Die Tribünen stehen. Das zweite Heubergtattoo naht mit großen Schritten. Die Kallenberg-Arena mit rund 1000 Sitzplätzen ist zwischenzeitlich aufgebaut. Zahlreiche Helfer sorgten dafür, dass alles klappte wie am Schnürchen. Foto: Katja Weiger-Schick

Das zweite Heubergtattoo des Nusplinger Fanfarenzugs naht mit großen Schritten: Die Kallenberg-Arena ist aufgebaut, die Tattoo-Ausstellung im Ortskern ebenfalls.

Vor einigen Tagen ging es beim Fanfarenzug vor allem um blaue Sitzgelegenheiten. Denn voll beladene Sattelschlepper hatten die dreiflügelige Gästetribüne im Bäratal angeliefert – 1000 Sitze inklusive. Viele Mitglieder waren zu früher Morgenstunde da, um den roten Gummiplatz bei der Festhalle in eine richtige Festivalarena zu verwandeln. Ihnen zur Seite standen die Mitarbeiter der Fachfirma. Zur Freude der Vorsitzenden, Marcel Staiger und Marcel Weber, standen die Tribünen innerhalb weniger Stunden. Auch die Firmen „Quadrex“ und „Stage X“ hatten bei der Projektierung ganze Arbeit geleistet. Oliver Schenk, Firmengründer von „Stage X“, freute sich über die Stippvisite in Nusplingen. Das Unternehmen hat sich auf große Events spezialisiert. Zum Beispiel liefert es regelmäßig Tribünen für Helene-Fischer-Konzerte in der Stuttgarter Arena oder die Jagsthausener Burgfestspiele mit dem legendären „Götz von Berlichingen“.

 

Dass das zweite Heubergtattoo komplett ehrenamtlich gestemmt wird, ringt dem veranstaltungserprobten Schenk sichtlich Respekt ab. „Man hat gleich gemerkt, dass hier das Miteinander großgeschrieben wird“, das steht für ihn mit einem anerkennenden Blick auf die vielen jungen Mitglieder fest, die eifrig mit anpacken. Fürwahr: Der Fanfarenzug Nusplingen steckt seit Monaten tief in den Vorbereitungen. „Wir sind stolz darauf, diese Großveranstaltung gemeinsam zu stemmen“, sagt Vorsitzender Staiger. Denn geprobt wird parallel zu den gesamten Vorarbeiten natürlich auch: Der Fanfarenzug Nusplingen gestaltet das Tattoo-Programm selbst mit. Tambourin Sandra Klaiber hat viele Monate lang an der musikalischen Auswahl und der Choreographie getüftelt.

Zapfenstreich statt Körperkunst

Beim FZ freut man sich auf das illustre Line-Up. Ein Tattoo hat übrigens nichts mit Körperkunst zu tun: Es stellt vielmehr eine gigantische Reminiszenz an das traditionsreiche und international berühmte „Royal Edinburgh Tattoo“ dar. Dieses schottische Tattoo findet seit dem Jahr 1950 direkt bei Edinburgh Castle statt und hat Fans in der ganzen Welt. Ein „Tattoo“ – in der englischen Sprache bedeutet dies „Zapfenstreich“ – vereinigt daher die verschiedensten Darbietungen.

Gruppen aus ganz Deutschland werden am Samstag, 6. Juni, im Bäratal ab 19 Uhr eine bunte Show darbieten: ein Repertoire aus Musik, Show, Tanz, Marschformationen, Akrobatik und Gänsehautmomenten.

Mit dabei sind große Namen der Szene, beispielsweise das Musikcorps Bickenbach, das Ensemble „Pipes & Drums“ oder die Show- and Brass-Band Alsfeld. Das Mariposa Showteam TVT, der Chor „Wireless“ aus Tuttlingen, der Mittenwalder Spielmannszug „Drumline“, die Bärataler Alphornbläser sowie der Musikverein Unterdigisheim wirken ebenfalls mit.

Ausstellung im Ortskern erinnert an Premiere

Zusätzlich erinnert eine kleine Ausstellung im Ortskern an das erste Tattoo vor acht Jahren. Zu sehen ist in der Nusplinger Vorstadt eine Fotopräsentation, die Einblick in die Arbeit des Fanfarenzugs und seine musikalischen Highlights gibt. Die gezeigten Uniformen erzählen einen weiteren Teil der FZ-Historie. Verantwortlich für die Präsentation ist der 14-jährige Paul Weiger. Er organisiert während der Fasnetszeit seit einigen Jahren das Nusplinger Narrenfenster.