Die „Blue Notes“ aus Zell haben am Rande des Haslacher Wochenmarkts gesungen. Foto: Heppner

Mit Ausstellungen, einer Info-Veranstaltung am Rande des Wochenmarkts und einem interreligiösen Friedensgebet war am Wochenende einiges geboten. Beim Gebet ließ sich die Vielfalt der Haslacher Glaubensgemeinschaften live erleben.

Mit zwei sehenswerten Ausstellungen wurde am Freitag die Interkulturelle Woche in Haslach eröffnet. Im Rahmen des BEF-Alpha-Projektes „Bildungsjahr für erwachsene Flüchtlinge“ der Volkshochschule vermitteln Teilnehmer ihren Einblick in das deutsche Arbeitsleben. Sie kommentieren es in Bild und Text.

 

Rozi (20 Jahre) aus dem Irak hat in einer Apotheke sein Praktikum absolviert. Er sah das als wichtige Arbeit und habe viel gelernt.

Mehmet (43 Jahre) stammt aus der Türkei. Für ihn haben die Arbeiter in Deutschland viele Rechte und es gelten die Menschenrechte im Land. In der Türkei seien alle Rechte eingeschränkt.

BIZ-Schüler fotografieren und texten

Schüler aus den Bildungszentren (BIZ) Haslach und Zell haben in beiden Orten ihre neue Umgebung fotografiert und mit Texten versehen. Veronika (13 Jahre) aus der Ukraine findet besonders den Zeller Storchenturm schön, da strahle alles so friedlich. Nika (14 Jahre), ebenfalls aus der Ukraine, ist begeistert vom Haslacher Storchentagsbild im Inneren Graben. „Solche Bilder machen Haslach so kreativ, schön und kunstvoll“, kommentiert er seine Begeisterung. Die Ausstellung unter dem Motto „Erleben“ ist in der Stadtbücherei zu besichtigen.

Beide Ausstellungen können bis einschließlich Donnerstag, 10. Oktober, zu den üblichen Öffnungszeiten der evangelischen Kirche und der Bücherei besichtigt werden.

Am Samstagvormittag informierten die Organisatorinnen der Interkulturellen Woche, Stefanie Brüschke vom Caritasverband Kinzigtal und Elena Husch als Integrationsbeauftragte der Stadt Haslach, über die einzelnen Veranstaltungen und über den Sinn der Interkulturellen Woche. Einen besonderen Rahmen bot dabei die Gesangsgruppe „Blue Notes“ aus Zell. Zu multireligiösen Friedensgebeten war dann auf Sonntagabend in die Evangelische Kirche eingeladen. Hier konnte man die Vielfalt der Haslacher Glaubensgemeinschaften live erleben und die vielen gemeinsamen Impulse inspirierte so manchen Besucher zum Mitbeten.

Alle vorgetragenen Gebete, von katholischer oder evangelischer Seite, vom Islam, Hinduismus oder Judentum, zeigten deutlich den Wunsch nach Frieden, Liebe und Menschlichkeit. Grundtenor war auch der tolerante Umgang mit dem Glauben und der Meinungsvielfalt des anderen. Die einzelnen Vertreter der Glaubensgemeinschaften erläuterten zudem die wesentlichen Schwerpunkte ihres Glaubens.

So geht es weiter

Ausgebucht ist der Kochkurs „Syrische Küche“, verbunden mit dem Kennenlernen und Erleben der kulinarischen Gastfreundschaft der Levante-Region, am heutigen Mittwoch. Zwei Autorenlesungen stehen in dieser Woche an. Am Freitag, 27. September, um 19 Uhr stellt Philipp Brotz sein Buch „Die Ungleichzeitigen“ vor. Es ist laut Ankündigung ein Entwicklungsroman über Heimatverlust, Selbstfindung und Toleranz. Am Samstag, 28. September, erzählt Mehrnousch Zaeri-Esfahani die fantastische Geschichte des „Mondmädchens“. Es ist ein märchenhaft anmutender Roman, der nicht nur von einer Flucht handelt, sondern mehr von den zutiefst menschlichen Gefühlen, von Verlust und Trauer.