Die erste Brandwache nach dem Einbau der neuen Lüftungsanlage haben gehalten (von links) Martin Althauser, Matthias Göbbels, Manfred Männle und Thomas Geiger Foto: Bohnert-Seidel

In der Sternenberghalle muss bei Veranstaltungen mit Lasershow oder Rauch die Brandmeldeanlage ausgeschaltet werden.

Bürgermeister Erik Weide informierte in der jüngsten Hauptversammlung der Feuerwehr-Abteilung Friesenheim über den aktuellen Sachstand der Brandmeldeanlage in der Sternenberghalle. Definitiv müsse bei Verwendung von Nebel die Brandmeldeanlage ausgeschaltet werden. „Adäquate Ausgleichsmaßnahmen haben zwei Beine und tragen eine Uniform“, betonte Bürgermeister Weide in die Runde der Feuerwehrabteilung. Künftig wird der Brandschutz in der Sternenberghalle auf eine Brandschutzwache wie bisher gehabt, hinauslaufen. Im Grunde müsse die Gemeinde Friesenheim schauen, wie sie das hinbekomme, so der Bürgermeister. Herkömmliche Veranstaltungen wie Konzerte, die komplett ohne Effekte mit Nebel und Rauch auskommen, müssen nicht personell mit Aktiven der Feuerwehr besetzt werden.

 

Nach wie vor gilt: Die neue Lüftungsanlage in der Sternenberghalle lässt keinen künstlichen Nebel zu. Die Anlage wurde von Seiten der Techniker und Planer modifiziert. Letztlich wird die Erkenntnis gewonnen, dass künstlicher Nebel nur bei einer ausgeschalteten Brandmeldeanlage möglich ist. Ansonsten macht die Brandmeldeanlage das, wozu sie eingebaut wurde: Sobald sich Rauch, in welcher Form auch immer, in der Sternenberghalle ausbreitet, schlägt die Brandmeldeanlage Alarm.

Beim „Guggefescht“ haben die Brandwache vier Einsatzkräfte übernommen

Erstmals ausgeschaltet war in diesem Jahr die Brandmeldeanlage beim großen „Guggefescht“ mit den „Driewili-Stampfern“. Mit einer außergewöhnlichen Lasershow haben die „Driewili-Stampfer“ ihre Gäste willkommen geheißen. Die Brandschutzwache haben die Feuerwehrkameraden Martin Althauser, Thomas Geiger, Matthias Göbbels und Manfred Männle übernommen. Für die vier war dieser Einsatz selbstverständlich.

Im vergangenen Jahr musste die Veranstaltung „Kings of Floyd“ von Dezember auf den 22. Mai verschoben werden. Dem Veranstalter wurde mitgeteilt, dass die Gemeinde mit Hochdruck an einer Lösung arbeite, um die Nutzung entsprechender Effekte künftig zu ermöglichen. Sollte die Lösung bis dahin nicht in der Technik gefunden sein, bleibt es bei der Unterstützung durch die Feuerwehrangehörigen, die die Brandwache übernehmen.

Bei der Gemeinde schlug das Thema erstmals mit dem Oktoberfest des Musikvereins Friesenheim 2025 und den „Filterländern“ auf. Nebeleffekte hätten die Lüftung und den Strom außer Kraft gesetzt.

Fachplaner haben nach wie vor keine gute Lösung für die Anlage

Gemeinderatsmitglieder forderten eine umgehende Prüfung. Zu einem glücklichen Ergebnis scheinen die Fachplaner noch nicht endgültig gekommen zu sein. Friesenheims Bauamtsleiter Markus Reinbold teilte in der Sitzung des Gemeinderats im vergangenen Jahr mit: „Die Lüftungsanlage erfüllt vor allem die Vorschrift des Brandschutzes.“ Stellt sie Nebel oder Rauch fest, reagiert sie. Bei Nutzung von Nebel und anderen Effekten müssen Veranstalter bis auf Weiteres eine Brandwache beauftragen, so Reinbold.

Fakten zur Halle

Die Sternenberghalle wurde 1981 errichtet und erhielt im 1984 den Holzbaupreis Baden-Württemberg. Der große Saal misst 510 Quadratmeter mit 675 Sitzplätzen, der kleine Saal hat 215 Quadratmeter und 337 Sitzplätze. In der Gesamtheit misst die Halle 725 Quadratmeter. Die drei Mehrzweckräume verfügen über jeweils 100 Quadratmeter Fläche. Im Untergeschoss sind jeweils zwei Räume mit knapp 130 Quadratmeter Fläche. Die Sanierung der Lüftungstechnik und neue Brandschutzanlage kostete 4,5 Millionen Euro. Die Planungskosten lagen bei rund einer Millionen Euro.