Manch Spucksportler gab alles bei dem heiteren Wettstreit. Foto: Ines Bode

Mit 9,49 Metern holte sich Ralf Richter den Sieg beim ersten Kirschkernweitspucken im Rahmen des Wittlinger Midsommerfests.

Der Ansturm zur Mittagsstunde hatte sich aufgelöst, und das Abendpublikum war noch nicht in Sicht. Da kam die lustige Einlage gerade recht. Es sei ein Spiel für fünf Generationen, sagte Josef Droll vom Gesangverein. Er selbst sei 71 Jahre alt und die jüngste Teilnehmerin, die ihren Kern einfach hinter dem Startbalken ablegte, zählte anderthalb Lenze. Ein simples Spiel, das den ruhigen Nachmittag belebte, und nicht zuletzt Spannung erzeugte. Der Vorschlag kam von Dagmar Theinen, die bereits beim Adventszauber mit einer neuen Idee Jung und Alt zusammenführte, hieß es in der Zuschauerreihe.

 

Erwähnter Sieger erzählte vor dem Start bei Zufallsgeplauder mit unserer Zeitung, er habe geübt. Allerdings mit Wittlinger Kirschen. Beim Wettstreit kamen indes Schallbacher Kirschen zum Einsatz. Diese Tatsache sorgte in der Mimik des Moderators Michael Molitor für einen Moment der Verwirrung. Letztlich eignete sich das Schallbacher Kernobst vortrefflich für die Wittlinger Gaudi. Ein gut gefüllter Sektkühlerkessel voll schönster Exemplare stand bereit. Vorbereitet war eine Zehn-Meter-Bahn mit leichtem Gefälle. Das führte neben geglücktem und misslungenem Spucken zu der dritten Kategorie namens „abgerollt“.

Mit vollem Körpereinsatz

Dann ging es los, Kinder und Erwachsene übten sich munter in der heiteren Disziplin. Ganzkörpereinsatz mit weit nach hinten gebeugtem Kopf als Anlauf ließ sich ebenso beobachten wie ungehemmtes Drauflosspucken. Viel Jubel begleitete den Auftritt der Jüngsten. Von zaghaft bis selbstbewusst war alles dabei. Zu letzteren gehörten Karl Kraus (elf Jahre alt) und Tim Richter (sieben). Beide überzeugten mit Bestleistung. Nach jedem der drei Durchgänge flitzte Tim zu seinem Kern, um die Weite zu inspizieren. „Über sieben Meter“, strahlte der Bub. Die Reichweite des älteren Karls fiel noch weiter aus. Molitor fand Jona von den Bambinis mit 1,42 Meter beachtlich.

Insgesamt traten 22 Spucksportler an. Der Gewinner nun zeigte probate Pose. Ohne lange zu fackeln, ging er an die Linie: Aufstellung nehmen, Arme nach hinten, mit dem Oberkörper ordentlich Schwung holen und die Backen aufplustern. Und schon sauste das Kernchen an die Grenze des Spielfelds. Josef Droll jonglierte sein Spuckgeschoss 20 Minuten im Mund herum. Schließlich müsse alles picobello sein. Das wertete seine Frau, eine Sängerin, als Übung für die Mundmuskulatur.

Es gibt auch Preise

Beide freuten sich wie die meisten vordergründig über den Spaß als über einen Gewinn. Denn natürlich hatten die Organisatoren vom „Wittlinger Dorfleben“ auch an Preise gedacht: Kirschen mit Prozenten für die Großen und Kirsch-Gummibärchen für die Kleinen.

Nicht zuletzt wusste Silvana Neugebauer vom Orgateam zu berichten, dass der Weltrekord bei 22 Metern liege.