Die Vorbereitungen für die Schallbacher Kulturtage sind in vollem Gang. Hauptsächlich Konzerte und eine Kunstausstellung erwarten das Publikum.
Die Peter-und-Paul-Kirche wird vom 1. bis zum 17. Mai zu einem Begegnungsort für zwölf Veranstaltungen. Die Erfahrungen mit den Kulturtagen sind erfreulich. Wie Thomas Th. Willmann, Sprecher des siebenköpfigen Organisationskomitees, sagt, sei der durchschnittliche Besuch sehr gut, manchmal sei die Kirche sogar brechend voll gewesen. Auch nehmen die Besucher die Veranstaltungen sehr positiv auf. Deshalb will man den Apéro in der Pause und nach den Veranstaltungen gerne beibehalten.
Musikalisch sind die Kulturtage wieder vielfältig aufgestellt. Manches der Konzerte ist kammermusikalisch höchst anspruchsvoll. Das kann man gleich über das Auftaktkonzert am 1. Mai sagen. Hier kommt mit dem Zürcher Modulor Quartett um Primarius Gregor Hänßler ein aufstrebendes Kammermusikensemble in die Kirche. Das 2019 gegründete Quartett hat schon zahlreiche Festivalerfahrungen gesammelt und widmet sich neben dem klassischen Repertoire der zeitgenössischen Musik, die an diesem Abend auch zu hören sein wird.
Die vier jungen Musiker bringen neben Schubert und Ravel auch George Crumbs „Black Angels“ von 1970 zur Aufführung: ein Stück, das in der Zeit des Vietnamkriegs entstanden ist und heute wieder Aktualität hat. Dass die Kulturtage mit diesem Konzert an einem Freitag beginnen, hat mit der Terminplanung des Ensembles zu tun.
Traditionelle irische Musik
Walti Huber, ein bekannter Folkmusiker aus Lörrach, und Jetsam.5 werden verstärkt durch den englischen Klarinettisten George Ricci am 6. Mai mit einem Querbeet-Folkrepertoire und Eigenkompositionen auf der Bühne stehen.
Am 8. Mai folgt ein Best of-Programm des Vokalensembles Lörrach unter dem Titel „Unterwegs“. Regelmäßige Besucher der Schallbacher Kulturtage werden sich noch an konzertant-szenische Auftritte dieses auf Musiktheater-Produktionen spezialisierten Ensembles unter Leitung von Susanne Hagen erinnern, das zuletzt 2024 hier „Von der Freiheit zu singen“ über die Badische Revolution aufgeführt hat. Jetzt haben sie, so preist sie Willmann an, „die bestimmt schönsten Nummern aus ihren bisherigen Programmen“ ausgesucht, die sie mit neuen Ensembleliedern zu einem abwechslungsreichen Abend verbinden.
Mit traditioneller irischer Musik geht es am 9. Mai weiter. Die Gruppe „Duil“ mit vier Berufsmusikern, erstmals in Schallbach dabei, hat sich der Musik der Grünen Insel verschrieben und entführt in eine Welt der Balladen, Jigs, Hornpipes und Reels. Yvonne Deusch wird an der keltischen Harfe zu hören sein, Michael Deusch an der Bodhrán, Katharina Bereuter an der Tin Whistle, Stefanie Bischof an der Fiddle.
Querbeet-Programm
Am 10. Mai ziehen die VokaLiesen die Fäden in ihrem neuen Musiktheater-Programm „Der rote Faden“. Nach ein paar Jahren Bühnenabstinenz nehmen die singenden, spielenden und tanzenden Damen den Faden wieder auf und bringen ein thematisch geschlossenes Querbeet-Programm durch verschiedene Genres und Musikrichtungen mit.
Fast schon „Standard-Bestückung“ der Schallbacher Kulturtage sind die Sugar Foot Stompers, die mit ihrem neuen Pianisten Julian Moreen und New Orleans Jazz am 12. Mai antreten.
Schon gut eingeführt in Schallbach ist das sinfonische Blasorchester von Ulrich Winzer „Musique @ Coeur“, das sich im außergewöhnlichen Programm „Schräge Vögel und Grandseigneurs“ von Klassikern bis Jazz und Pop, von Verdi bis Duke Ellington und Charlie Chaplin, besonders spielfreudig gebärden wird.
Es geht um Liebe, Sehnsucht, Abschied und Krisen
Das Finale am 16. Mai ist eher poetischer Art. Die deutschsprachige Songwriterin Mareile Gnep präsentiert ihr Liederprogramm, das sich „German Indie Folk“ zuordnen lässt mit viel Feingefühl an Klavier, Gitarre und Ukulele. Sie singt über Liebe, Sehnsucht, Abschied und Krisen.
Wem das nicht genug ist, der kann noch Konzert-Gottesdienste an drei Sonntagen besuchen, musikalisch gestaltet von der Harfenistin Sophie Müller, der Pianistin Susanne Hagen und dem Cellisten Cyprian Kohut sowie dem Duo Martin Klingler (Klavier) und Ulrich Müller-Froß (Mundharmonika).
Auf eine Kunstausstellung wollen die Kulturtage nicht verzichten. Sie ergänzt die musikalischen Programmpunkte um bildende Kunst. Dieses Mal wird mit der Malerin Beate Fahrnländer und dem Bildhauer Paolo Pinna die Kirche für zwei Lörracher Künstler geöffnet, die sich mit Porträts und Skulpturen zu „Begegnungen“ treffen. Vernissage ist am 2. Mai, es wird ein einführendes Gespräch mit den Künstlern geben, die musikalische Gestaltung übernimmt Cyprian Kohut am Cello.
Workshop für Kinder
Beate Fahrnländer, deren indisches Kinderporträt den Flyer ziert, gibt im Gemeindehaus neben der Kirche den Workshop „Portrait malen“ für Kinder ab sechs Jahren.
Willmann hofft, dass es mit der Finanzierung hinhaut. Das Team kann auf die bewährten Förderer zurückgreifen. Und was bei der Kollekte ins Körbchen kommt, soll die Auslagen decken. Einige Mitwirkende seien den Veranstaltern bei der Gage großzügig entgegengekommen.