier von fünf Kandidaten vorstellen dürfen, am Montag durfte der fünfte antreten, der die Einladung an seinem Wohn- und Arbeitsort Brüssel zu spät erhalten hatte. Zwei männliche Bewerber siebte der Ausschuss aus, ein dritter, der sich an diesem Mittwoch ebenfalls in der Regionalversammlung vorstellen sollte, zog am Abend zurück. Offenbar rechnete er sich nach der Vorstellungsrunde keine Chancen mehr aus, von den 91 Regionalräten gewählt zu werden.
Übrig bleiben also Wittlinger und die 46-jährige Juristin Schelling, die in Brüssel für Baden-Württemberg als Leiterin des Referats Europapolitik arbeitet. Sie ist zwar nach Informationen dieser Zeitung parteilos, hat aber auch schon unter Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) im Stuttgarter Staatsministerium gearbeitet. Ihre Kenntnisse der Brüsseler Verhältnisse dürften ein Pfund für die Wahl sein, da auch der Verband Region Stuttgart dort ein Büro betreibt, um die Interessen des Ballungsraums in der Machtzentrale der EU vertreten zu können.
Der 41-jährige Wittlinger ist Mitglied der CDU und seit 2005 Bürgermeister im 14.000-Einwohner-Städtchen Uhingen. Der Geislinger hatte davor als parlamentarischer Berater der CDU-Fraktion im Landtag gearbeitet und war dort für die Bereiche Sozial- und Wirtschaftspolitik zuständig.
Ursprünglich hatten sich 56 Frauen und Männer um die Nachfolge von Jeannette Wopperer (CDU) beworben, die Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU) Ende Juni in den vorzeitigen Ruhestand versetzte. Wopperer war 2009 zur Nachfolgerin des verstorbenen ersten Regionaldirektors Bernd Steinacher (CDU) gewählt worden. Nach nur zweieinhalb Jahren im Dienst und einigem Missmut über ihre Amtsführung war sie seit Dezember 2011 krankgeschrieben und kehrte auch nicht mehr zurück.
Nun könnte erneut eine Frau Chefin der gut 50-köpfigen Verwaltung des Verbands Region Stuttgart werden. Die CDU hat die meisten Stimmen: 29 von 91. Die Wahl findet am Mittwoch um 14 Uhr in der Liederhalle statt.