Der Straßenmusiksonntag ist ein Aushängeschild und Werbeträger – jetzt muss gespart werden.
Aufgrund der angespannten Haushaltslage und veränderter Förderbedingungen, war der Gemeinderat gefordert, die Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen.
Er diskutierte mögliches Einsparpotenzial unter der Prämisse, den Grundgedanken der kulturellen Veranstaltung zu erhalten. „Der Ablauf der Veranstaltung ist aktuell noch ziemlich unklar“, informierte Maren Ott, Leiterin Stabstelle Kultur, Hallen, Vereine.
Zum wiederholten Male organisiert sie den Straßenmusiksonntag hauptverantwortlich und ist in diesem Jahr, neben der Planung eines geänderten Streckenverlaufs, auch mit dem Wegfall an Fördergeldern konfrontiert. „Lotto Baden-Württemberg zieht sich aus dem Sponsoring zurück, da die Statuten keine Dauerförderung einer kulturellen Veranstaltung vorsehen“, argumentierte Ott zum damit verbundenen Wegfall von 5000 Euro an Sponsorengeldern.
Bürgermeister Micha Bächles sah als eine Chance, den Wegfall des Sponsorings mit dem bereits beschlossenen Verzicht auf die Hauptbühne und den damit zusammenhängend Kosten für Technik und Strom zu kompensieren. Zudem soll eine Reduktion von Kunst- und Musikakts auf rund 30 Gruppen und Solisten an 15 Auftrittsorten dazu beitragen, die Kosten einzudämmen.
Eine noch stärkere Kostenreduktion hielt er mit Blick auf die Einnahmen der an der Bewirtung beteiligten örtlichen Vereine und Gastronomie als nicht vertretbar.
15 000 Euro weniger
Michael Gut (CDU) hatte im Vorfeld vorgeschlagen, den Straßenmusiksonntag ein Stück kleiner zu fahren, um aufgrund der sich in den kommenden Jahren weiter zuspitzenden Haushaltslage bis zu 15 000 Euro einzusparen.
Philipp Hofacker (Gruppe 84) forderte eine detailliertere Kostenaufstellung des Kulturevents ein, welches für die Auftritte 28 000 Euro, die Hauptbühne mit 7000 Euro und die Gema mit 5000 Euro veranschlagt war. Zur Nettobelastung addierten sich zudem noch Details wie die Kosten für die sanitären Anlagen.
Verzicht auf Hauptbühne
Durch den Verzicht auf die Hauptbühne reduziert sich die Nettobelastung für den Straßenmusiksonntag im Haushalt für 2026 von 36 000 auf 31 000 Euro. Die Personalkosten von 25 000 Euro sind darin nicht enthalten. Die Gesamtausgaben für die Veranstaltung reduzieren sich im aktuellen Haushalt von 61 000 auf 56 000 Euro.
Der Eintritt zur Veranstaltung, deren Unterstützung durch den Kauf der beliebten Sammler-Buttons erfolgen kann, bleibt kostenfrei. Ein Auftrittsplatz vor der Stadtkirche wird aktuell als Alternative zum Wegfall der Hauptbühne diskutiert. Zudem sollen mehrere kleinere, drei auf sechs Meter große Pavillons eine große Bühne ersetzen.
Aufgrund der mit einer Erweiterung des Nahwärmenetzes verbundenen Sanierung aller Versorgungsleitungen in der Blaumeerstraße wird die Veranstaltung durch die Mittelgasse führen. Diese Änderung erfordert, diverse Auftrittsflächen zu verlegen und alles zu unternehmen, um Sackgassen zu vermeiden. Der Rundgang über den mit Asphaltkunst umschriebene und zwischen Stadtmauern und Stadttor durch die Altstadt führende kulturelle Höhepunkt soll erhalten bleiben.